Batavia brennt – und ihr wollt dahin?

Tja, wer hätte gedacht, dass Batavia irgendwann tatsächlich abbrennt. Zwei Jahre nach dem Unglück im Europa Park wollten wir uns die Neuauflage der Piraten in Batavia Themenfahrt jedoch keineswegs entgehen lassen, wie auch einige der anderen Neuheiten der letzten drei Jahre.

Den Anfang in unserem kleinen Rundumschlag macht dabei das Voletarium im Eingangsbereich des Freizeitparks. Das Fahrgeschäft ist das erste Projekt unter dem Deckmantel des Adventure Club of Europe, einem fiktiven Abenteurerclub, der die Neuheiten der letzten Jahre parkintern ein wenig miteinander verknüpft und somit auch als Markenzeichen des Europa Parks fungieren soll. Wie auch beim neuen Wasserpark Rulantica wird dieses durch verschiedene Romane ad Absurdum geführt, wodurch es schwierig ist, dem ganzen wieder einmal zu folgen.

Belässt man es jedoch beim Wesentlichen, so ist das Voletarium ein sogenanntes Flying Theater der Firma Brogent Technologies. Der Flugsimulator bietet einen atemberaubenden, jedoch sehr familienfreundlichen, Flug durch Europa. Dabei ist jedoch nicht jeder Übergang zwischen den einzelnen Szenen gelungen, noch logisch umgesetzt, so dass das der Film im Vergleich zum wirklich gelungenen Film der Fuji Airlines im japanischen Fuji-Q Highland oder dem des Sky Voyager in der australischen Dreamworld ein wenig schwach daherkommt.

Nichtsdestotrotz wertet das Voletarium gerade durch seine Lage den vorderen Parkteil insgesamt auf. Das Fahrgeschäft ist insgesamt stimmig und eignet sich hervorragend als Fahrt für Zwischendurch.

Genauso verhält es sich auch bei Jim Knopf – Reise durch Lummerland. In bester Europa Park Manier hat man es sich nicht nehmen lassen eine weitere – diesmal eine vor allem im deutschen Sprachraum bekannte – Lizenz in den Park zu integrieren. Umgestaltet wurde hierfür die Kinderlok Old’99, die zuvor ein Zirkusthema vorweisen konnte, welches nun in einem kleinen Pavillon der benachbarten Marionetten-Bootsfahrt ein neues Zuhause gefunden hat. Dementsprechend fährt man nun mit Emma der Lokomotive durch das aus dem Buch von Michael Ende bekannte Lummerland, was gerade für kleinere Kinder ein echt tolles Erlebnis ist.

Ähnlich verhält es sich auch bei der ungemein populären Themenfahrt Snorri Touren, die beim Neubau des skandinavischen Themenbereichs in den Keller dessen zog. Auf dieser führt uns Snorri – das Maskottchen des Wasserparks Rulantica – durch die sagenumwobene Wasserwelt vor den Toren Rusts. Durch die plastische Gestaltung und die zum größten Teil gelungene Medieneinbindung macht die Fahrt einiges richtig – nur die kurze Rutschsequenz, bei der der Wagen auf eine bewegliche Plattform fährt, erinnert durch ihre schwammige Grafik an frühe Playstation 2 Titel und trübt somit den eigentlich stimmigen Gesamteindruck ungemein.

Was man dem niedlichen Snorri noch irgendwie verzeihen kann, das kann man Madame Freudenreich bei bestem Willen nicht – immerhin war das Universum der Energie die vormals stimmigste Themenfahrt des gesamten Freizeitparks. Nun ist die Fahrt nicht einmal mehr ein Schatten ihrer selbst, sondern eine Attraktion, der man bestenfalls fernbleiben sollte. Kleinere Kinder könnten vielleicht noch ihren Gefallen an dem elsässischen Gugelhupf-Dinosaurier-Brei finden; mir jedoch fällt auch niemand anders ein, der diesen Quark halbwegs vertragen könnte.

