Das Vermächtnis der Dinocittà

Die Geschichte der Cinecittà World

Die Historie des Filmstandorts Rom reicht bis ins Jahr 1937 zurück, als hier die Filmstadt Cinecittà gegründet wurde. Ausgestattet mit den damals modernsten Ateliers Europas, einem Backlot und einer Kopieranstalt, wurden bis zum Jahr 1943 gut 300 Filme produziert. Bombardiert von den Alliierten und von den Nazis geplündert wurde die Filmproduktion nach Venedig verlegt. Nach Kriegsende diente die Filmstadt zwei Jahre lang als DP-Lager, ehe die Filmproduktionsstätte zu ihrem eigentlichen Nutzen zurückfand. In den 50er Jahren erlebten die Cinecittà Studios ein goldenes Zeitalter, wohl auch durch die Filmförderung des italienischen Staates, und diente als Filmstätte bedeutsamer Hollywoodfilme wie z.B. Ben-Hur.

Auf Grund stetig steigender Nachfrage und begrenzter Studiokapazitäten gründete der Produzent Dino de Laurentiis, mit der Dinocittà, das damals größte Filmstudio der Welt, ebenfalls im Süden der italienischen Hauptstadt. Hier entstanden vor allem historisch-monumentalische Filme wie Barabbas (Italien 1961, Richard Fleischer), Waterloo (Italien/UdSSR 1969, Sergej Bondartschuk) und John Hustons Mammutwerk La Bibbia (Italien 1966). Auf Grund der Anfang der 70er Jahre zurückgefahrenen Subventionen konnte sich das Filmstudio jedoch nicht lange halten und so wurde im Jahr 1973 das Gelände an den italienischen Staat verkauft. Dino de Laurentiis produzierte fortan in den Vereinigten Staaten und die Dinocittà blieben ungenutzt; obgleich nicht vergessen. Pläne Anfang der 2000er Jahre die Studios unter dem Namen Roma Studios zu führen wurden rasch verworfen und die Cinecittà Holding übernahm das Gelände.

Ursprünglich für das Jahr 2012 geplant eröffnete der Filmpark Cinecittà World im Sommer 2014 zum ersten Mal seine Pforten. Unbezahlte Rechnungen und mangelnde Besucher, trotz der erstaunlicher Weise mal nicht zu hoch gegriffenen 1.5 Millionen anvisierten Besucher, ließen den Park schnell in einem negativen Licht dastehen. Kurzfristige Absagen von saisonalen Events und der geplanten Winteröffnung sorgten zudem schnell für Zweifel, ob der Park jemals wieder öffnen würde. Nach einer Umstrukturierung über die Wintermonate öffnete der Park jedoch pünktlich zu Ostern.

Parkrundgang

Durch ein aufwendig gestaltetes Eingangsportal betritt man den Park direkt in die Cinecittà Street, der Main Street des Parks, inspiriert nach dem New York der 20er Jahre. Obwohl das Set nur generisch angelegt ist, also keinem Film nachempfunden wurde, versprüht dieser Bereich sehr viel Charme, sofern er nicht auf Grund mangelnder Besucher wie eine Geisterstadt wirkt. Die Gestaltung ist im Allgemeinen sehr hochwertig und mit allerhand Details bestückt, so dass der erste, sowie auch letzte Eindruck des Parks zwangsläufig ein positiver ist.

Aktium

Zur linken der Mainstreet erstreckt sich das Set um Aktium, einem aufwändig gestalteten Super Splash aus dem Hause Mack Rides. Dieser soll die Seeschlacht bei Actium darstellen, in der sich Octavian, der spätere Kaiser Augustus, gegenüber Marcus Antonius und der ägyptischen Königin Kleopatra VII behauptete und sich dadurch die Alleinherrschaft im Römischen Reich sicherte. So gewalttätig besagte Schlacht war, so imposant zeigt sich der Bereich um die Anlage und erneut merkt man, dass in der Cinecittà World mit Qualität geklotzt statt gekleckert wird.

