Ein Wochenende im besten Freizeitpark Englands

Alton Towers

In mitten einer recht hügeligen und zugleich wunderschönen Region gelegen befindet sich, mitten im Nirgendwo, der wohl bedeutsamste Freizeitpark Englands: Alton Towers. Um die alte Burgruine und dessen Gärten herum entstand im Laufe der letzten drei Jahrzehnte ein Freizeitpark welchen man schlicht und ergreifend gesehen haben muss.

Im Gegensatz zu vergleichbaren Freizeitparks wie Efteling oder dem Europa-Park zeigt Alton Towers seine Pracht leider nicht schon beim Eingang, welcher durch seine schlichte Art und Weise einfach nicht ins Gesamtkonzept passen will. Selbst die Aufwertung des Vorplatzes durch die Korkenzieher der ehemaligen Vekoma-Achterbahn Corkscrew schafft es nicht die Vorfreude der Besucher zu erhöhen.

Parkrundgang

Betritt man den Park wird man relativ schnell mit der Frage konfrontiert in welche Richtung man doch gehen sollte. Dieses wird durch die Early Entry erneut verstärkt, immerhin gibt es in dieser Zeit nur eine handvoll fahrtüchtiger Attraktionen.

Folgt man den Weg nach links kann man, sofern der SkyRide – also die Gondelbahn in Alton Towers – fährt schnell mal eben ins Forbidden Valley fahren bzw. dem Cloud Cuckoo Land einen Besuch abstatten. Sollte man das Vergnügen haben vor einer geschlossenen Station zu stehen empfiehlt es sich den Weg weiter in den Bereich Mutiny Bay zu folgen.

Battle Galleons

Die Battle Galleons sind als Splash Battle in einer leicht abgewandelten Form auch im Soltauer Schwesterpark Heide-Park zu finden und so wundert einen die Musikuntermalung nur sehr wenig. Der Nässegrad ist trotz des eher kälteren Wetters noch vorhanden, immerhin schraubt man hier die Außenkanonen für die Lowseason einfach ab, wie es beispielsweise in Rust zelebriert wird.

Sharkbait Reef

Die weiteren Fahrgeschäfte in diesem Bereich sind sehr familienfreundlich und so kann man neben einem Zierer Kontiki noch eine Teetassenbahn mit Tassen in Form von Pulverfässern fahren. Aber auch die Piratenshow, sowie das Sea Life Zentrum Sharkbait Reef kann man hier finden. Glücklicher Weise ist das Aquarium nicht so klein wie die Versionen aus den Legoländern oder manches deutsches Zentrum. Von der Wahl und Anzahl der Tiere kann man es gut mit der Version aus Chessington World of Adventures vergleichen, wobei es hier glücklicher Weise nicht die Zeltoptik mit diesem teilt.

The Flume

Mit der Wildwasserbahn The Flume hat es Alton Towers geschafft eines der originellsten Themen für eine Wasserattraktion zu kreieren. Hier geht es in jeglicher Hinsicht ums Baden, was dem Nässegrad der Anlage auch sehr gerecht wird. Quietscheentchen und ein mehr als genialer Soundtrack runden die Anlage ab, welche leider stark sanierungsbedürftig ist. Die Fahrt selbst beginnt relativ unspektakulär, immerhin kurvt man nach der ersten, noch recht trockenen, Schussfahrt einige Meter in einem Wald herum. Nach erklimmen des zweiten Lifthügels findet man sich nun inmitten eines Hauses wieder, wo dann auch die zweite Schussfahrt in völliger Dunkelheit absolviert wird. Nachdem man dem riesigen Entchen begegnet ist verlässt man nach etwas Rumgekurve wunderbar durchnässt das Haus. Ein weiterer Lifthügel bringt einen auf die Höhe der finalen Schussfahrt, welche die Badewanne erneut mit der vorgesehenen Wassermenge füllt. Sollte man entgegen jeglicher Hinsicht noch trocken sein verhelfen die Duschen am Ende der Fahrt gerne Abhilfe.

Congo River Rapids

Im Gegensatz zu The Flume geht es bei den Congo River Rapids wie zu erwarten deutlich trockener zu. Im Gegensatz zu Drayton Manors Splash Canyon besteht hier nicht einmal ansatzweise eine Stelle an der man wirklich nass werden kann. Auch wurde die Anlage deutlich mehr auf Kapazität ausgelegt, immerhin besteht hier keine Möglichkeit des Überholens der Boote. Gestalterisch bietet das Rafting eine schöne Station, jedoch war es das leider schon. Wo im Heide-Park an den Wellenanlagen wenigstens noch Steine das Überholen verhindern wurde hier deutlich mehr Metall eingesetzt, was durch die Catwalks doch eher suboptimal aussieht. Wirklich hervorhebenswert ist jedoch die Interaktion mit der kleinen Achterbahn Runaway Mine Train.

Runaway Mine Train

Der Powered Coaster Runaway Mine Train ist eine recht besondere Anlage aus dem Hause Mack. Sobald die Anlage nach der ersten Helix nicht nur an Höhe, sondern auch an Geschwindigkeit gewinnt geht es nach einigen Hügel eine Steilkurve hinunter. Es folgen zwei Helices und besagte Stelle an der man mit der Raftinganlage interagiert bevor man nach einer kleinen Kurve durch die Station saust und die zweite Runde beginnt. Die Stimmung die hier an der Anlage durch das Personal und durch das gegenseitige jubeln zwischen den Insassen der vorbeitreibenden Raftingboote und der Zuginsassen erzeugt wird ist einfach nur wunderbar.

Duel

Genauso stimmungsvoll, aber um einiges düsterer zeigt sich die Geisterbahn Duel, ein interaktiver Darkride bei dem Zombies das Haus eines Wissenschaftlers, welcher ein wenig zu viel mit den Tod experimentiert hat, übernommen haben. Die Anlage selbst basiert auf der ursprünglichen Themenfahrt Haunted House, welche hier durch einige Änderungen aufgepeppt wurde.  Besonders erwähnenswert ist dabei das Fahrsystem mit dem man sich seinen Weg durch das schlichtweg riesige Gebäude bahnt, denn gerade durch die Einzelwagen gelingt es eine schaurig schöne und vor allem gruselige Atmosphäre zu erzeugen. Die Effekte die während der Fahrt ausgelöst werden sind genial und schaffen es sogar einen eiskalt zu erschrecken, was gerade durch die Konzentration auf die Ziele verstärkt wird. Duel bietet ein Geisterbahnerlebnis der Sonderklasse, welchea sich nicht sonderlich ernst nimmt und dabei überzeugen kann ohne kitschig zu wirken. Die dazu gehörige Musik unterstreicht diesen Aspekt vorzüglich. Die einzige Schwachstelle an der Anlage sind die Pistolen an sich, welche auf Dauer nicht gut zu halten sind und durch ihre Geräusche von der grandiosen Atmosphäre ablenken, ansonsten aber gehört diese Anlage eindeutig zu den besten ihrer Art.