Gut, dass direkt darüber die Grüne Fee Einzug erhalten hat. Die Indoor-Achterbahn Eurosat CanCan Coaster entführt uns nämlich seit ihrer Umgestaltung auf einen Rausch der Sinne. Getrieben von Absinth und den altbekannten Klängen von In A Second Orbit erklimmen wir in altbekannter Manier den Trommellift empor, ehe der Galop infernal einsetzt und wir im Grunde einer nagelneuen Achterbahn begegnen.

Wie im CanCan schwingen wir uns durch die Kurven. Vorbei an großen Schwarzlichtkulissen rasen wir dabei immer schneller durch die Kuppe und werden zwischendrin auch noch etwas aus unserem Sitz gehoben. Dass das Erlebnis dabei absolut glatt von Statten geht, macht die Fahrt umso besser.

Eurosat war schon immer eine gute Indoor-Achterbahn. Zwar etwas rabiat unterwegs, aber durchaus unterhaltsam. Eurosat CanCan Coaster auf der anderen Seite ist eine der Achterbahnen Europas. Perfekt ausbalanciert, stimmungsvoll und mit einem tollen Schauwert. Hier stimmt wirklich alles.

Wobei, dass wirklich nur auf den CanCan Coaster zustimmt. Es gibt da nämlich auch noch Eurosat Coastiality. Während die eine Seite dank der Zusammenarbeit mit dem Varieté Theater Moulin Rouge sich zu neuen Höhen aufschwingen konnte, setzt die andere Seite auf ein VR-Erlebnis basierend auf Luc Bessons Valerian – Die Stadt der tausend Planeten.

Grundsätzlich finde ich VR-Achterbahnen lustig und der Europa Park hat ja bereits auf dem Alpenexpress Enzian gezeigt, was man alles noch aus einer Achterbahn herausholen kann. Trotz der veralteten Grafik war der erste Film eine Offenbarung sondergleichen. Viele Parks haben sich danach dem VR-Trend angeschlossen und es schien kein halten mehr zu geben. So schnell wie der Trend kam, so schnell ist er auch glücklicherweise wieder verschwunden und so wundert es einem schon etwas, dass der Europa Park, als einziger Park weltweit, die Technologie weiterhin fördert. Dank der im Resort vorhandenen Stand-Alone Attraktion Yullbe passiert dieses jedoch aktiv nicht mehr in den Parks.

Eurosat Coastiality ist zumindest in der Theorie eine äußerst passable Upcharge-Attraktion, die die Kapazität der Achterbahn Eurosat CanCan Coaster dank eines gesonderten Bahnhofs kaum bis gar nicht beeinträchtigt, wodurch einer der hauptsächlichen Kritikpunkte an VR-Achterbahnen entfällt. Die Fahrt ist jedoch dank der veralteten Grafik anstrengend und nur wenig beeindruckend. Der Schauwert der Achterbahn entfällt dadurch komplett, weswegen es auch keinen weiteren Anreiz für eine Wiederholungsfahrt gibt.

Genug Anlässe für eine Fahrt findet man derweil bei der Themenfahrt Piraten in Batavia, die dank der Neuerrichtung eine Frischzellenkur sondergleichen erfahren hat. Was zuvor eine langatmige Rip-Off Variante von Disneys Pirates of the Caribbean war, ist nun dank durchgängiger Storyline rund um den Abenteurer Bartholomeus van Robbemond und seinem Otter Jopie deutlich eigenständiger unterwegs. Die Fahrt auf Piraten in Batavia ist überaus unterhaltsam und bietet einen insgesamt hohen Schauwert, weshalb man sie keineswegs verpassen sollte.

Wie man sieht, war der Europa Park in den letzten Jahren in einem recht großen Umgestaltungswahn. Einige Projekte waren dabei längst überfällig und bei der einen oder anderen Attraktion des Freizeitparks würde man sie sich tatsächlich noch wünschen. Zwar ist nicht jede Änderung gelungen und auch nicht jede Lizenz ein Plus für den Park, doch generell ist der Tatendrang der Familie Mack positiv zu bewerten. Man versucht halt einer ständig wachsenden Besuchermenge einen Freizeitpark von Weltrang zu zeigen, nur leider vergisst man dabei oft, dass großartige Attraktionen keine zusätzliche Media Integration brauchen.