Nachdem man die großzügig ausgelegte Warteschlange hinter sich gelassen hat kann die Fahrt auch gleich beginnen. Ohne großes Vorspiel geht es direkt den ersten Lifthügel hinauf, wo man sich in einer ruppigen Kurvenfahrt dem ersten Gefälle nähert. Dieses verläuft, ähnlich diversen größeren Spillwateranteranlagen, ohne große Spielereien direkt ins kühlende Nass. Eine Wendekurve später klettert das Boot erneut gen Himmel und absolviert ebenfalls eine recht ruppige Linkskurve. Wo sich bisweilen die Anlage für diese Achterbahnart recht untypisch zeigte wird in der zweiten Schussfahrt der wahre Charakter offenbart. Mit ordentlich Schwung passiert man nun ein Tal und hebt auf dem angrenzenden Hügel ein wenig ab ehe man mit dem Wasser in Berührung kommt. Nach etwas Rumgeschippere durch den Kanal erreicht man alsbald die Station und wird unter tosenden Applaus vom Personal verabschiedet.

Aktium ist ein netter Spillwaterersatz, der jedoch die Grenzen dieser Achterbahn zeigt und den Grund offenbart, warum fast alle anderen Anlagen dieses Typs Drehteller anstelle von Kurven für die Wendemanöver nutzen. Abgesehen von den eckigen Kurvenpassagen fährt sich die Anlage ohne sonstige Mäkel, obgleich der Nässegrad gerne etwas höher hätte sein können.

Studio 1

Über den Piazza Dino de Laurentiis mit all seinen Springbrunnen und Fontänen und vorbei am Studio 1, in dem, typisch für Italien, eine Zaubershow stattfand, die bis auf die zeitintensive Gedankenlesenummer (welche nur auf Italienisch dargeboten wurde), sehr professionell inszeniert wurde, jedoch leider nicht ganz so sehenswert war, wie die vergleichbare Show im Movieland Park, geht es zur größten Attraktion der Cinecittà World, der 10-Inversionsachterbahn Altair CCW-0204.

Altair CCW-0204

Vielen ist dieser Achterbahntyp bereits aus dem englischen Freizeitpark Thorpe Park bei London bereits hinreichend bekannt, doch im Gegensatz zu dem einstigen Rekordbrecher, befördert man die Fahrgäste ein wenig schneller und ohne störanfälligen Kettenlift auf die Ausgangshöhe von 33m und schleudert diese dann, nach einem aufregenden Start, in Zügen ohne Schulterbügel durch die Überschlagselemente. Ein wuchtiges Raumschiff dient als überdimensioniertes Stationsgebäude, in dem die Menschheit nach mehr als vier Jahrtausende zur Erde zurückkehrt und sich die Frage stellen muss wer denn nun der Außerirdische ist, die sich hier entwickelten Lebewesen, oder wir, die sie im 22. Jahrhundert verlassen hatten?

Während die Hintergrundgeschichte zu Altair viel Raum für philosophische Diskussionen bietet, so direkt geht es mit dem Wagenverbund, dessen Bügelsystem sehr dem der Wasserachterbahn Divertical im Mirabilandia ähnelt, dem Lifthügel empor. Oben angekommen passiert man recht gemächlich die Kuppe und stürzt sich sogleich gen Boden. Mit ausgeprägter Geschwindigkeit und ebenso ausgeprägten Druck durchfährt man eine steil abfallende Linkskurve, ehe man die erste Inversionsfigur, einem Looping, emporschießt. Diesen durchquert man in gewohnter Intensität, woraufhin sich ein kleiner Hügel anschließt mit etwas Airtime. Im darauffolgenden, etwas tiefergelegten Tal, wird eine Cobra Roll eingeleitet, die ebenso souverän durchquert wird. Nach nun bereits drei Überschlägen wird mit zwei Korkenziehern die Halbzeit der Anlage eingeläutet.  Nach einer weiteren Linkskurve oberhalb der ersten Abfahrt wird die vierfache Herzlinienrolle nach links führend eingeleitet. Durch die freiere Sitzposition absolviert man diese mit leichten seitlichen Überhang und somit dem Gefühl stets herausfallen zu können. Hieraufhin durchquert der Zug eine letzte Linkskurve und im Anschluss die finale Inversion, eine rechtsführende Heartlineroll, hinein in die Bremsen. Im Gegensatz zu Colossus im Thorpe Park ist diese Rolle jedoch ein wenig ernüchternd, da sie sich identisch mit den vorangegangenen Rollen fährt und somit keine Überraschung mehr bietet.

