Überschläge satt im Familypark

Familypark

Am Neusiedlersee, dem größten See Österreichs, etwa 40km von der Hauptstadt Wien entfernt, befindet sich mit dem Familypark der größte Freizeitparks Österreichs. In den letzten Jahren ist der Familienpark, welcher als Märchenwald startete, immer wieder durch seine gut ausgewählten Neuheiten aufgefallen, so dass ein Besuch, gerade in Bezug zur diesjährigen Neuheit, Pflicht wurde.

Erlebnisburg

Bereits im Themenbereich Erlebnisburg, dem Eingangsbereich des Parks, fällt einem die recht hochwertige Gestaltung des Parks auf. Hier befinden sich zu einem großen Anteil Fahrgeschäfte für die kleineren Parkgäste, wie der Kinderzug Hans und die Bohnenranke, die Einschienentretbahn Drachenbahn oder das Karussell Entenparade, aber auch das Heege Sunkid Portfolio des Parks. Dieses beinhaltet neben einer Kometenschaukel und einem Turm noch eine nagelneue Butterfly Anlage im Adlerdesign, leider müssen die Anlagen hier via Wertmünze beglichen werden und manch österreichische Kinder meinen, trotz Warteschlange vor der Anlage, dauerfahren zu müssen.

Apfelflug und die Verrückte Vogelscheuche

Folgt man den Wegen nach rechts gelangt man schnurstracks in den schönsten Bereich des Parks, welcher sich ganz dem Thema Bauernhof widmet. Wer den Mullewapp Bereich im Erlebnis-Zoo Hannover bereits als gelungen betrachtet wird hier seine wahrste Freude dran haben, denn eine solche Detailverliebtheit findet man nur allzu selten. Dabei scheint jedes Fahrgeschäft perfekt ins Gesamtkonzept des Bereichs eingebunden zu sein, wie etwa der abc Rides Tilt Tower Verrückte Vogelscheuche, welcher ein sehr vergnügliches Programm laufen ließ, der Zierer Wellenflug Apfelflug, welcher in diesem Design auch im französischen Freizeitpark Nigloland zu finden ist, oder die großzügig ausgelegte Traktorbahn. Dazu gesellen sich noch einige Fahrgeschäfte und Spielmöglichkeiten für die kleineren Parkgäste, sowie einige Tiergehege.

Rattenmühle

Darüber hinaus befindet sich mit der Rattenmühle eine weitere Achterbahn des Parks in diesem Themenbereich. Die im Jahr 2013 eröffnete Anlage aus dem Hause Gerstlauer glänzt vor allem durch die gelungene Anpassung an das Terrain und den Bereich an sich, aber auch durch ihre Fotogenität. Die Warteschlange der Anlage ist ordentlich gestaltet und kann sogar eine Abkürzung zwischen Ausgang der Anlage und der Station aufweisen, diese war durch ihre engen Kletterpassagen für erwachsene Personen dann aber doch zu zeitaufwändig.

Nachdem man den Wagen bestiegen hat kann die Fahrt auch gleich losgehen. Nach einem kleinen Gefälle geht es mit vollem Schwung innerhalb einer Linkskurve in Richtung des Lifthügels. Diesen passiert man gewohnt zügig ehe es in einer Steilkurve in Richtung Boden geht. Nach einem Umschwung geht es in einer Linkskurve einen Hügel empor. An dessen höchsten Stelle ist man kurz ohne jegliche Neigung der Schiene, ähnlich einem Top Hat Element, bevor man erneut nach linksgerichtet in Richtung Tal saust. Wie in einer überdimensionierten Bayernkurve führt einem der Weg wieder nach oben, wo man nach passieren der Blockbremse die einzige Haarnadelkurve  der Anlage absolviert. Nach einem geradlinigen Gefälle geht es nun mit erneuten Schwung in eine etwas steilere Kurve, an dessen Ausfahrt zwei kleinere Umschwünge warten. Nach einer weiteren Kurve wartet die zweite Blockbremse auf einem. Auf den folgenden Streckenmetern folgen nun zwei schwunghafte Hügel und eine Helix bis die Schlussbremse erreicht wird.