Nemesis

Vorbei an der letztjährigen Neuheit Nemesis Sub-Terra, einem Indoor-Freefall aus dem Hause ABC-Rides, welcher während der Besuchstage nur sporadisch bzw. auf Grund von Arbeiten gar nicht lief geht es zu der Achterbahn, welche seit Jahren jeden Schüler aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein auf Grund ihres Englischschulbuchs bekannt sein dürfte, nämlich zum B&M Inverted Coaster Nemesis.

Die Fahrt beginnt mit einem vergleichbar eher kleinen Lifthill, aus welchen man schwungvoll entlassen wird. Ganz untypischer Weise folgt nun mit einem Korkenzieher eine Inversion, die man eher gegen Ende eine Achterbahn erwartet. Die Ausfahrt aus diesem Element mündet in eine Helix, die man als verdammt intensiv bezeichnen kann, immerhin pumpt sie einem ordentlich das Blut in die Füße. Daraufhin wird man in einer Zero-G Roll das zweite Mal kopfüber gestellt, nur um danach eine recht langweilige Wende in den Looping zu vollziehen. Dieser fährt sich glücklicher Weise so wie es sich für einen Looping gehört und mündet nach einer weiteren Wende in der letzten Inversion. Kurz darauf sind die Bremsen auch schon wieder erreicht, was Nemesis zu einer guten und vor allem knackigen, wenn auch recht kurzweiligen Fahrt macht.

Air

Nur wenige Meter von Nemesis entfernt kann Alton Towers einen Prototypen sein Eigen nennen, bei dem es ziemlich luftig umher geht. Anzumerken ist dabei, dass Air nicht der erste Flying Coaster ist, sondern nur die erste Anlage des Herstellers, denn hier war Vekoma mit Stealth aus dem Paramount Park California’s Great America deutlich schneller.

Sobald man die flauschige Wartezeit, in einem für Merlin Entertainment doch eher kahlen und langweiligen Wartebereich, hinter sich gelassen hat wird man in seine Sitzreihe eingewiesen und das luftige Erlebnis kann beginnen. Nachdem man sich von einer Leuchte am Boden vor dem Lift hat blenden lassen geht es auch schon aufwärts, jedoch mit einem kleinen Stopp im Lift, so dass man noch irgendwelchen Leuten winken kann, die sich schaulustig unter diesen gestellt haben. Die erste Abfahrt bringt einen den Boden schon wieder etwas näher bevor man kurzerhand auf den Rücken gedreht wird und eine recht lange Passage auch so bleibt. Das Gefühl ist dabei sehr surreal und daher einfach genial, vor allem wenn man bei der ersten Fahrt denkt den Bäumen doch recht nah zu sein. Eine Wende weiter absolviert man eine komplette Rolle, bevor man dann in den letzten Kurvenwechseln den umherstehenden Steinen doch recht nahe kommt. Air ist im Gesamten gesehen ein wunderbar intensives Fahrvergnügen mit kleinen floating Airtimemomenten, tollen Close Calls und einem grandioses Setting. Sollte man das Vergnügen haben des Öfteren in der ersten Reihe zu fliegen so wird man sicherlich die Bahn ziemlich schnell zu schätzen wissen, aber auch in den anderen Reihen ist das luftige Fahrvergnügen vorhanden, wenn auch durch die etwas eingeschränkte Sicht leicht getrübt.

Blade und Ripsaw

Die Attraktionen Blade und Ripsaw runden den Forbidden Valley getauften Bereich ab. Wo die Schiffschaukel Blade neben seinen Aussehen und seiner Lage im Tal der ehemaligen Achterbahn Thunder Looper, einem Schwarzkopf Shuttle Loop, kaum Besonderheiten bietet kann Ripsaw sein volles Potential nutzen. Der Top Spin Ripsaw gehört zu den wohl best bekanntesten Vertretern seiner Gattung, was jedoch nicht an seinen Fahrprogrammen liegt. Ripsaw macht in der Regel nass und das in einer Art und Weise die Rameses Revenge aus Chessington World of Adventures in den Schatten stellt. Leider wurde an dem Besuchstagen kaum mit den Wasser gespielt, so dass man zwar nass aus der Anlage herausgegangen ist, jedoch nicht klatschnass.

Die Gärten

Sollte man das Vergnügen haben auf die Gondelbahn verzichten zu müssen kann man nun entweder um die Gärten herum oder durch sie hindurch laufen um auf die andere Seite des Parks zu gelangen. Aus vielerlei Quellen hört man das eine Durchquerung der Gärten zeitaufwendig sei und man sich leicht verlaufen solle, sofern man den Wegweisern nicht mehr folgt. Das diese Quellen unrecht haben kann man gut erkennen, sofern man die recht kurze Strecke mit der Seilbahn absolviert hat. Die Gärten selbst sind in einem Tal angelegt und können in kurzer Zeit, sofern man den Ab- und Anstieg nicht scheucht, durchquert werden. Auch wenn man sich die Gärten etwas genauer ansieht braucht man nicht sehr viel Zeit um alles gesehen zu haben, sich dabei zu verlaufen ist ziemlich unmöglich.

Hex the Legend of the Towers

Eine weitere interessante Attraktion befindet sich einem der Seitentrakte der Towers, der alten Burgruine des Freizeitparks Alton Towers. Mit Hex the Legend of the Towers hat Vekoma ein Meisterstück einer Hexenschaukel geliefert, welches allein durch seine Storyline die Besucher in seinen Bann zieht. Dabei ist die Geschichte nicht weit hergeholt, immerhin handelt es sich im Grunde nur um eine aufgepeppte Version einer lokalen Legende. Der Fluch der die Chained Oak zur Folge hatte steht hier im Mittelpunkt, nur das Ende bei dem der Earl of Shrewsbury an dem ersten abgefallenen Zweig der Eiche in einem gut versteckten Labor herumexperimentierte ist neu. Die musikalische Untermalung, welche sich als Leitmotiv durch die Attraktion zieht, ist einfach genial, genauso wie die Stimmung die durch die hochqualitativen Pre-Shows erzeugt wird.