Altair ist eine tolle Achterbahn mit hervorragenden Fahreigenschaften und einer, im Vergleich zum Original deutlich verbesserten, Sitzposition. Jedoch hat auch Colossus seine Stärken, die sich vor allem in der grandiosen letzten Rolle und der besseren Integration in das Gelände widerspiegeln; sie ist schlichtweg fotogener, obwohl auch Altair keinesfalls fotoscheu ist. Der abgeänderte First Drop fährt sich grandios und auch die fehlenden Vibrationen in Looping und der anschließenden Cobra Roll machen die Fahrt, ebenso wie die nicht vorhandene Warteschlange zu unserem Besuchspunkt, zu einem Garanten für Wiederholungsfahrten.

Erawan

Durch die hübsche Westernstadt Ennio’s Creek, benannt nach dem Komponisten zahlreicher Italowestern Scores Ennio Morricone, wo in Laufe der Saison ein Grusel-Walkthrough erziehen soll, und vorbei an den Studios 3,4 und 5 (wobei in Studio 4 ein 4D Kino und in Studio 3 ein Kinderspielplatz erreichtet wurde) geht es in Richtung der imposantesten Anlage des Parks, dem Freifallturm Erawan. Dieser optische Leckerbissen beinhaltet vier Fahrspuren, wobei zwei Spuren pures Fallvergnügen im Stehen bieten und die anderen zwei Spuren ihre Fahrgäste im Sitzen unterhalten. Alle Gondeln werden vor dem Fall nach vorne geneigt, was im Allgemeinen für ein tolles und überragendes Fahrgefühl sorgt. Doch auch abseits der Sonderfeatures ist Erawan ein grandioser Turm. Der reine Fall erreicht dabei ähnliche Qualitäten wie Apocalypse aus dem englischen Freizeitpark Drayton Manor, welcher aus meiner Sicht der beste Freifallturm in Europa ist, nur ist man, durch das Fehlen der urkomischen Stehgondel mit Flur, eine Erfahrung ärmer. Erawan ist zweifelsohne der am besten gestaltete Giant Drop weit und breit und bietet zudem eine grandiose Fahrt, welche man auf keinen Fall verpassen sollte.

Darkmare

Nur wenige Meter von Erawan entfernt befindet sich der Eingang zu Darkmare, der Familienachterbahn des Parks mit einer überaus düsteren Geschichte. Thematisch greift man Dante Alighieris Göttliche Komödie auf, welche in den 50er Jahren in der Studiohalle 2 verfilmt werden sollte. Dabei kam es jedoch zu zahlreichen merkwürdigen Unfällen und schlussendlich einem Brand, woraufhin der Dreh gestoppt wurde; danach passierte nichts.

Nach Jahren des Stillstands wagen wir uns also in die Halle und erleben dabei einen wilden Ritt durch die Hölle, welcher mit einer kurzen Abfahrt in einer Rechtskurve, hinein in den Lifthügel der Anlage beginnt. Dabei fährt man an einem Spiegel vorbei, was zugegebenermaßen ein echt toller Effekt ist. Vorbei an zahlreichen, künstlerisch wertvollen, Projektionen, die allesamt Van Helsing‘s Factory aus dem Movie Park Germany alt aussehen lassen, erreicht man recht zügig die Hallendecke, woraufhin sich der Zug sofort in einer linksführenden Steilkurve gen Boden stürzt. Ohne Rücksicht auf Verluste durchquert man mit einer überragenden Intensität das erste Tal, woraufhin der Zug alsbald an Höhenmeter gewinnt. Nach einem Kurvenwechsel durchfährt man eine enge Abwärtshelix und schlängelt sich in einer Zickzack-Kurvenkombination an das andere Hallenende. Nach einem kurzen Anstieg erreicht man das Freifallsegment, wo sich nun ein Dämon zeigt und seine Flügel um uns legt. Kurz darauf befinden wir uns auch schon eine Ebene tiefer und verlassen vorwärts sehr zügig das Segment. Nun folgt eine enge Linkskurve, an der sich sogleich eine letzte Rechtskurve anschließt. Kurz darauf erreichen wir die Station und werden wieder einmal begeisternd verabschiedet.

