Canada’s Wonderland
Canada’s Wonderland gehört zu den größten Freizeitparks Nordamerikas. Neben einer riesigen Auswahl an Achterbahnen findet man hier vor allem sehr viele Flat Rides, mehrere Familienbereiche und mit Splash Works auch einen großen Wasserpark. Trotz der Größe sind die Wege erstaunlich kurz. Viele Attraktionen stehen dicht beieinander, was stellenweise fast ein wenig an Parks wie Blackpool Pleasure Beach oder Disneyland Anaheim erinnert.
Bei der Eröffnung sah das noch etwas anders aus. Canada’s Wonderland orientierte sich damals deutlich stärker an seinen Schwesterparks Kings Island und Kings Dominion. Statt eines Eiffelturms bildet hier jedoch der Wonder Mountain das Zentrum des Parks. Der künstliche Felsen war ursprünglich sogar als Walkthrough begehbar und bot von oben einen guten Blick über den Park und das damals noch weitgehend unbebaute Gelände. Direkt am Wasserfall sorgte zudem schon früh eine Klippenspringer-Show für Unterhaltung.
Mit den Jahren wurde der Wonder Mountain immer stärker in die Attraktionen eingebunden. Fünf Jahre nach der Eröffnung zog mit Thunder Run bereits die erste Achterbahn in den Berg ein. Zum zehnten Jubiläum folgte Vortex, dessen Strecke sich vom Dach des Berges in die Tiefe stürzt. 2013 kam mit Wonder Mountain’s Guardian schließlich noch ein interaktiver Dark Ride hinzu – und mittlerweile führt auch Alpen Fury mitten durch den Berg.
Wonder Mountain’s Guardian
Direkt im Wonder Mountain befindet sich mit Wonder Mountain’s Guardian eine der ersten größeren Attraktionen von ART Engineering. Die Fahrt beginnt mit einem kurzen Achterbahnteil im Freien, bevor es hinein in den Berg geht.
Dort warten große Screens auf beiden Seiten der Strecke, auf denen wir auf allerlei Ungeheuer schießen, Münzen sammeln und uns am Ende sogar noch mit einem Drachen anlegen. Wirklich spannend wird es dann aber erst ganz zum Schluss, denn plötzlich geht es mitsamt Fahrzeug einige Meter im freien Fall nach unten.
Die Idee ist durchaus ambitioniert und die Fahrt macht auch Spaß. Etwas mehr passende musikalische Untermalung würde dem ganzen Rumgeballer allerdings guttun. So bleibt Wonder Mountain’s Guardian eine nette Attraktion, die man zwischendurch gerne einmal mitnimmt.
Fly
Nur ein Stück weiter wartet mit Fly die Wilde Maus des Parks auf uns. Für eine größere Anlage dieses Typs ist die Fahrt erstaunlich flott unterwegs und wird erst kurz vor dem Ende wirklich eingebremst. Dadurch kommen nicht nur die engen Haarnadelkurven im ersten Teil richtig gut zur Geltung, sondern auch der zweite Teil bleibt schön zügig. Insgesamt macht Fly richtig viel Spaß.
Alpen Fury
Direkt neben Fly wartet mit Alpen Fury die derzeit wohl beliebteste Achterbahn des Parks auf uns. Der Premier Rides Launch Coaster bietet einen wilden Mix aus eng ineinander verschlungenen Inversionen und startet dabei gleich ziemlich fulminant.
Nach einer kurzen Rechtskurve verlassen wir die Station und fahren in den ersten Launch. Kurz darauf tauchen wir in den Wonder Mountain ein, durchqueren eine schön gestaltete Höhle und werden mit ordentlich Tempo wieder hinausgeschossen. Direkt danach geht es in den Inverted Top Hat. Anschließend führt die Strecke mit hoher Geschwindigkeit quer durch die Anlage, bevor wir in die Zero-G Roll fahren. Es folgt eine weite Rechtskurve, die sich überraschend ebenfalls als Inversion entpuppt und uns direkt wieder nach unten zieht.
Danach wartet eines der ungewöhnlicheren Elemente der Bahn: Nach einer ansteigenden Rolle nach links geht es ohne wirkliche Pause direkt in eine absteigende Rolle nach rechts. Es folgen zwei weitere Rollen, ein kurzer Hügel und schließlich noch die letzte Inversion, bevor uns ein kleiner Hops in die Schlussbremse bringt.