Charlie and the Chocolate Factory

Nachdem man Hex verlassen hat befindet man sich im Innenhof des alten Gemäuers wieder. Einige Meter weiter kann man das Cloud Cuckoo Land besuchen, der wohl schwächste Bereich in Alton Towers. Hier finden sich neben einigen Attraktionen für kleinere Kinder das 4D Kino des Parks, der Wellenflieger Twirling Toadstool, sowie die Themenfahrt Charlie and the Chocolate Factory.

Die Themenfahrt bringt einem das moderne Märchen von Roald Dahl gut näher und verläuft dabei in zwei Abschnitten. Auf dem ersten Abschnitt begleitet man Charlie und die bis dahin noch vorhandenen Kinder auf ihrer Bootsfahrt durch die Schokoladenfabrik, welche bekanntlich nach und nach ihrem verzogenen Verhalten zum Opfer fallen. Als nur noch Charlie übrig ist geht es im Fahrstuhl weiter, welcher eine der besten Simulationen ist, die man trotz der animierten Charaktere und Landschaft, erleben kann. Das Erlebnis selbst entspricht der Vorlage und kann überzeugen.

Ice Age 4D

Im 4D Kino wird in diesem Jahr der Film Ice Age 4D gezeigt, wo man einen schlechten Mitschnitt aus dem bis dato wohl besten Ice Age (Ice Age 3 – Die Dinosaurier sind los) Film gezeigt wird. Die Story wurde auf alles Grundliegende – wo man noch ein paar Effekte einbauen konnte – gekürzt, was leider auch den Flachwitzen, die diesen Teil ausmachen, zum Opfer fiel. Der Mitschnitt selbst ist daher ein schlechter Scherz. Für Alton Towers selbst mag der Film selbst eine Bereicherung ergeben, jedoch hätte man auch gerne darauf verzichten können.

Th13teen

Im Dark Forest gelegen befindet sich mit Th13teen die neueste Achterbahn des Parks. Als ultimative, zugleich angsterregendste Achterbahn, umworben zeigt sich die von Intamin erbaute Anlage als ideale Familienachterbahn, welche es schon schafft die jüngsten Fahrgäste gut zu erschrecken.

Die Fahrt an sich beginnt relativ rasant bevor es dann den Lift hinaufgeht. Die darauf folgende Abfahrt schafft es ordentlich Geschwindigkeit aufzubauen, jedoch stört die integrierte Reduzierbremse ein wenig, da man die Verzögerung deutlich merkt und die Umschwünge nur noch etwas flotter durchfahren werden statt mit sehr ausgeprägter Airtime. Sobald man den zweiten Lift bezwungen hat geht es in die Gruft hinein nur um dann durch den Boden zu krachen. Zum ersten Mal wurde hier in einer Achterbahn ein Freifallelement einbaut, welches trotz der geringen Höhe durchaus überzeugen kann. Nach dem Fall geht es rückwärts in Form einer überdimensionieren, zugleich aber schlichtweg genialen, Bayernkurve wieder hinaus aus der Gruft. Am Ende bringen einem Reibradmotoren überaus flott in Richtung der Station.

Rita Queen of Speed

Die benachbarte Achterbahn Rita Queen of Speed wurde in Folge der Umstrukturierung in Rita umbenannt und zeigt sich nun in einem deutlich düsteren Gewand. Eine Aura wie der von Stephen Kings Christine umgibt nun die Züge der Anlage, welche nun als Fluchtwagen dienen. Vor was man jedoch flüchtet ist völlig unrelevant, de facto sollte man jedoch flüchten.

Die Anlage selbst dient als Vorlage für die Katapultstartachterbahn Desert Race aus dem Heide-Park Soltau, unterscheidet sich aber in einigen Details. So ist die Abschussstrecke hier nicht nur länger, sondern leitet auch etwas gemächlicher in die erste Kurve ein. Die nachfolgenden Hügel bieten wunderbar ausgeprägte Airtime bevor es dann auch schon wieder in die Bremse geht. Im Vergleich zur Schwesterachterbahn wirkt Rita etwas gemächlicher, kann aber durch die Wege unterhalb der Anlage zumindest gestalterisch mehr überzeugen. Da sich die Warteschlangen an der Anlage sehr schnell füllen, empfiehlt es sich die Anlage möglichst früh zu fahren oder sich einen Fastpass zu besorgen.

Oblivion

Auf der anderen Seite der Towers befindet sich der X-Sector, ein Themenbereich rund um die Konzeptachterbahn Oblivion. Der weltweit erste Dive Coaster bietet ein Fallerlebnis der besonderen Art, immerhin erwartet einem das Loch. Der Rest der Strecke ist dann relativ unrelevant, auch wenn der Umschwung mit 90° Querneigung schön zu fahren ist. Bei Oblivion geht es im Grunde nur um den Fall und dieser kann trotz dem vergleichsweise kurzem Halt überaus überzeugen und ist dabei auch noch recht erfrischend. Leider wird die Ausstrahlung der Anlage durch den Ausgang massiv getrübt, da man sich erst einmal seinen Weg durch eine Arcade bahnen muss.

Enterprise und Submission

Die weiteren Attraktionen in diesem Bereich sind eine HUSS Enterprise und ein Chance Double Inverter. Die Enterprise wurde wirklich genial platziert und kann im Gegensatz zu anderen Anlagen dieser Art tatsächlich eine Neigung von 90° aufweisen, was sich fahrtechnisch zwar nicht bemerkbar macht, optisch jedoch ungewöhnlich ist. Der Inverter mit Namen Submission ist für Europa ein sehr besonderes Fahrgeschäft, immerhin gibt es bisweilen nur eine zweite Anlage im französischen Walibi Rhône-Alpes zu bestaunen. Fahrtechnisch ist die Anlage recht kurios, mag aber durchaus gefallen. Je weiter innen man sitzt, desto ausgeprägter ist das Fahrgefühl bei dem so oder so schon recht seltsamen Fahrablauf.

Riverbank Eye Spy

In der Nähe des Einganges befinden sich die drei Themenbereiche Adventure Land, Storybook Land und Old MacDonald’s Farmyard. Diese drei Bereiche kann man als die bessere Kinderecke in Alton Towers bezeichnen, immerhin gibt es hier interessante und schön gestaltete Attraktionen. Neben einem Karussell und einer Traktorfahrt kann man auf Old MacDonald’s Farm noch die Mack’sche Kanalfahrt Riverbank Eye Spy testen. Diese Fahrt bietet ein ungewöhnliches Feature und kann dadurch als interaktive Themenfahrt angesehen werden, auch wenn leider nicht jeder Knopf funktioniert. Der Squirrel Nutty Ride im Storybookland ist eine schöne Hochbahn mit einem stellenweise recht seltsamen Fahrablauf. Wie auch bei Air sollte man beim Einstieg auf seinem Kopf achten, da man sich doch schnell stoßen kann.