Darkmare ist richtig, richtig, verdammt richtig gut! Zwar kann die Anlage im Gegensatz zum Prototypen Th13teen des englischen Freizeitparks Alton Towers keinen lustigen Rückwärtspart nach dem Dropsegment vorweisen, dafür ist aber der Rest der Strecke um ein Vielfaches besser. Darüber hinaus ist die allgemeine Gestaltung der Anlage in ihrem düsteren Comicstil wirklich überragend und die Projektionen einfach nur perfekt. Durch die große und dämonisch gut abgedunkelte Halle wirkt die kompakte Anlage gleich drei Mal so groß wie sie eigentlich ist und die Strecke in gleicher Maßen verlängert. Der freie Fall ist zudem durchaus in Ordnung, kann aber für Erstfahrer bereits etwas zu viel des Guten sein, immerhin geizt die Fahrt ja ohnehin nicht mit ihren Kräften. Wobei man es keineswegs so düster sehen sollte, denn Darkmare ist definitiv die beste Achterbahn der Cinecittà World und eine der besten Achterbahnen des Landes; also eine tolle Fahrt mit sehr hohen Wiederholungsdrang.

Aquila IV

Gegenüber dem Teatro 2 befindet sich das U-Boot Aquila IV, welches in einem deutschen U-Boot Film und in einem Musikvideo der Band Bon Jovi Verwendung gefunden hat. Natürlich handelt es sich dabei nicht um Das Boot, denn das befindet sich weiterhin in der Bavaria Filmstadt unweit von München, sondern um das U-900 aus dem gleichnamigen Film mit Atze Schröder in der Hauptrolle, Yeahhhh!. Zugegebenermaßen haben die Kulissenbauer ihr Handwerk gut gemacht, was die belanglose Führung komplett auf Italienisch sollte konnten wir uns jedoch nicht erklären. Ohne Sprachkenntnisse sollte man Aquila IV also meiden und selbst mit Sprachkenntnissen darf man wirklich nicht sehr viel erwarten, zumal die Wartezeit sehr lang ausfällt. Hingegen ist ein Besuch in einem richtigen U-Boot wirklich empfehlenswert; wir zumindest haben uns zu dem Zeitpunkt sehnlichst in das U-571 der Movieland Studios zurückgewünscht.

SpacExpress

Neben dem SpacExpress, einem Immersive Tunnel von Simworx, welcher jedoch zu unserem Besuchszeitpunkt noch nicht in Betrieb genommen wurde, befindet sich in diesem Bereich noch die Kinderkartbahn Velocità Luce und der Eingang zum Kinderland Sognolabio. Dieses ist quietschbunt gestaltet und bietet einige nette Kinderfahrgeschäfte aus italienischer Produktion, sowie einen äußerst nervtötenden Soundtrack, wie auch ein nett gestaltetes Splash Battle

Bilder Cinecittà World

Fazit Cinecittà World

Die Cinecittà World ist ein durchaus guter Vergnügungspark, welcher sich Qualität zur obersten Devise setzen ließ; hier ist weder die Gestaltung, noch sind die Fahrgeschäfte von minderer Qualität. Leider fehlt bisweilen noch etwas die Quantität, denn einen ganzen Tag im Park schafft man wohl nur, wenn man sich tatsächlich jede einzelne Show anschaut, gemütlich in einem der Restaurants isst und ohne Probleme Mehrfachfahrten absolvieren kann. Der Movieland Park zeigt ja wie es geht, bei der Cinecittà World steht die eigene Professionalität doch noch etwas im Weg. In keinem anderen italienischen Park konnte man so viel Personal antreffen wie hier, weder in den Shows noch bei den Attraktionen. Das erzeugt zwar ein gutes Image, ist bekanntermaßen jedoch etwas teurer als die Ein-Personen-Bedienung des Mirabilandias. Zudem setzt man bei der Cinecittà World auf etwas was man kennt und in zahlreichen Filmparks bzw. Filmstudios mit geführten Touren auch Anwendung findet, ob man dabei jedoch auf der richtigen Schiene fährt ist fraglich; denn bisweilen zeigt man ja eigentlich nur größere generische Sets ohne tatsächlichen Filmbezug mit passend eingebetteten Attraktionen. Ein größerer Bezug auf eigene Produktionen wäre daher ratsam, dabei muss man nicht zwangsläufig das gedachte Konzept aufgeben. Ich bin gespannt wie sich der Park in den nächsten Jahren entwickelt, denn er hat Potential und bietet schon jetzt verdammt viel Qualität; ein Zustand den man anderen Parks um Rom gerne wünschen würde.


