Wir müssen über Karl sprechen

Karls Erlebnis-Dorf Elstal

Normalerweise sprechen wir nicht über Grundbesitzer, aber wir müssen eine Ausnahme für die Familie Dahl machen, da sie mehrere kleine Vergnügungsparks entlang der deutschen Ostseeküste zu betreibt. Da sie auch in vielen Teilen Brandenburgs prominent vertreten sind, haben Sie auch ein Karls Erlebnis-Dorf (benannt nach dem Großvater Karl Dahl) in Elstal bei Berlin.

Die Familie Dahl ist ein auf Erdbeeren spezialisierter Landwirt. Ähnlich wie die Staveley-Familie von Lightwater Valley suchte Robert Dahl nach Wegen, um immer mehr Menschen auf ihr Grundstück in Rövershagen zu locken, da ihr Hofladen auch nach der Ernte überraschend gut lief. Insgesamt wurde die Mischung aus Hofladen, Gastronomie und Spielplatz sehr gut angenommen. Mit der Zeit kamen neue Ideen hinzu und irgendwann wurden die Fahrgeschäfte von abc rides gebaut.

K2

Die gute Zusammenarbeit zwischen Karls und dem Hersteller führte dann zur Installation der Achterbahn K2 im Karls Erlebnis-Dorf Elstal. Aufgrund des Erfolgs der Achterbahn wurden dann an den anderen Erlebnis-Dorf-Standorten weitere Fahrgeschäfte installiert und es ist nur eine Frage der Zeit, bis jeder von ihnen ein Anlaufpunkt für Freizeitpark-Enthusiasten sein wird, denn der Standort Elstal bietet zweifellos ein sehr immersives Erlebnis.

Die Achterbahn K2 zum Beispiel berücksichtigt die Geschichte der Familie und verleiht ihr einen modernen Touch. In Zusammenarbeit mit dem Designteam des Filmparks Babelsberg hat Karls eine Achterbahn mit Kartoffelthema entwickelt, die tatsächlich ziemlich gut ist. Das Design ist perfekt, aber ist die Hardware das Warten wert?

Die Fahrt beginnt mit einem Abstieg in den Keller, wo einige kleinere Szenen gezeigt werden. Durch einen kleinen Tunnel, in dem man einen Blick unter die Erde auf das Kartoffelwerk selbst werfen kann, erreichen wir den Lifthügel der Fahrt. Kurz nachdem wir oben angekommen sind, tauchen wir in einer steilen Rechtskurve den ersten Drop hinunter. Ein Camelback mit einer schönen Prise Airtime folgt gleich darauf. Nach einer kleinen ansteigenden Kurve wird rasch ein kleines Double-Down-Element angegangen. In einer Linkshelix und einem Double-up-Element gewinnen wir etwas an Höhe, bevor wir ein kleines Abstellraum auf der Oberseite des Gebäudes betreten, in welchem sich der Blockbremsbereich der Fahrt befindet. Die Geschwindigkeit wird relativ rau gedrosselt, bevor wir in einer Rechtskurve noch einmal nach unten fahren. Es folgt eine große Abwärtsspirale. Nach einem kurzen S-Kurvenmanöver und einer Linkskurve erreichen wir die Schlussbremse der Fahrt. Daraufhin fährt der Zug in einen zweiten Lift, bevor er die Ausgangsposition der Fahrt erreicht.

Der K2 ist eine fantastische Achterbahn besonders für Familien. Die Fahrt macht Spaß und bietet viele spannende Fahrelemente, die die Achterbahn aus der Masse herausstechen lässt. Der einzige Nachteil ist die Kapazität der Fahrt, die für einen gut besuchten Park wie das Erlebnis-Dorf grundsätzlich zu gering ist.

Bilder Karls Erlebnis-Dorf Elstal

Fazit Karls Erlebnis-Dorf Elstal

Insgesamt war ich sehr beeindruckt von dem Konzept des Parks. Wenn man in Berlin ist und etwas Zeit hat, sollte man diesen Park unbedingt besuchen. Achte  jedoch darauf, dass du genug Geld mit dir hast, denn es besteht eine hohe Chance, dass du viele Dinge im Hofladen kaufen wirst oder eine leckere Mahlzeit in einem der Restaurants hast.

 

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Unterwegs mit dem Loopinggrufti

Vorwort

Eines Tages erreichte mich eine E-Mail von Michael Singer – in der Freizeitparkszene vielen besser bekannt als Loopinggrufti – mit Bezug auf das Überschlagskarussell Vertigo, welches hier im Freizeitpark Tivoli Gardens seine Runden dreht. Da er vor einigen Jahren bereits vor der Anlage stand, war es ihm ein großes Anliegen nun endlich mal in die Anlage zu steigen. Wir unterhielten uns und nach einiger Zeit kam es wie es kommen musste und wir fuhren gemeinsam nach Kopenhagen.