Sonic Spinball

Die letzte Achterbahn in Alton Towers ist dem Knight of the Wind gewidmet. Ursprünglich als Spinball Whizzer eröffnet schreibt sich die Anlage nun ganz dem in England sehr populären Videospielhelden Sonic the Hedgehog aus dem Hause Sega zu. Auch thematisch ist die Wahl durchaus sinnvoll und nachvollziehbar, immerhin haben sehr viele Sonic-Titel eine Verbindung zu dem Thema Flipper. Leider ist die Gestaltung von Sonic Spinball sehr minimalistisch gehalten und die Musik nur im Eingangsbereich der Anlage zu hören, eigentlich schade denn immerhin sind die Titel von Crush40 und Co. schlichtweg genial.

Die Fahrt auf der riesigen Pinballanlage hält was sie verspricht und bietet eine Fahrt die nur von Dragon’s Fury aus Chessington World of Adventures getrumpft werden kann. Als relativ bizarr anzusehen ist der Part vor dem Lifthill der durch seine freigegebene Drehung die Wagen in eine unkonservative Ausgangslage vor dem Lift bringt. Der restliche Fahrtablauf ist rasant und manchmal recht abrupt, was gerade dem Teil nach dem großen Immelman Turn zu gute kommt. Erstaunlicher Weise ist die Abfertigung der Anlage sehr flott, was einem nach Tarantula aus dem spanischen Parque de Atracciones de Madrid verwundert und einen zu mehreren Fahrten am Stück einlädt.

Bilder Alton Towers

Fazit Alton Towers

Alton Towers ist einer der besten europäischen Freizeitparks und kann durch seine wunderschöne Lage überzeugen. Die Wege die man während des Besuchstages hier absolviert reichen in ihrer Gesamtheit zwar nicht an einem Besuch im niederländischen Park Efteling heran, was jedoch auch durchaus vorteilhaft sein kann – auch ohne diesen Rekord ist man doch ganz schön weit unterwegs. Im nächsten Jahr wird mit SW7 der X-Sector glücklicher Weise aufgewertet, da sich der Weg in diese Sackgasse zwar lohnt, aber nicht immer einen Sinn ergibt.

 

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Hansa Park, da scheint die Sonne

Hansa Park

Superrollercoaster Nessie

Betritt man den Hansa Park durch den, wieder einmal gewachsenen, Themenbereich Hanse in Europa ist die erste Attraktion auf die man, abgesehen von einem kleinen Karussell, trifft der Superrollercoaster Nessie, im Folgenden schlichtweg Nessie genannt. Die 1980 eröffnete Schwarzkopf Achterbahn ist nicht nur die erste stationäre Achterbahn mit einem Looping in Deutschland, sondern auch eine der beiden Einstiegsachterbahnen schlechthin in Norddeutschland.

Dabei ist Nessie nicht so harmlos wie sie von Außen her andeutet, denn die Kräfte die sie während der Fahrt aufweist überragen so manch einen süddeutschen Megacoaster um Welten. Hier wird nicht nur der Looping so durchfahren, wie es sich gehört, man verspürt auch eine der ausgeprägtesten Airtimemomente einer Achterbahn in Deutschland, zumindest im hinteren Teil des Zuges.

Dünenexpress Rasender Roland

In direkter Nähe bzw unter und über Nessie zieht der Dünenexpress Rasender Roland seine Runden. Diese Kinderachterbahn aus dem Hause Vekoma ist eine ideale, wenn auch etwas grenzwertige, Einsteigerachterbahn. Leider weißt der etwas längere Rollerskater keine Einzelbügel auf, welche sich recht positiv auf den Fahrkomfort ausüben und nicht so ein riesiges Spiel haben wie die Standardbügel.

Space Race

Etwas versteckter am Parkrand gelegen befindet sich mit dem Indoor-Autoscooter Space Race eine sehr ungewöhnliche, gar besondere, Anlage dieses Typen. Während der Fahrt gilt es nun einzelne Planeten anzufahren und per Buzzer im Wagen einzusammeln. Während des Spiels wird die Zeit gemessen und der schnellste Spieler gewinnt das Rennen.

Wellenreiter

Neben dem Gebäude des Weltraumrennens befindet sich die HUSS Troika Wellenreiter. Der Fahrablauf der Anlage ist rasant, wenn auch leicht monoton und wird durch das bis auf die Grenze ausgenutzte Lichtraumprofil aufgewertet. Die im letzten Jahr neu lackierte Anlage weckt die Hoffnung darauf das auch andere Anlagen wie die Wildwasserbahn oder Nessie irgendwann im neuen Glanz erstrahlen können.

Baracuda Slide

Mitten im Nichts platziert findet sich die Wellenrutsche Baracuda Slide aus niederländischer Produktion. Sofern man nicht den Anspruch hat sich zu duellieren empfiehlt sich eine Fahrt zu zweit, da man doch recht ordentlich mit dem Schlauchboot abheben kann. Es wäre schön zu sehen, wenn diese Anlage nicht mehr die Einzige weit und breit wäre und sich gegebenenfalls mit einer Holzachterbahn kreuzt, denn wenn man einem Trend folgen sollte dann bitte diesem.

Crazy Mine

Die Wilde Maus Crazy Mine aus dem Hause Maurer Söhne, die sich hier dem Leitthema einer wilden Minenfahrt gewidmet hat, ist eine bemerkenswerte Anlage, die aber im Laufe der Zeit einige Einbußen erleiden musste. Dabei kam nichts verloren, nur durch die erhöhten Sicherheitsvorrichtungen, seien es die Treppen oder das Schild, welches vor der ersten fiesen Bremse warnt, wirkt die Anlage überladen und keineswegs mehr so stimmig wie zuvor.

Schlange von Midgard

Wo im letzten Jahr noch eine Baustelle vorherrschte zeigt sich die Schlange von Midgard nun in einem stimmigen Gesamtbild. Die von Gerstlauer gebaute Anlage kann fahrtechnisch absolut überzeugen und wird dank dem Wasserfall erneut aufgewertet. Die Story selbst fällt in ihrer vollendeten Version bei weiten nicht mehr so nervtötend, aber immer noch kapazitätslindernd, aus. Die Schlangenanimatronic, oder was es auch immer sein soll, im Außenbereich sollte am Besten entfernt werden, immerhin passt sie weder qualitativ noch aus Storygründen ins Gesamtbild.