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Auf Dragon’s Fury durch Chessington South

Vorwort

Wer einen Merlin Jahrespass für England bestellt, muss diesen auch in einer Attraktion der Gruppe abholen und auch bei dieser Attraktion bestellt haben. Nun sind die Merlin Attraktionen im Vereinigten Königreich von einer recht hohen Qualität, so dass die Auswahl eines geeigneten Startpunktes durchaus schwierig sein kann. Beschränkt man sich auf den Großraum London, so gibt es allein dort drei Freizeitparks der Gruppe und eine Vielzahl kleinerer Touristenattraktionen. Die aus meiner Sicht beste Wahl ist der Freizeitpark Chessington World of Adventures, der nicht nur sehr gut erreichbar ist, sondern mit den Achterbahnen Dragon’s Fury und Vampire auch zwei äußerst spaßige Anlagen im Park hat.

Chessington World of Adventures

Betritt man den Park durch das Lodge Gate in der Nähe des Bahnhofs Chessington South, befindet man sich sofort im Zoobereich des Tier- und Freizeitparks. Wendet man sich nach rechts, kann man Otter bei ihrem Treiben beobachten und gelangt in das 2011 eröffnete Wanyama Village and Reserve. Dieser Bereich besteht im Wesentlichen aus einer riesigen Steppe und einigen kleineren Gehegen, wie zum Beispiel dem Erdmännchengehege. Im nächsten Jahr wird dieser Bereich des Parks um die Zufari Safari Tour erweitert.

Nahtlos an das Wanyama Village schließt sich der Monkey & Bird Garden an, in dem einige größere Vögel und kleinere Affen zu bewundern sind. Interessant ist hier der Monkey Walkthrough, bei dem ein Mitarbeiter eine kleine Gruppe herumführt und auf die Tiere im Freigehege eingeht.

Auf dem Weg zum restlichen Zoogelände in Chessington World of Adventure empfiehlt sich ein Besuch im örtlichen Sea Life Center, das mit einer Vielzahl interessanter Aquarien aufwarten kann. Es handelt sich hierbei um eines der größeren Sea Life Center der Gruppe, ähnlich dem Sharkbait Reef im Alton Towers Freizeitpark. Im Gegensatz zu den kleineren Sea Life Centern in Deutschland kann man sich hier problemlos etwas länger aufhalten. Mit Kindern ist der Besuch ohnehin ein ganz anderes Erlebnis.

Der Trail of the Kings schließt zusammen mit den Pinguin- und Seelöwengehegen den Zoobereich des Chessington World of Adventures Parks ab. Leider war zum Zeitpunkt meines Besuches die Hälfte der Gehege wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Die Tiere, die jedoch anwesend waren und noch interessanter waren, zeigten sich sehr aktiv.

Sea Storm und Black Buccaneer

Im Themenbereich Pirates Cove kann man neben der Sea Storm aus dem Hause Mack Rides auch die sehr interessante HUSS Schiffschaukel Black Buccaneer bewundern. Wie viele andere Attraktionen im Chessington World of Adventures Park befindet sich die Schiffschaukel in einer Grube und ragt somit nicht über die umliegenden Baumwipfel hinaus – eine in Großbritannien übliche Höhenbeschränkung. Hier ist nicht nur Nervenkitzel garantiert, sondern auch der eine oder andere Hüpfer am höchsten Punkt.