Alpen Fury macht richtig Laune. Die Fahreigenschaften sind sehr gut und der Streckenverlauf steckt voller ungewöhnlicher Ideen. Weniger gelungen ist allerdings die Abfertigung. Durch das absenkbare Podest und die langsam ein- und ausfahrende Brücke für das Personal dauert jeder Zugwechsel ziemlich lange. Bei gerade einmal 18 Fahrgästen pro Zug entstehen dadurch entsprechend schnell lange Wartezeiten.
Shockwave
Direkt neben Alpen Fury wartet mit Shockwave ein eher schlicht gestalteter Top Scan auf uns. Das Fahrprogramm kann sich dafür sehen lassen: Gleich zwei Richtungswechsel, etwas ungewöhnliche Hangtime und einige Überschläge sorgen für ordentlich Bewegung, ohne dass die Fahrt dabei übermäßig intensiv wird. Eine wirklich tolle Fahrt!
Thunder Run
Der Powered Coaster Thunder Run verläuft mitten durch den Wonder Mountain und bietet dabei eine tolle Mischung aus ab- und ansteigenden Helices und wilden Richtungswechseln, die in beinahe vollkommener Dunkelheit durchfahren werden. Dazu gibt es ansatzweise etwas Theming und einige Lichteffekte, die die Familienachterbahn begleiten. Dank der leider etwas langsamen Abfertigung kommt es hier jedoch schnell zu längeren Wartezeiten.
Klockwerks und Krachenwagen
Auch in Kanada scheint man auf seine German Heritage irgendwie stolz zu sein, denn mit Klockwerks und dem Krachenwagen tragen hier gleich zwei Fahrgeschäfte ziemlich deutsch klingende Namen. Beim Krachenwagen handelt es sich um einen klassischen Autoskooter mit runder Fahrbahn, während Klockwerks ein Swing-Up von HUSS ist, bei dem die Wagen während der Fahrt ordentlich ins Schwingen kommen. Beides sind ziemlich spaßige Fahrgeschäfte und entsprechend nimmt man sie gerne einmal mit, wenn man ohnehin gerade vorbeikommt.
Planet Snoopy
Zwischen Shockwave und der Achterbahn The Bat liegt einer der Eingänge zu Planet Snoopy, dem beeindruckend großen Kinderbereich von Canada’s Wonderland. Hier gibt es wirklich einiges zu entdecken: Gleich zwei größere Familienachterbahnen, eine interaktive Themenfahrt und dazu jede Menge kleinere Kinderfahrgeschäfte. Das Ganze ist sehr schön gestaltet und wird durch ein ausgewogenes Showprogramm ergänzt. Wie auch im Schwesterpark Kings Island kann man hier als Kind ordentlich viel Zeit verbringen.
Boo Blasters on Boo Hill
Mit Boo Blasters on Boo Hill wartet im Kinderbereich eine interaktive Themenfahrt auf uns. Die Anlage eröffnete bereits im Jahr 2000 als Scooby-Doo’s Haunted Mansion, bevor die Figuren einige Jahre später aus der Attraktion verschwanden.
Heute schießen wir uns durch ein schön schräges Geisterhaus voller Skelette, Geister und anderer Gestalten und versuchen dabei möglichst viele Ziele zu treffen und Punkte zu sammeln. Entlang der Strecke gibt es einiges zu entdecken und die Fahrt macht auch heute noch richtig Spaß.
Snoopy’s Racing Railway
Mit Snoopy’s Racing Railway wartet die neueste Achterbahn von Canada’s Wonderland auf uns und gleichzeitig eine der beliebtesten Familienattraktionen des Parks. Los geht es mit einem Reibradlaunch, der den Zug direkt ordentlich auf Geschwindigkeit bringt. Nach einer leicht aufgeständerten Rechtskurve folgen ein kleiner Drop und ein kurzer Hop, bevor wir durch die Fireworks Factory in eine Linkskurve fahren.