Die Rattenmühle ist eine durchaus zufriedenstellende Achterbahn, auch wenn sie im Vergleich zu den anderen Anlagen dieses Achterbahntyps sehr untypisch ist, denn normalerweise zeichnen sich Gerstlauer Bobsled Coaster durch ihre Vielzahl an Helices, Haarnadelkurven und Camelbacks aus. Dem Fahrspaß macht dieser Umstand zumindest keinen Abbruch und auch bei dem Familienpublikum des Familypark kommt die rattenscharfe Anlage mehr als gut an.

Fliegende Fische

Durch den sehenswerten Märchenwald geht es in Richtung der Abenteuerinsel, dem größten Themenbereich des Familypark, welcher leider etwas zusammengewürfelt daherkommt. Dabei ist der Bereich an sich wirklich stimmig, nur entstand durch den Zierer Flying Fish Fliegende Fische, welcher leider ohne kitschiges Kinderlied daherkommt, ein Bereich mit gesonderter Gestaltung. Dieses wäre nicht sonderlich schlimm würde nicht mit der diesjährigen Neuheit wieder das Thema des restlichen Bereichs aufgegriffen werden. Da hier aber noch viel Platz vorhanden ist und auch die maritime Gestaltung wirklich toll umgesetzt wurde wäre ein eigenständiger Bereich mit einigen weiteren kleineren Fahrgeschäften wünschenswert.

Sumpfburg

Vorbei an der Sumpfburg, wo man als Kind sicherlich so einige Stunden verbracht hätte, und dem nicht minder nassen Wasserspielplatz führt einem der Weg in Richtung Mittelmeerraum, wo einem einerseits die Schlauchbootrutsche Tempelrutsche durch ihre ständige Ansage auf die Nerven geht, andererseits so manch andere Anlage ungeheuer befriedigt.

Krokobahn

Eine sehr nervenraubende Fahrt ist dabei die kleine abc Rides Wildwasserbahn Krokobahn, welche bis auf eine kleine Doppelschussfahrt von außen betrachtet scheinbar nicht viel bietet. Durch die mehr als ausreichend mit Wasser befüllte Rinne kippte das Boot, trotz verzweifelter Versuche irgendwie plan zu bleiben, von einer Seite zur anderen. Obwohl ein Kentern ausgeschlossen war, war dabei die Fahrt zum Lifthügel mehr als abenteuerlich, zudem saßen wir recht eng und unbequem im Boot. Nach erklimmen des Aquädukts ging es nach einer kurzen Linkskurve sogleich die etwa 4m hohe Schussfahrt hinunter. Dem Versprechen des Angestellten, wonach man hier ordentlich befeuchtet wird, wird die Anlage mehr als gerecht.

Götterblitz

In Sichtweite zur Wildwasserbahn befindet sich mit dem Götterblitz ein Youngster Coaster aus dem Hause Mack, ähnlich der Achterbahn Pegasus aus dem Europa Park. Die Fahrt beginnt, hier jedoch ohne Musikuntermalung, mit der Erklimmung des Lifthügels. Nach einem kleinen Gefälle geht es zügig in eine Kurve ehe es dem großen Drop hinunter geht. Mit voller Geschwindigkeit geht es nun in ein Horseshoe, welcher rasant durchfahren wird. In einer Rechtskurve geht es wieder bergauf, woraufhin sich eine Linkshelix mit anschließenden Gefälle anfügt. Nun folgen im Wechsel eine aufwärtsführende Rechtshelix und eine abwärtsführende Linkshelix, welche bodennah vollzogen werden. Eine weitere Rechtskurve führt einem dann hinauf zur Bremsstrecke, ehe es in Richtung der Station geht.

Der Götterblitz bietet, wie auch sein baugleiches Pendant Correcaminos Bip, Bip aus dem spanischen Parque Warner, eine wunderbare Fahrt, welche zum Sitzenbleiben animierte. Dabei passt die größte Achterbahn des Familypark wunderbar ins Gesamtbild und rundet dieses entsprechend zur Zielgruppe perfekt ab.