 

Was ist deine Meinung zu Eurosat CanCan Coaster, Piraten in Batavia und den anderen Neuheiten? Schreib sie einfach in das Kommentarfeld unter dem Bericht oder in unsere Social Media Kanäle:

 

          


Ein Besuch in der Warner Bros. Movie World

Die Warner Bros. Movie World ist einer der bekanntesten Freizeitparks in Deutschland und einer der einflussreichsten Filmparks der Welt.  Der durch das, zur WarnerMedia gehörige, Filmstudio Village Roadshow im Jahr 1991 ins Leben gerufene Park ist nämlich das Vorbild unseres hiesigen Movie Park Germany. Von 1996 bis 2004 war der Filmpark ebenfalls als Warner Bros. Movie World bekannt. Auch der spanische Freizeitpark Parque Warner Madrid basiert auf dem Park an der Gold Coast und nutzt weiterhin die Lizenzen von WarnerMedia.

Während Parque Warner Madrid ein überaus riesiger Park ist und auch der Movie Park Germany eine respektable Größe hat, so ist die Warner Bros. Movie World eher klein geraten. Neben der aus dem Movie Park Germany bekannten Main Street besteht der Park nur noch aus einem kleinen Kinderland, der Wildwasserbahn Wild West Falls und einem DC Heroes Themenbereich, wo sich fast alle Attraktionen des Freizeitparks tummeln.

Dieser Bereich befindet sich direkt am Eingang des Freizeitparks, bildet jedoch durch die geschickte Einbindung der Achterbahn Arkham Asylum keine Sackgasse. Gleich zu Beginn stoßen wir auf den Green Lantern Coaster, einem El Loco von S&S.

Den übersteilen und schnellen Lift erklommen geht es viel recht schnell in eine Kurvenkombination ohne vorhandener Querneigung, die kurz darauf in einem recht steilen 120,5° Drop überleitet. Der damit verbundene Weltrekord war jedoch nur von kurzer Dauer, denn bereits einige Monate später öffnete Takabisha im Fuji-Q Highland. Mit einer kleinen seitlichen Drehung geht es sogleich zur ersten Blockbremse hinauf.

Nun folgt eine Kurve, die man durchaus öfters in diversen Achterbahnen verbauen könnte, denn der nach außen geneigte Streckenabschnitt macht durchaus was her. Leider ist dieser Part sehr schnell wieder vorbei und eine scheinbar konventionelle Kurve schließt sich an, die jedoch gegen Ende immer mehr an Neigung zugewinnt und einem kurzerhand Überkopf stellt. Die Hangtime ist hierbei sehr ausgeprägt und man ist schon einigermaßen froh kurz darauf in einem halben Looping in Richtung Boden zu stürzen, wo man dann auch das erste Mal an der tiefsten Stelle der Fahrt angekommen ist. Die Fahrt ist jedoch noch nicht zu Ende und eine weitere Steigung mit anschließender kaum regulierender Blockbremse schließt sich an. Es folgt die letzte traditionelle Kurve, die in einer abwärtsführenden Heartlineroll mündet – dem tatsächlich interessantesten Element der Fahrt. Eine belanglose Kehrtwende in Form eines Immelmann Turns schließt sich an, woraufhin die Fahrt alsbald überaus abrupt endet.

Dank der breiteren Wagen und dem erhöhten Fahrkomfort auf Grund der fehlenden Schulterkrallen macht die Fahrt auf dem Green Lantern Coaster im Vergleich zu anderen (fast) baugleichen Anlagen deutlich mehr Spaß. Die Fahrt ist aufregend und bizarr – im Grunde also ein wenig Loco.

Direkt gegenüber befindet sich mit dem Batwing Spaceshot eine Vertikalfahrt aus dem Hause S&S, welche einem überaus rasant in eine Höhe von 61m befördert. Oben angekommen gibt es dann noch eine ordentliche Prise Airtime und damit verbunden ein breites Grinsen auf den Gesichtern der Mitfahrer.