Danach geht es mit einigen schnellen Richtungswechseln weiter und schließlich noch einmal nach links in ein weiteres Gebäude. Dort wartet bereits der zweite Launch. Mit ordentlich Schwung geht es über einen weiteren Hügel, durch einen Umschwung und anschließend hinunter in ein Tal. Eine Helix bringt uns schließlich zurück in Richtung Station – allerdings nur, um direkt noch eine zweite Runde zu drehen. Ein herrlicher Spaß für die gesamte Familie.
Ghoster Coaster
Mit Ghoster Coaster wartet im Planet Snoopy eine weitere klassische Familien-Holzachterbahn auf uns. Das Layout entspricht dabei weitgehend dem bekannten Woodstock Express, wie wir ihn unter anderem bereits in Kings Island, Kings Dominion und Carowinds gefahren sind. Die Fahrt beginnt nach einer kurzen Rechtskurve mit dem Erklimmen des Lifthügels. Oben angekommen geht es direkt in die erste Abfahrt und anschließend hinauf in eine große Wendekurve. Nach einer weiteren Abfahrt flitzen wir über einen kleinen Hügel, durchqueren die Holzkonstruktion und wechseln auf die andere Seite der Anlage. Nach einer weiteren Wende geht es noch ein wenig über Berg und Tal, ehe wir erneut in das Gebälk eintauchen und kurz darauf die Bremsstrecke erreichen. Ghoster Coaster ist eine wunderbare kleine Holzachterbahn und gerade für jüngere Besucher ein perfekter Einstieg in die Welt der Holzachterbahnen.
KidZville
Direkt an Planet Snoopy schließt sich mit KidZville noch ein weiterer großer Bereich für jüngere Besucher an. Auch hier verteilen sich zahlreiche kleinere Fahrgeschäfte über das Gelände, darunter Flying Eagles, Treetop Adventure und Frequent Flyers. Vor allem stehen hier aber mit Taxi Jam und Silver Streak noch zwei weitere Familienachterbahnen.
Taxi Jam
Mit Taxi Jam wartet in KidZville eine kleine Familienachterbahn von E&F Miler Industries auf uns. Das Layout besteht im Grunde aus einem Oval, das durch mehrere kleine Wellen aufgelockert wird. Gerade diese Wellen sorgen für die für E&F Miler typisch überraschend starke Airtime, die man bei so einer kleinen Bahn wirklich nicht unterschätzen sollte. Entsprechend macht Taxi Jam deutlich mehr Spaß, als es auf den ersten Blick vermuten lässt.
Silver Streak
Mit Silver Streak wartet in KidZville ein Suspended Family Coaster von Vekoma auf uns, bei dem die Beine frei unter den Sitzen baumeln. Nach einer kurzen Kurve aus der Station geht es zunächst hinauf auf den Lifthill. Oben angekommen folgt eine kurvige Abfahrt, die direkt in eine aufwärts führende Helix übergeht. Anschließend wartet der große Drop auf uns, bevor es durch eine weite Rechtskurve und hinein in eine Abwärtshelix geht. Eine letzte Linkskurve führt schließlich in die Bremsstrecke und beendet die angenehm zu fahrende Runde. Gerade für Kinder ist Silver Streak eine wirklich schöne Achterbahn.
The Bat
Widmen wir uns nun der Achterbahn The Bat, die wir bereits am Eingang zu Planet Snoopy kurz erwähnt haben. Hier wartet ein klassischer Boomerang von Vekoma auf uns. Zunächst geht es durch Cobra Roll und Looping, bevor der Zug die komplette Strecke noch einmal rückwärts durchfährt. Am Ende kommen so insgesamt sechs Überschläge zusammen.
Ich mag diese Anlagen ohnehin sehr gerne, und The Bat zeigt auch hier wieder, warum. Die Bahn fährt sich sehr gut, kommt ohne größere Schläge aus und macht entsprechend richtig viel Spaß.
Wilde Beast
Mit Wilde Beast wartet die Schwesteranlage von Grizzly aus Kings Dominion auf uns. Auch hier steht ein herrlich wilder Woodie, der im Park erstaunlich gut versteckt ist. Ein wenig fehlt zwar der dichte Wald, durch den man bei Grizzly brettert, am Charakter der Bahn ändert das aber nur wenig.