Herkules

Nicht ganz so perfekt, da für halbwegs ausgewachsene Personen nicht mehr fahrbar, reiht sich die kleine Seifenkisten-Achterbahn Herkules, als zweite Neuheit in diesem Jahr, ins Portfolio ein. Wie auch die Heege Produkte muss der Kiddy Racer mittels Wertmünze beglichen werden.

Leonardos Flugmaschine

Der Hauptgrund für einen Besuch ist seit diesem Jahr definitiv der Gerstlauer SkyFly Leonardos Flugmaschine. Obwohl die ersten Runden erstaunlicher Weise fast gänzlich ohne Überschläge stattfanden zog uns die Anlage spätestens nach der dritten Fahrt in ihren Bann. Als Veteranen der interaktiven Gerstlauer Überschlagskarusselle verbrachten wir nun dank durchschnittlichen 40 – 100 Überschlägen pro Fahrt, nach Zählweise des RideOps auch etwas mehr, unzählige Runden auf der Anlage, ganz zur Lasten unserer beider Schultern. Leider waren wir an diesem Besuchstag so gut wie die einzigen Besucher die sich überschlagen haben, obwohl es einige Gäste zumindest versucht haben, so haben sie am Ende den Dreh mit den abgepassten Stellungswechseln der Flügel nicht herausgefunden.

Bilder Familypark

Fazit Familypark

Der Familypark ist, trotz des belanglosen Namens, ein richtig toller Freizeitpark. Die allgemeine Gestaltung des Parks ist überragend und das Portfolio an Fahrgeschäften wurde sehr gut aufeinander abgestimmt. Es wäre schön zu sehen wenn in den nächsten Jahren eine weitere Wasserattraktion ihren Weg in den Park findet, denn die kleine Krokobahn alleine wird der Größe des Parks nicht gerecht. Hier wäre eine größere Wildwasserbahn ebenso lobenswert, wie ein Splash Battle oder gar eine Wasserachterbahn. Nichts desto trotz steht mit dem Familypark der beste Freizeitpark des Landes am Neusiedlersee.

 

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Eine positive Überraschung im Europa-Park

Europa Park

Wie erwartet war der Europa Park am heutigen Feiertag etwas voller. Leider stellte sich das schon an den Kassen heraus, so dass ich erst gegen 10 Uhr den Park betreten konnte. Nachdem ich die erste Hürde inmitten herumstehender Franzosen überwunden hatte, konnte auch schon der Weg zur großen Achterbahnneuheit des Jahres Wodan – Timbur Coaster eingeschlagen werden.

Vorbei an den Themenbereichen Schweiz und England ging es gleich weiter nach Russland und Luxemburg, wo es neben der vorteilhaften Monorail, die immerhin eine Station im Themenbereich Island hat, die Drehschau Historama, die kleine Themenfahrt Schlittenfahrt Schneeflöckchen sowie die Drehgondelachterbahn Euromir zu fahren gibt.

Historama

Das Historama ist eigentlich eine tolle Attraktion, immerhin kann man hier einiges über die Gründerfamilie Mack und ihre Geschichte erfahren. Aber der erste Raum ist einfach – wie so vieles im Europa Park – viel zu überladen. Der letzte Raum hingegen ist sehr nackt und zeigt die Selbstbeweihräucherung der Familie. Natürlich kann man stolz auf die eigene Lobbyarbeit sein, aber es hinterlässt einen sehr faden Beigeschmack, weshalb man diese Attraktion tunlichst meiden sollte.

Schlittenfahrt Schneeflöckchen

Die Schlittenfahrt Schneeflöckchen ist dagegen ein absolutes Muss. Obwohl Bench – The Ride eigentlich sehr gut sichtbar ist, geht sie leider im russischen Themenbereich etwas unter. Die Fahrt selbst ist trotz ihrer unscheinbaren Erscheinung eine der besten Themenfahrten des Parks und sollte daher von jedem Besucher einmal ausprobiert werden. Der ohrwurmtaugliche Soundtrack unterstreicht die fröhliche Atmosphäre der Anlage wirkungsvoll.