Im benachbarten Transylvania, wo direkt neben einer Seifenblasenfabrik eine ganz besondere Kreatur der Nacht ihr Unwesen treibt, findet man auch eines der wohl interessantesten Fastfood-Restaurants. Der Burger King, der sich hier befindet, wurde nämlich passend zum Themenbereich gestaltet.

BubbleWorks

Nachdem die Seifenblasenfabrik BubbleWorks bei meinem letzten Besuch aufgrund des kaum vorhandenen Soundtracks nicht wirklich überzeugen konnte, gelang dies bei diesem Besuch. Das ausgefallene Design, das mit einer gewissen Perfektion umgesetzt wurde, und das grandiose Finale, bei dem man durch zahlreiche Fontänentunnel fährt, machen die Anlage zu etwas ganz Besonderem, das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte.

Vampire

Auch die inzwischen volljährige Achterbahn Vampire zeigt sich ihren Besuchern von einer ganz besonderen Seite. Mit ihren 21 Jahren schwingt sie ihre Gäste immer noch durch die Baumwipfel und kann dabei voll überzeugen. Das eigentliche Highlight ist sicherlich der große Drop in den Tunnel, nach dem die Gondeln sehr stark ausschwingen, aber auch der erste Teil der Fahrt macht sehr viel Spaß und kann bereits mit ausgeprägten Ausschwingungen aufwarten. Wie die anderen europäischen Achterbahnen aus dem Hause Arrow lädt auch der Blutsauger zu der einen oder anderen Wiederholungsfahrt ein.

Dragon’s Fury

Die Achterbahn Dragon’s Fury im Themenbereich Land of the Dragons, in dem sich neben einem Zierer Kontiki auch einige Kinderspielgeräte und ein interaktiver Springbrunnen befinden, wird oft als der beste Spinning Coaster des Herstellers Maurer Söhne bezeichnet. Bei diesem Besuch fällt es mir allerdings schwer zu sagen, ob Sonic Spinball von Alton Towers nicht vielleicht doch etwas besser ist. Der große Vorteil der Alton Towers Anlage ist sicherlich die deutlich ruhigere Fahrweise im Vergleich zu Dragon’s Fury, allerdings fehlt ihr der First Drop mit dieser wahnsinnigen S-Kurven-Kombination, die direkt in den Immelmann mündet. Beide Anlagen haben ihren Reiz und sind den anderen Anlagen um einiges voraus, nur welche der beiden Merlin Entertainments Versionen nun wirklich besser oder schlechter ist, ist schwer zu sagen. Dragon’s Fury ist jedoch eine wirklich tolle Achterbahn.

Madagaskar Live!

Mit dem Wegfall des Smartieshäuschens im ehemaligen Kinderbereich des Parks wurde der letzte Schandfleck des Parks beseitigt. Die Attraktionen blieben jedoch alle erhalten, lediglich die Flying Jumbos wurden in die Nähe des Powered Coasters Runaway Train versetzt, wodurch genügend Platz für eine Bühne für die beliebten Dreamworkfiguren aus Madagaskar entstand. Während die Show Madagascar Live! von außen eher kindgerecht aussah, war der Showwert doch deutlich höher als bei der 4D-Version von Ice Age, die derzeit in Alton Towers ein Theater füllt.

Monkey Swinger

Im Themenbereich Wild Asia treffen wir gleich auf den Wellenflieger Monkey Swinger, der mit seinem Fontänenspiel die Fahrgäste nass spritzt. Kein Wunder, dass am Ausgang ein Ganzkörperfön für die Fahrgäste aufgestellt wurde.

Lorikeet Lagoon

Eine Attraktion, die mittlerweile in vielen Zoos weltweit zu bewundern ist, ist die Freiflugvoliere Lorikeet Lagoon, in der man die Allfarbloris mit etwas Nektar anlocken kann, was dazu führte, dass die Vögel doch recht dick aussahen, was aber wohl eher an ihrem neuen Federkleid lag. Wie auch im Weltvogelpark Walsrode waren die Loris recht zutraulich, was wie immer zu einigen lustigen Situationen führte.