Nach einer längeren Linkskurve erreichen wir den Lifthill. Oben angekommen geht es direkt in den ersten Drop und anschließend hinauf in eine große Linkskurve. Der zweite Drop führt uns geradewegs auf einen Airtime-Hügel und kurz darauf durch einen weiteren kleinen Hügel. Nach einer großen Wende geht es parallel zur bereits durchfahrenen Strecke zurück, wobei noch einmal einige Airtime-Momente warten. Eine weitere Kurve und eine ganze Reihe kleinerer Hügel bringen uns schließlich zurück in Richtung Bremsstrecke.
Wilde Beast ist dabei genau das, was der Name verspricht: eine herrlich wilde Holzachterbahn, die ordentlich auĂźer Kontrolle wirkt und dabei richtig viel SpaĂź macht.
Wilde Knightmares
Direkt neben Wilde Beast wartet mit Wilde Knightmares ein HUSS UFO auf uns. Während der Fahrt werden wir zunächst durch die Zentrifugalkraft an die Rückwand des Käfigs gedrückt, bevor sich der Radkranz langsam anhebt und uns immer weiter in Richtung Vertikale bringt. Da es von diesem Fahrgeschäft nur noch wenige Exemplare gibt, gehört eine Runde hier für mich fast schon zum Pflichtprogramm. Wirklich lang dauert die Fahrt zwar nicht, unterhaltsam ist sie aber allemal.
Drop Tower
Thematisch nicht ganz passend steht hier mit Drop Tower auch der Intamin-Freifallturm des Parks. Der Name ist Programm, nur leider habe ich die Fahrt am ersten Besuchsabend ausgelassen und konnte mich am zweiten Besuchstag aufgrund des vorhandenen Windes nicht vom Turm fallen lassen. Schade, denn ich mag diese TĂĽrme schon sehr gerne.
Leviathan
Etwas windstabiler erwies sich dagegen Leviathan, der große Hyper Coaster von B&M. Dank des durchgängigen Drei-Zug-Betriebs waren die Wartezeiten erstaunlich gering, weshalb es hier auch nicht bei nur einer Fahrt blieb.
Nach dem sehr hohen Lifthill geht es direkt in den gewaltigen First Drop und hinunter in eine Senke samt Blechtunnel. Anschließend folgt ein hohes Wendemanöver mit ordentlich Querneigung, bevor wir durch ein druckreiches Tal in einen Bunny Hop schießen, der gleichzeitig nach links führt. Danach wartet ein sehr hoher Camelback auf uns, gefolgt von einer weiteren hohen Wende, einer Rechtskurve und dem nächsten Camelback. Über eine hohe Wendekurve nach links geht es schließlich in einen letzten gewaltigen Anstieg und hinein in die Bremse.
Leviathan ist für mich in vielerlei Hinsicht ein nahezu perfekter Hyper Coaster. Von der ersten Abfahrt bis zur Einfahrt in die Blockbremse macht die Fahrt einfach unfassbar viel Laune. Das sehr dynamische Layout, die intensive Airtime und die hervorragenden Fahreigenschaften passen hier einfach zusammen. Nicht ohne Grund ist Leviathan für mich die beste Achterbahn in Canada’s Wonderland.
Viking’s Rage, Spinovator und Riptide
Mit Viking’s Rage wartet hier zunächst eine klassische Schiffschaukel von HUSS auf uns, die man natürlich gerne einmal mitnimmt. Nicht weit entfernt dreht mit Spinovator ein Calypso von Mack seine Runden, der ebenfalls ordentlich Spaß macht.
Vor Dragon Fyre steht außerdem Riptide, ein eher seltener Splash Over von Mondial. Bei meinem Besuch blieb die Top-Spin-Variation mit Nässegarantie allerdings geschlossen, sodass es hier leider bei einem Blick von außen bleiben musste.
Dragon Fyre
Als Canada’s Wonderland 1981 eröffnete, war Dragon Fyre eine der großen Looping-Achterbahnen des Parks. Nur zwei Jahre später eröffnete im Heide Park mit Big Loop eine gespiegelte Anlage – und damit eine Achterbahn, die ich inzwischen gefühlt mehrere hundert Mal gefahren bin.
Das Layout von Dragon Fyre besteht aus mehreren längeren Geraden, zwei Loopings und den beiden Korkenziehern. Gerade deshalb begegnet man der Bahn heute wohl am besten mit etwas nostalgischer Sicht. Während Big Loop sehr schön in den Heide Park eingebettet ist, führt das Original hier im Grunde einfach über eine große Wiese und wieder zurück.