Torre del Mar

Der Torre del Mar, welcher leider den benachbarten Fahrstuhl aus dem Hause Maurer Söhne, übertrumpft, ist eine Anlage die ich jahrelang als bestenfalls öde bezeichnen konnte, sofern man sie nicht rückwärts fuhr. Der Geschmack scheint sich nun aber so entwickelt zu haben, dass ich die Anlage als gut empfinde, obwohl sich gar nichts an ihr geändert hat. Das Abklingen des Star Flyer Konzepts aus dem Hause Funtime in Europa mag sich positiv darauf auszuwirken.

Power Tower Montezuma

Der Power Tower Montezuma wurde in diesem Jahr ein neues Fahrprogramm spendiert, aber auch der Soundtrack ist nun ein anderer. Die Kräfte während der Fahrt sind nun deutlich ausgeprägter, was dem Prototypen auch wirklich gut tat. Zwar war die Fahrt zuvor auch um einiges besser als die des Power Towers El Desafio aus dem spanischen Isla Magica, nun trennen die Anlage aber Welten.

Rio Dorado

Mit Rio Dorado hat man sich die größte Version einer Spinning Raft Anlage aus dem Hause White Water West in den Park gestellt und  sie glücklicher Weise schön gestaltet. Die Fahrt selbst bietet neben einer Fußmassage, am Anfang und am Ende der Fahrt, einen schön langen Rutschteil, wo man bei guter Beladung auch eine ausgeprägte Drehung erreichen kann, und einen Raftingteil gegen Ende der Fahrt, wo nun eine der Kanonen regelmäßig abgeschossen wird und mit etwas Glück einige Fahrgäste befeuchtet.

Der Fluch von Novgorod

Der Grund für viele Freizeitparkfans in den Hansa-Park zu kommen liegt im russisch andeutenden Parkteil und nennt sich Der Fluch von Novgorod. Da am Besuchstag nur mit drei Wagen gefahren wurde bildeten sich hier eine recht lange Schlange, die sich auf Grund der wirklich schlechten Neuplatzierung der Reiheneinteilung auch einfach mal minutenlang gar nicht bewegt.

Die Fahrt auf Fluch von Novgorod beginnt mit einem kleinen Ständchen des Geist Rurik, welches sich bei mehreren Fahrten schnell als Ohrwurm einprägt. Es folgt ein weiterer Raum wo man mit dem Siegel des Wolfes Bekanntschaft macht, worauf man auf den anschließenden Achterbahnteil von Fluch von Novgorod losgelassen wird. Nach einem 90° Drop folgt der, für LSM erstaunlich kraftvolle, Launch, woraufhin man das Gebäude in einer Kurve verlässt um dann auf dem Hügel gut dosierte Airtime zu erfahren, welche in der ersten Reihe intensiver daherkommt. Der Buchtknoten ist der unangenehmste Teil der Fahrt auf Fluch von Novgorod, da man des Öfteren Bekanntschaft mit den Schulterbügeln macht, welcher in einer perfekten Heartlineroll mundet. Nach einer Bremsung erklimmt man den 90° steilen Lifthill, wo man zwischenzeitlich angehalten wird nur um zu erfahren das Wolkov noch lebt, um anschließend 97° zu fallen. Nach einer Steilkurve folgt die stückweise Bremsung um dann wieder auf Stationsniveau zu erklimmen und von einer Vogelscheuche ausgelacht zu werden, einer der wenigen Effekte die noch funktionieren.

Der Fluch von Novgorod ist eine gute Achterbahn, mehr aber auch nicht. Die Story, die die Anlage versucht zu erzählen, ist gelungen, hinterlässt aber ein offenes Ende, was nicht gerade zufrieden stellend ist. Der Weg zum Ausgang vom Fluch von Novgorod weißt neben einer Rutsche auch noch ein Labyrinth auf, wo sich die meisten Passanten erschrecken nur weil man einfach so in der Gegend rumsteht.

El Paso Express

Wieder am Tageslicht muss man sich thematisch umgewöhnen, da man sich nun in Mexiko befindet. Hier findet sich im direkter Nähe zum Shop der BHS Metroliner El Paso Express. Die Fahrt in einer doppelten Bayernkurve ist im eingeklappten Zustand der Wagen bei den Richtungswechsel arg gewöhnungsbedürftig, macht ansonsten aber durchaus Spaß. Die kleinen mexikanischen Witze blieben am Besuchstag leider verwehrt.

In der Arena Plaza del Mar läuft in diesem Jahr die Varieté Show City Dreams 2012, welche im Gegensatz zum Phantasialand oder Europa-Park nicht versucht hat mich einschlafen zu lassen bzw. es geschafft hat. Die Show besteht im Grunde nur aus vier Nummern, wobei sich zwei derartig ähnlich sind, das man doch lieber auf eine verzichten sollte. Besonders erwähnenswert sind die chinesischen Artisten, welche in ihrer ersten Nummer an zwei Pfeilern turnten und in der zweiten Nummer durch Ringe sprangen.

Wildwasserbahn

Die Wildwasserbahn des Parks hat eine optische Neuerung erhalten, diese jedoch nicht bei der eigentlichen Fahrt. Am Ausgang der sanierungsbedürftigen Anlage befindet sich nun eine einladende Lounge, statt eines einzigen Photoverkaufs. Dieser ist auch weiterhin vorzufinden, nur in einer deutlich kleineren und ansprechenderen Version. Gleichzeitig wurde die Photoqualität im ganzen Park angehoben.

Super Splash

Etwas abseits wartet die Wasserbahn Super Splash auf seine Fahrgäste. Diese Anlage soll in naher Zukunft umgestaltet werden und so kann man schon erste Hinweise auf die spätere Gestaltung entdecken. Die Fahrt selbst ist einfach nur überragend und kann bei richtiger Beladung der Boote einen sehr hohen Nässegrad aufweisen, den man so leider eher selten in Europa vorfindet.

Fliegender Hai

Der Fliegende Hai ist einer der leider selten gewordenen HUSS Ranger. Am Fahrablauf wurde auch in diesem Jahr leicht gewerkelt und so wird der erste Richtungswechsel etwas früher eingeläutet. Der darauf folgende Teil der Fahrt ist Überschlagsreich und kann durch die weicheren Bügel sehr überzeugen.

Navajo Trail

Eine der Gründe in den Hansa Park zu gehen ist der Navajo Trail. Als Hochseilgarten rundet dieser das Angebot des Hansa-Parks ab und kann durch seine Länge, jedoch nicht unbedingt durch seinen Schwierigkeitsgrad, durchaus überzeugen.