In einer dahinter liegenden Halle befindet sich der Zugang zur Themenfahrt Justice League: Alien Invasion 3D. Zuvor war hier der Simulator Batman: The Ride zu finden. Die von der Sally Corporation entwickelte Themenfahrt verbindet große plastische Szenen mit 3D Screens, auf denen man die Aliens des Bösewichts Starro abwehren muss, ehe diese die Kontrolle über die gesamte Menschheit übernehmen. Ein herrlicher Spaß, wie man ihn von Sally gewohnt ist. Die Fahrt selbst stand später Pate für Justice League: Battle for Metropolis, welcher in diversen Six Flags Parks zu finden ist.

Eine der Gründe überhaupt in die Warner Bros. Movie World zu fahren ist die Achterbahn DC Rivals HyperCoaster. Die Achterbahn der Firma Mack Rides verfügt über ein atemberaubendes Out & Back Layout mitsamt einem stark verdrehten First Drop, einem 40m hohen Non-Inverted Loop, sowie einer Vielzahl atemberaubender Umschwünge und Airtime Hügeln und der Möglichkeit dieses für einen geringen Aufpreis auch noch rückwärts zu erleben. Blöd nur, dass die Achterbahn während meines Besuchs geschlossen war.

Wobei der DC Rivals HyperCoaster nicht alles war, was an meinem Besuchstag geschlossen gewesen war. Eigentlich erlauben die Village Roadshow Theme Parks eine recht einfache Planung des Besuchs, denn es gibt einen Wartungskalender für jeden einzelnen Park, nur plant man eben diese Zeiträume nicht besonders gut, so dass die einzelnen Attraktionen meist immer länger gewartet werden. Zugleich informiert man die Besucher jedoch nicht darüber, so dass diese erst vor Ort damit konfrontiert werden. Andere ganzjährig geöffnete Freizeitparks wie die Disneyland Parks oder Efteling zeigen, wie man es besser machen könnte und auch der nahe Freizeitpark Dreamworld macht es ohne Frage besser.

So zog es uns also an dem geschlossenen Roxy Theatre nun erst einmal in das Kinderland zur rechten Seite der Main Street. Hier befand sich vor einiger Zeit mal die Themenfahrt Looney Tunes River Ride, welche jedoch durch eine überdachte Gelddruckmaschine, ähm die Kinderfahrschule Junior Driving School ersetz wurde. Im Außenbereich davor steht seit dem Jahr 2000 der Road Runner Roller Coaster, die erste Achterbahn des Freizeitparks.

Interessanterweise stand für diese Achterbahn die Kinderachterbahn Coyote’s und Roadrunner’s Achterbahn aus der deutschen Niederlassung der Warner Bros. Movie World Modell, jedoch verzichtete man an der Gold Coast auf das aufwändige Felsmassiv der Achterbahn. Die Bahn verfügt jedoch über einen zweiten Zug, wodurch man immer nur eine Runde durch das altbewährte Rollerskater Layout des Herstellers Vekoma dreht.

Vorbei an der kleinen Ansammlung an Kinderfahrgeschäften zieht es uns nun zur großen Stuntshow des Freizeitparks. Hollywood Stunt Driver 2 bietet ein ähnliches Spektakel wie Moteurs… Action! Stunt Show Spectacular aus dem Walt Disney Studios Park in Paris und somit einen sehr starken Focus auf den Filmdreh mit einigen ausgewählten Darstellern. Wir können froh sein, dass der Movie Park Germany mit Crazy Cops New York weiterhin auf eine klamaukbehaftete Stunt Show wie der originalen Police Academy Stunt Show setzt. Das hier war leider nichts.

Im ehemaligen Gebäude der Gremlins Themenfahrt ist in beiden Warner Bros. Movie World Themenparks im Laufe der Zeit eine Achterbahn eingezogen. Hier an der Gold Coast entstand im Jahr 2002 mit dem Scooby Doo Spooky Coaster eine auf der Scooby Doo Realverfilmung desselben Jahres basierende Achterbahn.