Leider ist die Fahrt auch ziemlich schlagkräftig unterwegs. Spätestens in der Wendekurve sollte man ein wenig aufpassen, wenn man nicht komplett durchgeschüttelt werden möchte. Schade eigentlich, denn Big Loop fahre ich auch heute noch immer wieder gerne.
Flight Deck
Auf der anderen Seite der Mainstreet wartet mit Flight Deck der Suspended Looping Coaster des Parks auf uns. Bevor man allerdings überhaupt zur Station kommt, muss man erst einmal eine erstaunlich lange Warteschlange durchqueren. Der Weg führt durch mehrere Hangars und vorbei an verschiedenen Props und wirkt heute fast schon etwas überdimensioniert. Eigentlich ließe sich der Bereich problemlos deutlich verkürzen – und dabei würde sogar noch ordentlich Platz für zukünftige Neuheiten frei.
Die Fahrt selbst geht dann ziemlich rasant zur Sache und kommt im eigentlichen Streckenverlauf sogar ohne größere Schläge aus. Trotzdem lohnt es sich, den Hinweis am Eingang ernst zu nehmen. Die harten Schulterpolster sorgen nämlich dafür, dass man spätestens am Ende mit ordentlich geröteten Ohren wieder aussteigt.
Psyclone
Vorbei am Wellenflug Swing of the Century und dem Antique Carousel machen wir uns auf den Weg zu Psyclone. Die große Pendelbahn von Mondial hat es durchaus in sich: Während sich die Fahrgastgondel dreht, schwingt sie mit ordentlich Druck in den Beinen immer weiter nach oben. Schon nach wenigen Schwüngen erreichen wir den Zenit, bevor es direkt wieder ans Auspendeln geht. Insgesamt eine richtig tolle Anlage.
Sledgehammer
Direkt neben Psyclone wartet mit Sledgehammer der weltweit einzige Jump2 von HUSS auf uns. Die Fahrt erinnert ein wenig an den kleineren Jump, den man unter anderem als Jumping vom Schausteller Distel auf deutschen Volksfesten fahren konnte. Meine letzten und gleichzeitig einzigen Fahrten auf so einer Anlage liegen allerdings schon eine ganze Weile zurück: 2004 auf dem Hamburger Sommerdom. Umso mehr habe ich mich gefreut, über 21 Jahre später in Canada’s Wonderland endlich einmal den großen Bruder fahren zu können.
Und der hat es wirklich in sich. Freier Fall mit schöner Floater Airtime, schnelle Drehungen und dazu immer wieder diese etwas merkwürdigen Schräglagen ergeben eine herrlich ungewöhnliche Fahrt. Mich konnte Sledgehammer jedenfalls voll überzeugen. Ein absolut geniales Fahrgeschäft – schade nur, dass sich die HUSS Giant Rides abgesehen von der Giant Frisbee nie wirklich durchsetzen konnten.
Behemoth
Am Rand des Parks wartet mit Behemoth ein weiterer Hyper Coaster von B&M auf uns, dessen Strecke größtenteils über einen größeren See führt. Im Gegensatz zu Leviathan setzt die Bahn auf ein deutlich klassischeres Layout mit zahlreichen Hügeln in einem typischen Out-&-Back-Verlauf.
Grundsätzlich ist Behemoth damit eine sehr solide Achterbahn, fällt für mich aber ähnlich wie Thunder Striker in Carowinds etwas hinter seinem großen Bruder zurück. Die Floating Airtime bleibt eher zurückhaltend und dazu kommt eine durchgängige Vibration der Fahrzeuge, die den Fahrspaß etwas schmälert. Insgesamt ist Behemoth zwar durchaus annehmbar, kann mich hier in Canada’s Wonderland aber nicht vollständig überzeugen.
Backlot Stunt Coaster
Mit Backlot Stunt Coaster treffen wir auf eine Anlage, die uns bereits aus Kings Island und Kings Dominion bekannt ist. Der kleine Launch Coaster von Premier Rides macht aber auch hier wieder richtig viel SpaĂź. Gleich zu Beginn werden wir beschleunigt und schrauben uns anschlieĂźend in einer immer enger werdenden Helix nach oben. Nach der rasanten Abfahrt geht es mit einigen schnellen Richtungswechseln vorbei an Polizeiautos, Werbetafeln und Containern, bevor wir ĂĽber eine Immelmann-Kurve die Richtung wechseln.