Peeking Heights

Im Themenbereich Mystic East gibt es neben der Wildwasserbahn Dragon Falls, die geschickt das Wasser der Schussfahrten auf meine Schuhe lenkte und so für nasse Socken gesorgt hat. Vom Riesenrad Peeking Heights soll man einen Blick auf den nahegelegenen Thorpe Park werfen können, aber ein Blick auf Staines blieb mir trotz guter Sicht verwehrt.

Tomb Blaster

Während beim letzten Besuch die Meinung über Tomb Blaster durch längere Pausen in den Blockbereichen etwas getrübt war, fielen diese nun kaum noch ins Gewicht. Die Anlage ist ein echtes Juwel eines interaktiven Darkrides, wie auch die meisten anderen von Sally gebauten Themenfahrten. Die Story ist allerdings eher flach und nicht wirklich erwähnenswert, da man hier hauptsächlich auf altägyptische Gegner und größere Bossgegner schießt. Bemerkenswert ist die Länge der Anlage, die auch dem Zugsystem zugute kommt.

Rameses Revenge

Gleich nebenan befindet sich mit Rameses Revenge einer der besten Top Spins von HUSS in einem Freizeitpark, denn die Anlage schafft es nicht nur eine ordentliche Anzahl an Überschlägen zu generieren, sondern auch die Fahrgäste mit einer Dusche zu beglücken. Zweimal ging es auf die Wasserfontänen zu und glücklicherweise erwischten sie einen recht gut, so dass man die Anlage gut durchnässt verlassen konnte.

Runaway Train und Rattlesnake

Im mexikanischen Themenbereich Mexicana gibt es neben dem Runaway Train von Mack Rides, der mit einer wunderschönen Bergkette und einer sehenswerten Warteschlange aufwartet, ein weiteres Achterbahnhighlight: die Rattlesnake. Aufgrund der Höhenbeschränkungen des Parks wurde diese Wilde Maus in einer Grube installiert, was ihr ein ganz besonderes Aussehen verleiht. Dazu trägt auch bei, dass die Warteschlange durch den Innenhof der Achterbahn führt.

Bilder Chessington World of Adventures

Fazit Chessington World of Adventures

Chessington World of Adventures ist der schönste der englischen Freizeitparks von Merlin Entertainments, wenn auch nicht der größte. Das Portfolio des Parks ist ausgewogen und kann mit einigen Schätzen aufwarten, darunter einige ganz besondere Achterbahnen wie Vampire oder auch Dragon’s Fury. Der Park hat die baulichen Herausforderungen mit außergewöhnlichen Ideen perfekt gemeistert. Der integrierte Zoo sorgt wie im Drayton Manor Theme Park oder im Tier- und Freizeitpark Thüle für ein rundum gelungenes Gesamtpaket und eine sehr gute Verteilung der Besucher innerhalb des Parks.

 

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Kopfüber auf Hayling Island

Funland Amusement Park

Der Funland Amusement Park befindet sich am Strand der Insel Hayling und bietet eine kleine, wenn aber auch feine, Auswahl an Fahrgeschäften, sowie das typische Angebot an Spielhallen und Imbissbuden. Der Eintritt in den Park ist frei, die Attraktionen werden nach den Tivoliprinzip mit einer bestimmten Anzahl von Token oder einem Wristband bezahlt. Gerade zweite Option eignet sich hervorragend in den Abendstunden, da die Armbänder quasi für lau angeboten werden. Personen mit schwächeren Magen, welche nur für die drei Achterbahnen den Park besuchen, sollten jedoch zu den Token greifen.

Super Dragon

Neben einer typisch englischen Helter Skelter Rutsche, die hier leider nicht in Rct-Optik daherkommt, kann man im Kinderbereich des kleinen Parks eine Achterbahn aus dem Hause Pinfari vorfinden. Der Super Dragon ist am besten mit einer Big Apple Achterbahn zu vergleichen, immerhin teilen sich beide Anlagen in etwa die gleiche Höhe und Grundfläche. Jedoch ist die Fahrt deutlich aufregender, wenn auch nicht sonderlich spektakulär. Nach Erklimmen des Lifthills folgt eine Kurve welche in den ersten von zwei Drops einleitet. Nach Unterquerung des Lifts geht es erneut hinauf um nach einer weiteren Kurve in das rasante Finale des Anlage einzuleiten. Hier folgt nach dem Drop ein kleiner Hügel, welcher einem ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Einige Runden später ist man jedoch froh aus der ehemaligen Anlage des Drayton Manor Parks aussteigen zu können, die Plane mit dem Schriftzug existiert im Übrigen nicht mehr.