Euro-Mir

Ein ähnliches Erlebnis bietet der Prototyp des Spinning Coaster von Mack, die Achterbahn Euro-Mir. Diese Achterbahn ist eine bemerkenswerte Anlage, denn dank Trommellift und einigen Blöcken ist die Kapazität hoch genug, um die Warteschlange ständig in Bewegung zu halten, zumindest wenn es zwischendurch keine Probleme gibt. Die Fahrt ist kraftvoll und wenn man das Glück hat, den zweiten Teil rückwärts fahren zu können, wirklich genial. Die zum Ende hin immer enger werdenden Kurven bilden ein rasantes Finale, wie man es leider nur selten findet.

Whale Adventures

Mit der Monorail auf Island angekommen, kann man eine der größten Untaten des Parks bewundern. Wie man auf die Idee kommen konnte, die Außenkanonen der interaktiven Wasserfahrt Whale Adventures abzubauen, bleibt mir eines der größten Rätsel überhaupt; schließlich will man als Fahrgast ja nass werden. Die Beliebtheit der Attraktion hat zumindest einen großen Einbruch erlitten, schließlich ist die Fahrt nur noch für die kleinsten Parkbesucher interessant.

Wodan – Timbur Coaster

Im Hintergrund glänzt eine Achterbahn, die leider erst in diesem Jahr das Prädikat „neu“ erhalten hat, denn eigentlich hätte es schon längst eine Holzachterbahn im Europa Park geben müssen. Wodan – Timbur Coaster heißt dieses Schmuckstück aus dem Hause GCI, wobei der Untertitel Timbur Coaster natürlich absoluter Quark ist. Obwohl ich eigentlich keine Erwartungen an Wodan hatte, war ich von der Fahrt positiv überrascht.

Wodan ist im Gegensatz zu den meisten anderen GCI-Attraktionen kein echter Twister, sondern eine Mischung aus Out & Back Coaster (geradliniger Verlauf mit einigen Hügeln) und Twister (Kurven, Baby!) und somit eine Mischung, die nicht jedermanns Sache ist und vor allem die Twister-Fan-Fraktion enttäuschen wird. Fans des gepflegten Out & Back Layouts kommen auf Wodan aber definitiv auf ihre Kosten.

Immerhin steht man nicht wie bei Eftelings Joris en de Draak auf unebenem Terrain irgendwo zwischen den Holzachterbahnen, sondern auf einem gut ausgebauten Holzweg, durchquert einige schöne Höhlen, die verschiedenen Themen der nordischen Mythologie gewidmet sind und marschiert unter der großen Helix am Anfang der Fahrt hindurch. Das Merkwürdige daran ist, dass hier noch nichts bekritzelt ist.

Nachdem man sich endlich eingeteilt hat, kann die Fahrt auf Wodan auch schon losgehen, wobei schon die Fahrt zum Lift ein echtes Highlight ist. Hat man diesen erklommen, geht es nach einem unerwartet hohen Drop mit voller Wucht in die erste Kurve, um dann ziemlich steil in den eigentlichen ersten Drop entlassen zu werden. Die folgenden Kurven, Tunnel, Hügel und Täler auf Wodan sind ein Traum, allerdings wird der Fahrspaß durch eine eher misslungene Stelle im Layout kurz unterbrochen, um dann in die letzten Kurvenkombinationen entlassen zu werden. Das Ganze wird auf Wodan mit einer Brachialgewalt hingelegt, die ich so im Europa Park nicht mehr erwartet hätte, die konstant hohe Geschwindigkeit tut ihr Übriges dazu.

Wodan ist keine perfekte Holzachterbahn, aber eine der besten, die ich bisher gesehen habe. Sie schlägt den oft gelobten Twister Troy im Schlaf, kommt aber nicht an Joris en de Draak Water heran. Auch im nationalen Vergleich hinkt sie dem Koloss aus der Lüneburger Heide hinterher, in Süddeutschland ist sie aber absolute Spitze, was bei dem einzigen Konkurrenten auch ziemlich leicht ist.