Nach einem weiteren HĂĽgel und einigen Kurven erreichen wir die groĂźe Effektszene mit dem Helikopter, bevor uns ein zweiter Launch in den Tunnel schickt. Dort folgen noch einige schnelle Kurven, ehe wir wieder ans Tageslicht kommen und kurz darauf die Bremsstrecke erreichen.
Ich bin Backlot Stunt Coaster während meines Besuchs gleich mehrfach gefahren. Gerade bei Regen war die Fahrt deutlich angenehmer als viele der großen offenen Achterbahnen und machte dabei natürlich trotzdem richtig viel Spaß.
Mighty Canadian Minebuster
Ebenfalls richtig viel Spaß macht der Mighty Canadian Minebuster. Die Holzachterbahn setzt auf ein eher klassisches Out-&-Back-Layout und überzeugt vor allem in der ersten Hälfte mit richtig guter Airtime. Im zweiten Teil wird es dann deutlich wilder: Hier sausen wir durch einen Tunnel und werden dabei gnadenlos in die Seitenwand gedrückt.
Eine absolut geniale Holzachterbahn, die mich stellenweise durch die hohen Lateralkräfte sogar ein wenig an The Beast in Kings Island erinnert.
WindSeeker und Sky Hawk
Mit WindSeeker wartet auch in Canada’s Wonderland wieder ein alter Bekannter aus dem Hause Mondial auf uns. Während es langsam in die Höhe geht, schwingen die Sitze immer weiter nach außen. Oben angekommen drehen wir unsere Runden hoch über dem Park und genießen einen tollen Ausblick über Canada’s Wonderland. Wie auch bei den anderen Anlagen dieses Typs gefällt mir die angenehm ruhige Fahrt ausgesprochen gut. Die Kombination aus Höhe, Wind und den frei ausschwingenden Sitzen macht einfach immer wieder Spaß.
Bei Sky Hawk haben wir dagegen selbst in der Hand, wie wild die Fahrt werden soll. Der Sky Roller von Gerstlauer bietet die freie Wahl zwischen zahlreichen Überschlägen oder einer ganz entspannten Aussichtsfahrt.
Yukon Striker
Mit Yukon Striker wartet ein gewaltiger Dive Coaster von B&M auf uns. Meine erste Fahrt fand ausgerechnet im Regen statt, wodurch ich von der eigentlichen Strecke ehrlich gesagt nicht allzu viel mitbekommen habe. Am zweiten Besuchstag war es zum GlĂĽck trockener und die Fahrt damit auch deutlich angenehmer.
Nach dem Lifthill und einer kurzen Kurve geht es direkt an den Abgrund. Dort hält uns die Bremse für einige Sekunden fest, bevor wir senkrecht nach unten und durch einen Tunnel unter einem größeren Gewässer hindurchtauchen. Besonders schön ist dabei, dass wir mitten durch eine Helix der Achterbahn Vortex fahren. Direkt danach folgt der große Immelmann, ehe uns ein Zero-G Winder schwerelos auf den Kopf stellt und in eine Abfahrt zur Seite schickt.
AnschlieĂźend wartet mit einem klassischen Looping ein fĂĽr einen Dive Coaster eher seltenes Element. Ein weiterer Immelmann bringt uns wieder nach oben, bevor wir ĂĽber einen kurzen Anstieg die Blockbremse direkt oberhalb von Timberwolf Falls erreichen. Stark abgebremst geht es anschlieĂźend in den zweiten vertikalen Drop, ĂĽber einen AirtimehĂĽgel und zum Schluss noch durch eine druckreiche Helix in die Bremsstrecke. Summa summarum eine sehr solide Fahrt.
Tundra Twister
Mit Tundra Twister wartet der bislang einzige Avalanche von Mondial auf uns. Das riesige Fahrgeschäft nimmt gleich 40 Fahrgäste mit auf die Fahrt und wirkt allein dadurch schon ziemlich beeindruckend. Durch das hohe Gewicht fällt die Bewegung etwas träger aus, wodurch die Rollen und Überschläge nicht ganz so wild sind wie beispielsweise bei Shockwave.