Gebucht haben wir das Tivoli All-Inclusive Package des Tivoli Hotels. Auch wenn der Name es andeutet, das Hotel befindet sich nicht am Park, sondern einige Straßen vom Park entfernt. Angereist sind wir mit dem Flixbus ab Hamburg, was (sofern die Route über die Fährverbindung Puttgarten – Rødby geht) eine durchaus kostengünstige und angenehme Verbindung ist. Zurück ging es jedoch über die Storebælt Brücke, wodurch die Fahrt eher einer Tortur ohne Pause glich. Kaum im Hotel angekommen ging es sogleich in den Freizeitpark.

Tivoli Gardens

Ruckzuck wurde das Objekt der Begierde angesteuert. Kurze Zeit später zeigte sich Michael restlos begeistert. Zwar verzichtet der Tivoli mittlerweile bei seinem verrückten Propeller auf das Rückwärtsfahrprogramm, dennoch wusste das Fahrgeschäft weiterhin durch seine vielfältige Fahrt zu überzeugen. Über den Lauf des Tages folgten dementsprechend noch weitere Runden. Am Ende des Tages schlichen wir uns sogar noch in die Warteschlange, was jedoch auffiel. Kurz darauf wurde diese aber noch einmal geöffnet, wodurch wir uns auch ganz legal dazustellen konnten.

Kamelen

Direkt nebenan wurde in diesem Jahr die Achterbahn Kamelen auf dem Platz der Achterbahn Karavanen errichtet. Somit ist Kamelen bereits die zweite Iteration der Achterbahn Mariehønen hier im Park, welche im Jahr 1974 diese Achterbahngattung aus dem Hauses Zierer maßgeblich prägte. Zwar heißt das Modell heutzutage nicht mehr Tivoli Coaster, doch das Layout hat den Test der Zeit mit Bravour bestanden.

Fata Morgana

Etwas was man vom HUSS Condor eventuell nicht hätte sagen können, denn mit der Zeit sind viele Fahrgeschäfte dieses Hochfahrgeschäftsklassikers aus den 80er Jahren von der Bildfläche verschwunden. Doch plötzlich tauchte 2014 ein neues Modell in einem chinesischen Freizeitpark auf. Einige Jahre später entschied sich auch der Tivoli mit Fata Morgana nachzuziehen. Somit ist das Fahrgeschäft das erste seiner Art in Europa. Neben dem klassischen Gondeldesign verfügt das Modell auch über zwei starre Gondelringe – ganz ähnlich dem Intamin Spinning Star des Cosmo’s World Theme Park in Kuala Lumpur – mit nach außen gerichteter Fahrweise. Diese Gondeln wurden dann in diesem Jahr noch mit einer neuen Hubtechnik bestückt, wodurch eine zusätzliche Wippbewegung innitiert wird.

Die Fahrt ist dadurch schlichtweg grandios. Die Aussicht auf die Stadt Kopenhagen ist genial und durch das Wippen der Gondel ist auch das Fahrerlebnis eine gelungene Mischung aus Thrill und Entspannung. Jedoch bezieht sich das Lob nur auf diese Variante der Fahrt, denn die andere Fahrvariante hinkt dem Original ziemlich hinterher. Man fährt eher ruckhaft und knallt dauerhaft in den oberen und unteren Anschlag der nun mechanisch (statt hydraulisch) kontrollierten Schwungbahn. Das ist schade, denn ansonsten wäre so ein HUSS Condor der zweiten Generation mit den gemischten Gondeln definitiv eine Empfehlung an viele andere Freizeitparks, so aber bleibt nur der Rat zu der eher „thrilllastigen“ Gondelart.

Tik Tak

Ob man das ganze auch zum Mondial Shake Tik Tak sagen kann? Dieses Fahrgeschäft ersetzte in diesem Jahr den alten, aber überaus schicken, HUSS Break Dance Snurretoppen. Während sich das alte Fahrgeschäft recht offen präsentierte erhielt der Shake ein Dach, welches durch ein riesigen Uhrwerk ein wirklich schicker Hingucker ist. Die Gondeln sind wiederum recht ausführlich gestaltet und sind kleine Zeitmaschinen. Die Fahrt selbst ist rasant, wenn auch sehr überschlagsarm.

VR auf Dæmonen

Eine weitere Neuheit für mich war der VR-Film auf der B&M Achterbahn Dæmonen. Der gezeigte Film ist eine exclusiv fürs Tivoli angefertigt und zeigt auf eine sehr künstlerische Art und Weise den Kampf eines chinesischen Drachens mit einem Dämonen. Das ganze gipfelt in einem Feuerwerk, woraufhin man sich auf einem chinesischen Neujahrsfest befindet. Leider ist Dæmonen eine sehr intensive Achterbahn, wodurch das Headset durch den Hebel recht stark auf den Kopf drückt. Ansonsten ist Dæmonen in der VR-Variante definitiv eine Erfahrung wert, zumal die Grafik des Films hochwertig ist und nicht einem 20 Jahre alten Computerspiel gleicht. Das hat man echt gut gemacht, dementsprechend ist das Erlebnis definitiv eine Empfehlung, auch wenn es unbequem sein kann.