Spanische Glocke

Sehr selten und mal wieder defekt zeigt sich die Schwarzkopf Dschunke Sturmvogel der Öffentlichkeit. Auf eine ähnliche Weise funktionstüchtig präsentierte sich die Glocke im späteren Verlauf des Tages, da das Podium, welches zum Ein- und Aussteigen dient, keinen sicheren Tritt mehr zuließ. Die Glocke selbst ist eine wirklich gute Schaukel, da sowohl Drehung, als auch Ausschwung perfekt abgestimmt wurden. Zwar reicht das Fahrgefühl nicht an eine Zamperla Giant Discovery heran und ist eher vergleichbar mit einer Mondial Revolution, aber sie ist besser als das Pendant von HUSS, was ja auch nicht sonderlich schwer ist.

Bilder Hansa Park 2008 – 2012

Fazit Hansa Park

Der Hansa Park hat es in diesem Jahr wieder geschafft zu gefallen, auch wenn der Eintrittspreis mal wieder gestiegen ist. Es wäre schöner und auch angebrachter wären die Preise auf einem ähnlichen Niveau wie beim Nigloland in Frankreich, der ein ähnliches Angebot aufweisen kann, aber dafür müsste man zwei Jahre in die Vergangenheit reisen. Sollte der Park in entfernter Zukunft all seine Projekte abgeschlossen haben und die Bahnen so gut pflegen wie seine Grünanlagen, so kann der Hansa Park sicherlich einer der besten Parks Europas werden.

 

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Eine positive Überraschung im Europa-Park

Europa Park

Wie erwartet war der Europa Park am heutigen Feiertag etwas voller. Leider stellte sich das schon an den Kassen heraus, so dass ich erst gegen 10 Uhr den Park betreten konnte. Nachdem ich die erste Hürde inmitten herumstehender Franzosen überwunden hatte, konnte auch schon der Weg zur großen Achterbahnneuheit des Jahres Wodan – Timbur Coaster eingeschlagen werden.

Vorbei an den Themenbereichen Schweiz und England ging es gleich weiter nach Russland und Luxemburg, wo es neben der vorteilhaften Monorail, die immerhin eine Station im Themenbereich Island hat, die Drehschau Historama, die kleine Themenfahrt Schlittenfahrt Schneeflöckchen sowie die Drehgondelachterbahn Euromir zu fahren gibt.

Historama

Das Historama ist eigentlich eine tolle Attraktion, immerhin kann man hier einiges über die Gründerfamilie Mack und ihre Geschichte erfahren. Aber der erste Raum ist einfach – wie so vieles im Europa Park – viel zu überladen. Der letzte Raum hingegen ist sehr nackt und zeigt die Selbstbeweihräucherung der Familie. Natürlich kann man stolz auf die eigene Lobbyarbeit sein, aber es hinterlässt einen sehr faden Beigeschmack, weshalb man diese Attraktion tunlichst meiden sollte.

Schlittenfahrt Schneeflöckchen

Die Schlittenfahrt Schneeflöckchen ist dagegen ein absolutes Muss. Obwohl Bench – The Ride eigentlich sehr gut sichtbar ist, geht sie leider im russischen Themenbereich etwas unter. Die Fahrt selbst ist trotz ihrer unscheinbaren Erscheinung eine der besten Themenfahrten des Parks und sollte daher von jedem Besucher einmal ausprobiert werden. Der ohrwurmtaugliche Soundtrack unterstreicht die fröhliche Atmosphäre der Anlage wirkungsvoll.

Euro-Mir

Ein ähnliches Erlebnis bietet der Prototyp des Spinning Coaster von Mack, die Achterbahn Euro-Mir. Diese Achterbahn ist eine bemerkenswerte Anlage, denn dank Trommellift und einigen Blöcken ist die Kapazität hoch genug, um die Warteschlange ständig in Bewegung zu halten, zumindest wenn es zwischendurch keine Probleme gibt. Die Fahrt ist kraftvoll und wenn man das Glück hat, den zweiten Teil rückwärts fahren zu können, wirklich genial. Die zum Ende hin immer enger werdenden Kurven bilden ein rasantes Finale, wie man es leider nur selten findet.

Whale Adventures

Mit der Monorail auf Island angekommen, kann man eine der größten Untaten des Parks bewundern. Wie man auf die Idee kommen konnte, die Außenkanonen der interaktiven Wasserfahrt Whale Adventures abzubauen, bleibt mir eines der größten Rätsel überhaupt; schließlich will man als Fahrgast ja nass werden. Die Beliebtheit der Attraktion hat zumindest einen großen Einbruch erlitten, schließlich ist die Fahrt nur noch für die kleinsten Parkbesucher interessant.

Wodan – Timbur Coaster

Im Hintergrund glänzt eine Achterbahn, die leider erst in diesem Jahr das Prädikat „neu“ erhalten hat, denn eigentlich hätte es schon längst eine Holzachterbahn im Europa Park geben müssen. Wodan – Timbur Coaster heißt dieses Schmuckstück aus dem Hause GCI, wobei der Untertitel Timbur Coaster natürlich absoluter Quark ist. Obwohl ich eigentlich keine Erwartungen an Wodan hatte, war ich von der Fahrt positiv überrascht.

Wodan ist im Gegensatz zu den meisten anderen GCI-Attraktionen kein echter Twister, sondern eine Mischung aus Out & Back Coaster (geradliniger Verlauf mit einigen Hügeln) und Twister (Kurven, Baby!) und somit eine Mischung, die nicht jedermanns Sache ist und vor allem die Twister-Fan-Fraktion enttäuschen wird. Fans des gepflegten Out & Back Layouts kommen auf Wodan aber definitiv auf ihre Kosten.

Immerhin steht man nicht wie bei Eftelings Joris en de Draak auf unebenem Terrain irgendwo zwischen den Holzachterbahnen, sondern auf einem gut ausgebauten Holzweg, durchquert einige schöne Höhlen, die verschiedenen Themen der nordischen Mythologie gewidmet sind und marschiert unter der großen Helix am Anfang der Fahrt hindurch. Das Merkwürdige daran ist, dass hier noch nichts bekritzelt ist.