Blue Fire Megacoaster

Da ich vor drei Jahren den benachbarten Blue Fire Megacoaster heftig kritisiert hatte, war es an der Zeit, eine weitere Fahrt zu wagen, um diese Kritik gegebenenfalls zu aktualisieren. Wie immer wollte es der Zufall, dass ich in der zweiten Reihe saß und somit eine optimale Vergleichsbasis hatte und zu meiner Überraschung hat sich einiges geändert.

Der Darkridepart ist immer noch absoluter Nonsense, zumindest gibt es jetzt eine Animatronik, die einem sagt, dass etwas schief läuft. Der Abschuss hat an Intensität zugenommen und ähnelt nun mehr dem Abschuss eines Vekoma Launched Coasters und nicht mehr dem des Motocoasters der holländischen Firma. Dementsprechend wird auch der folgende Teil nicht mehr so langsam durchfahren und man kann endlich erahnen, dass der Looping auch ein Looping ist. Der Teil nach der Blockbremse ist aber nach wie vor nicht gerade berauschend. Die Corkscrews werden immer noch zu schnell durchfahren, schließlich wäre hier Hangtime sogar von Vorteil, die Kurven die in die immer noch misslungene Rolle einleiten sind irgendwie blöd und so ist man doch froh irgendwann wieder in der Station zu sein.

Blue Fire ist eine nette Achterbahn für zwischendurch, das war’s dann aber auch schon, den Hype um die Bahn kann ich zumindest immer noch nicht verstehen und werde es wohl auch nie. Die eigentliche Attraktion neben Wodan in diesem Bereich ist und bleibt daher das Café in unmittelbarer Nähe zur Blue Fire.

Tiroler Wildwasserbahn

Über Portugal mit seiner vermeintlichen Spillwater-Imitation Atlantica Supersplash, wo ich aus Zeit- und Lustmangel auf eine Fahrt verzichtete, ging es nach Österreich, um endlich nass zu werden. Die Tiroler Wildwasserbahn ist eine der besten Wildwasseranlagen Europas und durch die erste Schussfahrt auch definitiv eine sehr nasse Wildwasserbahn. Das Alter der Anlage merkt man ihr in keiner Weise an und so rast man im wahrsten Sinne des Wortes durch den Kanal, ähnlich wie bei der Wildwasserbahn 1 im Heide-Park. Es ist schön zu sehen, wenn sich Parks um ihre Anlagen kümmern und diese gegebenenfalls erneuern.

Alpenexpress Enzian

Der Powered Coaster Alpenexpress Enzian teilt sich eine Grotte mit der Wildwasserbahn und einem Walkthrough durch die Zauberwelt der Diamanten. Die Anlage selbst hat es in sich und ist wie die anderen Attraktionen in der Grotte allein schon wegen des Duftes eine Fahrt wert. Dass der Park auch etwas von Fahrgeschäften versteht, zeigt der Wellenflieger nebenan, der ausnahmsweise mal nicht auf Sparflamme läuft.

Jungfrau Gletscherflieger

Apropos Fahrgeschäft: Die beste Anlage im Europa Park befindet sich im Schweizer Themenbereich und heißt Jungfrau Gletscherflieger. Dieses einzigartige Fahrgeschäft ist dem Zierer Drachenflug nicht unähnlich, bietet aber deutlich mehr Komfort und Fahrspaß und kann vor allem bei der ebenerdigen Fahrt mit einem hohen Schwunggrad aufwarten. Da bei den meisten Rundfahrgeschäften die Wartezeit gegen Null geht, sollte man hier unbedingt die eine oder andere Fahrt wagen.

Schweizer Bobbahn

Die Schweizer Bobbahn im gleichen Themenbereich ist trotz ihrer originellen Gestaltung keine wirklich gute Achterbahn, was bei einem Prototyp in gewisser Weise noch verständlich ist. Für das Familienpublikum im Europa Park, das sicherlich noch keine andere Achterbahn gesehen hat, ist sie aber sicherlich ausreichend. Der schön gestaltete Innenhof und die allgemeine Gestaltung der Bahn können jedoch überzeugen.