Dafür geht es bis auf eine Höhe von 48 Metern hinauf, was der Fahrt noch einmal einen ganz eigenen Reiz gibt und sie durchaus zu einer kleinen Mutprobe macht. Ein wirklich tolles Gefährt.
Timberwolf Falls und White Water Canyon
Mit Timberwolf Falls und White Water Canyon warten hier eigentlich noch zwei größere Wasserattraktionen auf uns. Während meines Besuchs befanden sich beide allerdings bereits im wohlverdienten Winterschlaf.
Timberwolf Falls ist ein klassischer Shoot the Chutes von Hopkins, bei dem die große Schussfahrt für eine riesige Welle sorgt, die sich anschließend ziemlich gleichmäßig über die Fahrgäste verteilt. White Water Canyon ist dagegen ein klassischer Rapids Ride von Intamin, der mit zahlreichen Schikanen und unter anderem auch einigen Wasserfällen aufwartet.
Shivering Timbers und Lumberjack
Mit Lumberjack wartet hier ein Zamperla Hawk auf uns, also eine Überkopfschiffschaukel mit frei hängenden Sitzen. Eine ähnliche Anlage sind wir bereits in Kennywood gefahren und auch hier macht die Fahrt wieder richtig Spaß.
Direkt davor steht mit Shivering Timbers ein Mondial Inferno. Eigentlich ein herrlich verrücktes Fahrgeschäft, nur wird die ehemalige Reiseanlage hier in Canada’s Wonderland leider ziemlich zaghaft betrieben. Statt einer wilden Loopingfahrt gibt es eher etwas seitliches Geschaukel und gar keine Überschläge. Wirklich oft lief die Anlage ohnehin nicht, denn für eine Fahrt braucht es mindestens zehn Fahrgäste.
Vortex
Zum Abschluss wartet mit Vortex noch ein klassischer Suspended Coaster von Arrow auf uns. Das Layout dĂĽrfte dabei bekannt vorkommen, denn die Achterbahn The Bat im Schwesterpark Kings Island besitzt einen nahezu identischen Streckenverlauf.
Direkt nach der Station geht es hinauf auf den Lifthill und damit bis auf den Wonder Mountain. Oben angekommen folgt zunächst eine Kurve, bevor wir uns vom Berg in die Tiefe stürzen. Im Tal schwingen die Wagen bereits ordentlich aus und wir schießen in eine große Wendekurve. Anschließend geht es mit viel Tempo über das Wasser, wobei sich schnelle Richtungswechsel aneinanderreihen und die Wagen immer wieder kräftig zur Seite ausschwingen. Besonders schön ist die abwärts führende Helix, die nur knapp über der Wasseroberfläche verläuft. Mit einigen weiteren schnellen Richtungswechseln geht es schließlich zurück zur Station.
Vortex ist für mich eine nahezu ideale Familienachterbahn. Die Fahrt ist rasant und bietet durch das Ausschwingen der Wagen eine tolle Dynamik, ohne dabei übermäßig intensiv zu werden.
Bilder Canada’s Wonderland
Fazit Canada’s Wonderland
Canada’s Wonderland hat mir ausgesprochen gut gefallen. Trotz der Größe wirkt der Park erstaunlich kompakt und bietet dabei so viel Auswahl, dass man problemlos zwei Tage hier verbringen kann. Gerade die Mischung aus großen Achterbahnen und der enormen Vielfalt an Flat Rides hat mich wirklich beeindruckt. Mit Sledgehammer, Tundra Twister oder Wilde Knightmares stehen hier zudem einige Anlagen, die man so nicht an jeder Ecke findet.
Bei den Achterbahnen war Leviathan für mich ganz klar das Highlight. Aber auch Alpen Fury und Backlot Stunt Coaster haben mir richtig viel Spaß gemacht und überraschend stark fand ich auch die Holzachterbahnen, die mir hier allesamt sehr gut gefallen haben. Bei den Flat Rides waren es vor allem Sledgehammer und Tundra Twister, die bei mir hängen geblieben sind. Auf meinen nächsten Besuch freue ich mich jedenfalls jetzt schon.