Nachdem man sich endlich eingeteilt hat, kann die Fahrt auf Wodan auch schon losgehen, wobei schon die Fahrt zum Lift ein echtes Highlight ist. Hat man diesen erklommen, geht es nach einem unerwartet hohen Drop mit voller Wucht in die erste Kurve, um dann ziemlich steil in den eigentlichen ersten Drop entlassen zu werden. Die folgenden Kurven, Tunnel, Hügel und Täler auf Wodan sind ein Traum, allerdings wird der Fahrspaß durch eine eher misslungene Stelle im Layout kurz unterbrochen, um dann in die letzten Kurvenkombinationen entlassen zu werden. Das Ganze wird auf Wodan mit einer Brachialgewalt hingelegt, die ich so im Europa Park nicht mehr erwartet hätte, die konstant hohe Geschwindigkeit tut ihr Übriges dazu.

Wodan ist keine perfekte Holzachterbahn, aber eine der besten, die ich bisher gesehen habe. Sie schlägt den oft gelobten Twister Troy im Schlaf, kommt aber nicht an Joris en de Draak Water heran. Auch im nationalen Vergleich hinkt sie dem Koloss aus der Lüneburger Heide hinterher, in Süddeutschland ist sie aber absolute Spitze, was bei dem einzigen Konkurrenten auch ziemlich leicht ist.

Blue Fire Megacoaster

Da ich vor drei Jahren den benachbarten Blue Fire Megacoaster heftig kritisiert hatte, war es an der Zeit, eine weitere Fahrt zu wagen, um diese Kritik gegebenenfalls zu aktualisieren. Wie immer wollte es der Zufall, dass ich in der zweiten Reihe saß und somit eine optimale Vergleichsbasis hatte und zu meiner Überraschung hat sich einiges geändert.

Der Darkridepart ist immer noch absoluter Nonsense, zumindest gibt es jetzt eine Animatronik, die einem sagt, dass etwas schief läuft. Der Abschuss hat an Intensität zugenommen und ähnelt nun mehr dem Abschuss eines Vekoma Launched Coasters und nicht mehr dem des Motocoasters der holländischen Firma. Dementsprechend wird auch der folgende Teil nicht mehr so langsam durchfahren und man kann endlich erahnen, dass der Looping auch ein Looping ist. Der Teil nach der Blockbremse ist aber nach wie vor nicht gerade berauschend. Die Corkscrews werden immer noch zu schnell durchfahren, schließlich wäre hier Hangtime sogar von Vorteil, die Kurven die in die immer noch misslungene Rolle einleiten sind irgendwie blöd und so ist man doch froh irgendwann wieder in der Station zu sein.

Blue Fire ist eine nette Achterbahn für zwischendurch, das war’s dann aber auch schon, den Hype um die Bahn kann ich zumindest immer noch nicht verstehen und werde es wohl auch nie. Die eigentliche Attraktion neben Wodan in diesem Bereich ist und bleibt daher das Café in unmittelbarer Nähe zur Blue Fire.

Tiroler Wildwasserbahn

Über Portugal mit seiner vermeintlichen Spillwater-Imitation Atlantica Supersplash, wo ich aus Zeit- und Lustmangel auf eine Fahrt verzichtete, ging es nach Österreich, um endlich nass zu werden. Die Tiroler Wildwasserbahn ist eine der besten Wildwasseranlagen Europas und durch die erste Schussfahrt auch definitiv eine sehr nasse Wildwasserbahn. Das Alter der Anlage merkt man ihr in keiner Weise an und so rast man im wahrsten Sinne des Wortes durch den Kanal, ähnlich wie bei der Wildwasserbahn 1 im Heide-Park. Es ist schön zu sehen, wenn sich Parks um ihre Anlagen kümmern und diese gegebenenfalls erneuern.

Alpenexpress Enzian

Der Powered Coaster Alpenexpress Enzian teilt sich eine Grotte mit der Wildwasserbahn und einem Walkthrough durch die Zauberwelt der Diamanten. Die Anlage selbst hat es in sich und ist wie die anderen Attraktionen in der Grotte allein schon wegen des Duftes eine Fahrt wert. Dass der Park auch etwas von Fahrgeschäften versteht, zeigt der Wellenflieger nebenan, der ausnahmsweise mal nicht auf Sparflamme läuft.

Jungfrau Gletscherflieger

Apropos Fahrgeschäft: Die beste Anlage im Europa Park befindet sich im Schweizer Themenbereich und heißt Jungfrau Gletscherflieger. Dieses einzigartige Fahrgeschäft ist dem Zierer Drachenflug nicht unähnlich, bietet aber deutlich mehr Komfort und Fahrspaß und kann vor allem bei der ebenerdigen Fahrt mit einem hohen Schwunggrad aufwarten. Da bei den meisten Rundfahrgeschäften die Wartezeit gegen Null geht, sollte man hier unbedingt die eine oder andere Fahrt wagen.

Schweizer Bobbahn

Die Schweizer Bobbahn im gleichen Themenbereich ist trotz ihrer originellen Gestaltung keine wirklich gute Achterbahn, was bei einem Prototyp in gewisser Weise noch verständlich ist. Für das Familienpublikum im Europa Park, das sicherlich noch keine andere Achterbahn gesehen hat, ist sie aber sicherlich ausreichend. Der schön gestaltete Innenhof und die allgemeine Gestaltung der Bahn können jedoch überzeugen.

Matterhorn Blitz

Vor drei Jahren war die erweiterte Wilde Maus mit Vertikallift Matterhorn Blitz meine 100. Achterbahn, ein Umstand, mit dem ich nicht sehr zufrieden war. Da aber mein Respekt vor Wilden Mäusen von Jahr zu Jahr gewachsen ist und ich die todgebremste X-treme Racer im Legoland Billund kennengelernt habe, muss ich zugeben, dass die Bahn durchaus eine Fahrt wert ist. Leider entspricht das Layout nicht dem Standardlayout und es fehlt ein gewisser Wahnsinn wie man ihn bei Gerstlauer oder Maurer Söhne findet, aber eine Fahrt kann man bedenkenlos wagen, auch wenn man es sich bei einer gewissen Warteschlangenlänge überlegen sollte.

Eurosat

Im französischen Themenbereich befindet sich die mit Abstand beste Achterbahn des Europa Parks, die Dunkelachterbahn Eurosat. Durch die immense Kapazität steht man selbst bei vollem Betrieb nie wirklich lange an. Die Fahrt selbst ist sehr kraftvoll, wenn auch etwas holprig und mit einigen starken Rucklern versehen. Die Kurvenkombinationen sind manchmal so gewunden, dass es nur gut sein kann. Die größte Neuerung sind die Magnetbremsen, die den Zug mit einer solchen Wucht und ohne akustische Vorwarnung zum Stehen bringen, dass es schon an Wahnsinn grenzt und die Bahn in ihrer Charakteristik noch einmal wirkungsvoll unterstreicht.