Matterhorn Blitz

Vor drei Jahren war die erweiterte Wilde Maus mit Vertikallift Matterhorn Blitz meine 100. Achterbahn, ein Umstand, mit dem ich nicht sehr zufrieden war. Da aber mein Respekt vor Wilden Mäusen von Jahr zu Jahr gewachsen ist und ich die todgebremste X-treme Racer im Legoland Billund kennengelernt habe, muss ich zugeben, dass die Bahn durchaus eine Fahrt wert ist. Leider entspricht das Layout nicht dem Standardlayout und es fehlt ein gewisser Wahnsinn wie man ihn bei Gerstlauer oder Maurer Söhne findet, aber eine Fahrt kann man bedenkenlos wagen, auch wenn man es sich bei einer gewissen Warteschlangenlänge überlegen sollte.

Eurosat

Im französischen Themenbereich befindet sich die mit Abstand beste Achterbahn des Europa Parks, die Dunkelachterbahn Eurosat. Durch die immense Kapazität steht man selbst bei vollem Betrieb nie wirklich lange an. Die Fahrt selbst ist sehr kraftvoll, wenn auch etwas holprig und mit einigen starken Rucklern versehen. Die Kurvenkombinationen sind manchmal so gewunden, dass es nur gut sein kann. Die größte Neuerung sind die Magnetbremsen, die den Zug mit einer solchen Wucht und ohne akustische Vorwarnung zum Stehen bringen, dass es schon an Wahnsinn grenzt und die Bahn in ihrer Charakteristik noch einmal wirkungsvoll unterstreicht.

Universum der Energien

Das Universum der Energien ist die schönste Themenfahrt im Europa Park. Sie versteckt sich unter der Achterbahn Eurosat. Die Fahrt ist in sich stimmig und zum Glück nicht so gnadenlos überladen wie andere Themenfahrten im Park, was der Dinofahrt sehr zugute kommt.

Silver Star

Eine der diesjährigen Neuerungen findet sich in der Mercedes Benz Ausstellung, wo man sich erfreulicherweise dazu entschlossen hat, die Wände mit neuen Motiven zu gestalten. Um das ganze Thema endlich mal französischer zu machen, ziert nun der Rennfahrer Michel Vaillant die Halle, leider wurde auf den kultigen Intro-Song der Zeichentrickserie verzichtet, was zumindest Silver Star gut zu Gesicht gestanden hätte.

Die von Bollinger & Mabillard gebaute Anlage sieht von außen ganz gut aus, punktet mit Höhe und Geschwindigkeit, kann aber ansonsten nicht viel. Der Fahrkomfort ist leider nicht so gut wie bei den Anlagen von Intamin in dieser Höhe und es kommt zu nervigen Vibrationen in den Tälern. Die Floating Airtime ist leider auf einem sehr niedrigen Niveau, zumindest hatte ich sie etwas ausgeprägter in Erinnerung und die letzten Kurven machen die Bahn auch nicht besser, so dass die Anlage der schwächste Coaster dieses Herstellers in Deutschland ist.

Magic Cinema

Im Magic Cinema gibt es dieses Jahr einen neuen Film zu sehen, der mutigerweise eine Eigenproduktion ist und von einem Animationsstudio aus Hannover stammt. Die Geschichte ist kindgerecht und scheint mit ihren Effekten perfekt auf das französische Publikum zugeschnitten zu sein, schließlich habe ich noch nie so viele Menschen bei so etwas Vorhersehbarem erschrecken sehen.