Bilder Tivoli Gardens

Schlusswort

Generell ist der Besuch im Tivoli immer eine Empfehlung. Am 06.12.2019 öffnet im Übrigen die neue Achterbahn Mælkevejen. Diese ersetzt die Achterbahn Odinexpressen, welche 33 Jahre lang die Besuch im Tivoli Gardens unterhielt. Zu unserem Besuch war jedoch noch nichts zu sehen, die Bilder auf der Rcdb versprechen jedoch eine genauso lustige Fahrt, wie es der alte Powered Coaster zuvor tat.

 

Was ist eure Meinung zum Technical Park Flying Fury Vertigo und dem VR-Film auf der Achterbahn Daemonen?  Schreibt sie einfach in das Kommentarfeld unter dem Bericht oder besucht unsere Social-Media-Kanäle:

 

          


Tschüß Amerika, Hallo Deutschland

Nach dem doch recht anstrengenden und aufregenden Tag in Kings Island musste ich zum Glück nicht sehr weit fahren, denn mein Hotel lag quasi nebenan. Übernachtet habe ich im Baymont Mason, wo mir das Personal den Tipp gab unbedingt nach Cedar Point zu fahren. Nur blöd, dass dieser auch erst einen Monat nach meiner Achterbahnreise in die Saison startet. Aber irgendwie ist das so eine Eigenheit der Einwohner von Ohio. Alle vermissen Geauga Lake, die meisten finden Kings Island irgendwie veraltet und alle lieben Cedar Point. Dabei ist Kings Island einer der wirklich nahezu perfekten Freizeitparks.

Nach der Nacht im Hotel zog es mich also ein letztes Mal auf die Straße, wo ich mich nach vier Stunden Fahrt wieder einmal am Flughafen in Akron wiederfand. Hier gab ich dann mit leichter Verspätung meinen Mietwagen zurück, der auch gleich begutachtet wurde. Kurz darauf checkte ich dann auch schon mein Gepäck ein und warum auch immer, war mein Koffer dieses Mal etwas zu schwer. Also entledigte ich mich eines alten Handtuchs und stopfte so viel es geht in mein Handgepäck.

Nach der Sicherheitskontrolle verbrachte ich einige Zeit im kleinen Food Court. Nach einem viel zu stark belegten Hamburger bei Arby’s, bei dem es mir schwer fiel ihn mit beiden Händen überhaupt halten zu können, verbrachte ich die restliche Zeit an der Bar der Great Lakes Brewing Company. Ein, zwei gute Biere später war es dann auch wieder einmal Zeit Abschied zu nehmen.

Nun ging es mit einer kleinen Maschine direkt nach Philadelphia, wo ich dann in meinen Flug nach London umstieg. Da der Flug dieses Mal nicht so eng bestuhlt war wie der Flug von London nach New York, kann ich diese Route wärmstens empfehlen, zudem ist der PHL ein richtig netter Flughafen.

Früh morgens in Heathrow gelandet musste ich dann einige Zeit totschlagen, ehe mein Flug nach Hamburg ging. Ich entschied mich also mit dem Underground ins Stadtinnere zu fahren, wo ich gemütlich in einem Wetherspoon am Leicester Square zu Frühstück aß. Einige Stunden später ging es dann mit dem Flugzeug weiter nach Hamburg, wo mich mein Bruder auch schon erwartete.

Mit ihm ging es erst einmal an die Reeperbahn, von wo ich dann mit Bus und Bahn weiter bis zu meiner Tante fuhr und ihr erst einmal alles erzählte. Bis zum Abend war soweit auch alles in Ordnung, doch der Jetlag sollte nicht allzu lange auf sich warten lassen. Bereits am nächsten Tag ging ich wieder zur Arbeit und man war ich danach fix und fertig.

Dennoch hat sich der Aufwand der letzten neun Tage absolut gelohnt. Texas Round-Up war meine erste Tour durch Amerika und eine recht spezielle noch dazu. Natürlich hätte ich sie in dieser Form nicht gemacht, wenn ich denn nicht zuvor bereits einen Monat bei meinen Kollegen in Akron verbracht hätte, da der Zeitraum selbst nicht wirklich ideal für Achterbahnreisen durch die USA ist und die meisten Parks daher noch geschlossen waren. Nichtsdestotrotz habe ich das beste aus meinen Möglichkeiten herausgekitzelt und zahlreiche Erfahrungen sammeln können, die ich auch weiterhin gerne teile. Texas zumindest war super und der Rest auch!