Klondike Gold Mine

Am anderen Ende des Parks findet man eine weitere Anlage aus Drayton Bassett, die Klondike Gold Mine oder auch Klondike Looping Rollercoaster. Die wunderbar gestaltete ZL42 Anlage aus dem Hause Pinfari wurde oftmals als reine Körperverletzung beschrieben, so wie es auch mit anderen Anlagen gleicher Art der Fall ist. Bis auf die waghalsigen Übergänge in die Kurven fährt sich die Anlage sehr gut. Bei der Fahrt besonders auffallend sind die, durch die Kompaktheit der Anlage, recht steilen Auf- und Abfahrten, welche durch ein paar Meter mehr in der Breite etwas entschärft hätten werden können und somit ein weicheres Fahrgefühl hätten geben können. Der Looping wird leider nicht so intensiv durchfahren wie es vergleichbare Intamin-Anlagen machen, jedoch war er ein nettes Element während der Fahrt. Im Allgemeinen ist die Klondike Gold Mine ein wahres Schmuckstück, zumindest was die Gestaltung der Anlage angeht. Die Fahrt an sich ist ganz nett und keineswegs so zu bewerten wie es die meisten Achterbahnfans machen.

Woody Rollercoaster

Neben der Goldminenachterbahn kann man eine weitere Kinderachterbahn im Funland Amusement Park vorfinden. Der Woody Rollercoaster bietet neben seinen baumstammförmigen Wagen eigentlich keine Besonderheiten, zumal die Anlage nur aus Rechtskurven besteht und eine Helix als einzige Abfahrt aufweisen kann. Wie auch beim Super Dragon werden hier mehrere Runden gedreht.

Speed Flip

Hingegen kann man mit dem Speed Flip eine wirkliche Besonderheit im Park bieten, denn leider sind die von Moser Rides gebauten Anlagen nicht sonderlich oft vertreten. Die Fahrt in dem Überschlaggondeln, welche freischwingend an einem Ausleger montiert sind, welcher von der Horizontalen in die Vertikale gebracht wird, ist einfach nur unbeschreiblich gut und vor allem sau schnell. Das Fahrgeschäft wirkt von außen recht bizarr und manche Gondeln scheinen sich nur noch zu überschlagen, im Inneren der Maschine jedoch ist der Fahrablauf ausgewogen, wenn auch recht intensiv.

Drop Ride

Etwas unscheinbar verhält es sich mit dem etwa 30 Meter hohen Freifallturm namens Drop Ride. Die Anlage stammte einst aus dem Trocadero Center in London und war dort noch mit einer doppelstöckigen Gondel ausgestattet. Da die Fallspur damals am Gebäude selbst verankert wurde musste im Funland Amusement Park eine neue Turmstruktur her, welche hier einfachheitshalber als Fachwerk hergestellt wurde. Der Fall in dieser kleinen Anlage ist schlichtweg überwältigend, selbst die etwas höheren Fabbrianlagen mit ihrem Abschuss nach unten kommen nicht an die ausgeprägte Airtime heran. Darüber hinaus bietet die Anlage den wohl intensivsten Bremsvorgang aller Freifalltürme, was wohl daran liegt dass das Gewicht der zweiten Gondel fehlt. Der Drop Ride ist wie Drayton Manors Apocalypse oder La Lanzandera aus dem Parque de Atracciones de Madrid einer der besten Freifalltürme Europas und zeigt erneut das Höhe ein eher vernachlässigbarer Faktor ist.

Des Weiteren kann man sich mit einer kleinen Wildwasserbahn etwas durchnässen lassen und sich im Break Dance, ein Magic Dance aus dem Hause Top Fun, bei Bedarf wieder trocknen lassen. Außerhalb vom eigentlichen Parkgelände gibt es noch den Seaside Train, welcher entlang des Strandes wohl einige Stationen bietet.

Bilder Funland Amusement Park

 


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