Die Animation des Films hat mich positiv überrascht, eine solche Detailtreue erwarte ich nur von wenigen Firmen, nur an einer Stelle hätte ich mir etwas mehr gewünscht, denn zumindest ich konnte kaum einen Unterschied zwischen vor und nach dem Eintauchen ins Wasser erkennen, dabei sollten gerade Tiere vor Wasser nur so triefen. Die 3D-Effekte werden in einer Reinheit geboten, wie ich sie teilweise noch nie in einem Freizeitpark gesehen habe. Der kindgerechte Humor ähnelt sehr dem, mit dem man vor allem in Dänemark konfrontiert wird, was sehr schade ist. Es gab eine Stelle mit einem flachen Witz, über den nur ich lachen konnte, was wie bei den neuen Muppet-Filmen eher gegen das Publikum als gegen die Art des Humors spricht. Hier hätte ich mir mehr gewünscht. Eine Stelle, auf die man besser hätte verzichten können, ist die Stelle mit der Euromausi und dem Kommentar über die Männer, überhaupt hätte man auf die Euromausi in dem Film verzichten können, denn außer dass sie da ist, macht sie nichts. Positiv hervorzuheben ist neben der Synchronstimme der Euromaus, dass Böckli eine der tragenden Rollen im Film darstellt, immerhin ist er das beste Maskottchen des Europa Parks, sowie der Kommentar über die Holzachterbahn Wodan.

Piccolo Mondo und Geisterschloss

Im italienischen Themenbereich findet man neben der letztjährigen Neuheit auch zwei Themenfahrten. Die kleine Italienfahrt in Piccolo Mondo ist gut gemacht, durch den hohen Kitschanteil wieder etwas zu kitschig, für zwischendurch ist die Fahrt zumindest ganz nett. Die große Themenfahrt Spukschloss gleich nebenan bot einen Live-Grusler in der Queue, ansonsten war es das mit dem Gruseln. Die Anlage kann weder als Themenfahrt noch als Geisterbahn überzeugen, alles ist gnadenlos überladen und einfach nicht schön anzusehen. Dass man die Anlage durch den kleinen Horrorladen verlässt, macht die Bahn auch nicht besser, gibt aber eine Idee zur Umgestaltung der Anlage, denn Audrey II würde sich sicherlich über Essen am Fließband freuen.

Pegasus, Poseidon und Fluch der Kassandra

Ein Bereich, den man am besten erst am späten Nachmittag besucht, ist der des Sorgenkindes der EU: Griechenland. Hier findet man neben der Hexenschaukel Fluch der Kassandra, dem Darkride Expedition Atlantis auch die beiden Achterbahnen Pegasus und Poseidon.

Pegasus selbst war früher die Achterbahn mit dem meisten Airtime im Europa Park, drei Jahre später war ich überrascht, dass davon nichts mehr zu spüren war. Generell hat sich der Zustand der Anlage nicht gehalten und so war die Fahrt im Gegensatz zum neueren Carrecaminos Bip Bip aus dem spanischen Parque Warner sogar leicht ruckartig.

Poseidon ist nach wie vor der Inbegriff einer Wasserachterbahn. Eine tolle, wenn auch an manchen Stellen grenzwertige Streckenführung und Schussfahrten, bei denen man mit etwas Glück auch nass werden kann, runden das Erlebnis ab. Die Inszenierung der Anlage und die Möglichkeit, sich wie bei Atlantika Supersplash in eine Soakzone zu stellen, ist nach wie vor vorbildlich.

Dass man sich eine Fahrt in einer Hexenschaukel auch mit von allen Seiten plappernden Spaniern versauen kann, hat sich im Parque Warner gezeigt, dass dafür aber auch drei vorpubertäre Mädchen ausreichen, ist schade und zeigt wieder einmal, dass die Jugend absolut verwöhnt ist. Eine solche Attraktion besucht man eigentlich nur wegen einer Sache: der Story und der Musik. Da die Story beim Fluch der Kassandra leider sowieso untergeht, sollte man wenigstens die Musik genießen können.

Bilder Europa Park

Schlusswort

Der Europa Park ist und bleibt einer der besten europäischen Freizeitparks, dass ich dieses Jahr keine Show besucht habe, liegt eigentlich nur daran, dass die einzige Show, die mich interessiert hat, erst Ende des Monats mit Ornella de Santis Premiere hat. Besonders erwähnenswert ist der Umgang mit den Parköffnungszeiten des Parks, an keinem einzigen Besuchstag musste man den Park eine Stunde nach der ursprünglichen Schließung verlassen, was in den meisten anderen Freizeitparks weder möglich noch üblich ist.


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