Universum der Energien

Das Universum der Energien ist die schönste Themenfahrt im Europa Park. Sie versteckt sich unter der Achterbahn Eurosat. Die Fahrt ist in sich stimmig und zum Glück nicht so gnadenlos überladen wie andere Themenfahrten im Park, was der Dinofahrt sehr zugute kommt.

Silver Star

Eine der diesjährigen Neuerungen findet sich in der Mercedes Benz Ausstellung, wo man sich erfreulicherweise dazu entschlossen hat, die Wände mit neuen Motiven zu gestalten. Um das ganze Thema endlich mal französischer zu machen, ziert nun der Rennfahrer Michel Vaillant die Halle, leider wurde auf den kultigen Intro-Song der Zeichentrickserie verzichtet, was zumindest Silver Star gut zu Gesicht gestanden hätte.

Die von Bollinger & Mabillard gebaute Anlage sieht von außen ganz gut aus, punktet mit Höhe und Geschwindigkeit, kann aber ansonsten nicht viel. Der Fahrkomfort ist leider nicht so gut wie bei den Anlagen von Intamin in dieser Höhe und es kommt zu nervigen Vibrationen in den Tälern. Die Floating Airtime ist leider auf einem sehr niedrigen Niveau, zumindest hatte ich sie etwas ausgeprägter in Erinnerung und die letzten Kurven machen die Bahn auch nicht besser, so dass die Anlage der schwächste Coaster dieses Herstellers in Deutschland ist.

Magic Cinema

Im Magic Cinema gibt es dieses Jahr einen neuen Film zu sehen, der mutigerweise eine Eigenproduktion ist und von einem Animationsstudio aus Hannover stammt. Die Geschichte ist kindgerecht und scheint mit ihren Effekten perfekt auf das französische Publikum zugeschnitten zu sein, schließlich habe ich noch nie so viele Menschen bei so etwas Vorhersehbarem erschrecken sehen.

Die Animation des Films hat mich positiv überrascht, eine solche Detailtreue erwarte ich nur von wenigen Firmen, nur an einer Stelle hätte ich mir etwas mehr gewünscht, denn zumindest ich konnte kaum einen Unterschied zwischen vor und nach dem Eintauchen ins Wasser erkennen, dabei sollten gerade Tiere vor Wasser nur so triefen. Die 3D-Effekte werden in einer Reinheit geboten, wie ich sie teilweise noch nie in einem Freizeitpark gesehen habe. Der kindgerechte Humor ähnelt sehr dem, mit dem man vor allem in Dänemark konfrontiert wird, was sehr schade ist. Es gab eine Stelle mit einem flachen Witz, über den nur ich lachen konnte, was wie bei den neuen Muppet-Filmen eher gegen das Publikum als gegen die Art des Humors spricht. Hier hätte ich mir mehr gewünscht. Eine Stelle, auf die man besser hätte verzichten können, ist die Stelle mit der Euromausi und dem Kommentar über die Männer, überhaupt hätte man auf die Euromausi in dem Film verzichten können, denn außer dass sie da ist, macht sie nichts. Positiv hervorzuheben ist neben der Synchronstimme der Euromaus, dass Böckli eine der tragenden Rollen im Film darstellt, immerhin ist er das beste Maskottchen des Europa Parks, sowie der Kommentar über die Holzachterbahn Wodan.

Piccolo Mondo und Geisterschloss

Im italienischen Themenbereich findet man neben der letztjährigen Neuheit auch zwei Themenfahrten. Die kleine Italienfahrt in Piccolo Mondo ist gut gemacht, durch den hohen Kitschanteil wieder etwas zu kitschig, für zwischendurch ist die Fahrt zumindest ganz nett. Die große Themenfahrt Spukschloss gleich nebenan bot einen Live-Grusler in der Queue, ansonsten war es das mit dem Gruseln. Die Anlage kann weder als Themenfahrt noch als Geisterbahn überzeugen, alles ist gnadenlos überladen und einfach nicht schön anzusehen. Dass man die Anlage durch den kleinen Horrorladen verlässt, macht die Bahn auch nicht besser, gibt aber eine Idee zur Umgestaltung der Anlage, denn Audrey II würde sich sicherlich über Essen am Fließband freuen.

Pegasus, Poseidon und Fluch der Kassandra

Ein Bereich, den man am besten erst am späten Nachmittag besucht, ist der des Sorgenkindes der EU: Griechenland. Hier findet man neben der Hexenschaukel Fluch der Kassandra, dem Darkride Expedition Atlantis auch die beiden Achterbahnen Pegasus und Poseidon.

Pegasus selbst war früher die Achterbahn mit dem meisten Airtime im Europa Park, drei Jahre später war ich überrascht, dass davon nichts mehr zu spüren war. Generell hat sich der Zustand der Anlage nicht gehalten und so war die Fahrt im Gegensatz zum neueren Carrecaminos Bip Bip aus dem spanischen Parque Warner sogar leicht ruckartig.

Poseidon ist nach wie vor der Inbegriff einer Wasserachterbahn. Eine tolle, wenn auch an manchen Stellen grenzwertige Streckenführung und Schussfahrten, bei denen man mit etwas Glück auch nass werden kann, runden das Erlebnis ab. Die Inszenierung der Anlage und die Möglichkeit, sich wie bei Atlantika Supersplash in eine Soakzone zu stellen, ist nach wie vor vorbildlich.

Dass man sich eine Fahrt in einer Hexenschaukel auch mit von allen Seiten plappernden Spaniern versauen kann, hat sich im Parque Warner gezeigt, dass dafür aber auch drei vorpubertäre Mädchen ausreichen, ist schade und zeigt wieder einmal, dass die Jugend absolut verwöhnt ist. Eine solche Attraktion besucht man eigentlich nur wegen einer Sache: der Story und der Musik. Da die Story beim Fluch der Kassandra leider sowieso untergeht, sollte man wenigstens die Musik genießen können.

Bilder Europa Park

Schlusswort

Der Europa Park ist und bleibt einer der besten europäischen Freizeitparks, dass ich dieses Jahr keine Show besucht habe, liegt eigentlich nur daran, dass die einzige Show, die mich interessiert hat, erst Ende des Monats mit Ornella de Santis Premiere hat. Besonders erwähnenswert ist der Umgang mit den Parköffnungszeiten des Parks, an keinem einzigen Besuchstag musste man den Park eine Stunde nach der ursprünglichen Schließung verlassen, was in den meisten anderen Freizeitparks weder möglich noch üblich ist.


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