Die Fahrt beginnt mit der aus dem Film bekannten Geisterbahnfahrt. Das Ganze ist bespickt mit einigen kleinen Drops, schwingenden Äxten und sehenswerten Animatroniks. Im Grunde ist der Spooky Doo Spooky Coaster also eine durchaus sehenswerte Themenfahrt, doch dann fahren wir in den Vertikallift der Anlage ein. Untermalt von einer Szene bei der Scrappy Doo zu einem Monster mutiert verlassen wir diesen rückwärtsgewandt. Kurz darauf stürzen wir uns einen 7m hohe Gefälle hinunter. Auf der anderen Seite der Anlage wechseln wir effektgeladen auf einer Drehscheibe erneut die Fahrrichtung. Untermalt durch den Song Scooby Doo, Where are you? geht es nun durch den altbekannten Parcours einer klassischen Wilden Maus. Wo uns normalerweise eine doppelte Schussfahrt erwarten würde, fahren wir jedoch nach nur einer Schussfahrt direkt in eine Bremse. Kurz darauf verlassen wir die Sound Stage, in der sich ein Großteil der Achterbahn befinden. Nach einer kurzen Zwischensequenz erwartet uns dann noch ein weiterer 3m hoher Sturz und alsbald die Ausstiegsstation der Anlage.

Der Scooby Doo Spooky Coaster ist eine klasse Achterbahn, die jedoch dank der geringeren Kapazität oftmals eine etwas längere Warteschlange vorweisen kann. Die Fahrt in der erweiterten Wilden Maus macht jedoch einiges her und lässt einem durchaus gut gelaunt aus der Anlage aussteigen – obgleich die eigentliche Achterbahnfahrt hauptsächlich in einer dunklen Halle mit Lichterschau stattfindet.

Vorbei am Doomsday Destroyer – einer von Intamin erbauten suspended Variante des beliebten Kamikaze Fahrgeschäfts –, welcher eine sehr solide Fahrt bot, nähern wir uns nun dem Westernbereich des Freizeitparks. Hier befindet sich als einzige Attraktion des Bereichs die Wildwasserbahn Wild West Falls, ihres Zeichens die einzige noch verbleibende Attraktion, die auf dem Film Wild Wild West basiert. Ursprünglich sollte die Wasserbahn jedoch auf dem Film Rio Bravo basieren, was sich auch an der vorhandenen Thematisierung der Anlage zeigt.

Nachdem man die recht lange Warteschlange durchquert hat, kann man sogleich in einem der Boote Platz nehmen. Kurz darauf dümpelt das Boot vorbei an der Wartungshalle der Anlage in Richtung des ersten Lifthügels. Oben angekommen fährt man nun in das gewaltige Bergmassiv hinein, wo sogleich der erste Drehteller auf einem wartet. Dieser entlässt das Boot dann hinein in die erste Schussfahrt, welche rückwärts absolviert wird. Hieran schließt sich ein kleiner Hügel an. Kurz darauf folgt dann die Abfahrt in das kühle Nass, wobei der Nässegrad bislang noch sehr überschaubar bleibt. Nach einer Kurve erreicht man eine weitere Wendestelle, woraufhin das Boot wieder vorwärts unterwegs ist. Gar unspektakulär führt einem der Fluss nun durch einen Canyon, ein Indianerdorf und die Westernstadt Dogde City, bevor es erneut in die Mine hinein geht. An der höchsten Stelle der Fahrt angekommen wird man über einen Drehteller erneut in Position gebracht, woraufhin die zweite und finale Schussfahrt eingeleitet wird. Unten angekommen wird man dann recht angenehm befeuchtet. Es folgt die Rückfahrt zur Station.

Ich liebe Wasserbahnen aus dem Hause Hopkins und auch Wild West Falls ist eine rundum gelungene Wasserbahn mit einem tollen Setting und zwei atemberaubenden Schussfahrten. Jedoch ist sie im Vergleich zur Wildwasserbahn Rio Bravo aus dem Parque Warner Madrid in vielerlei Hinsicht die schwächere Anlage. Die von Intamin gebaute Revision der Wild West Falls punktet vor allem durch ihre Airtime, die hier an der Gold Coast leider vollständig abhanden ist. Auch scheint die Fahrt in Spanien ein wenig besser in Schuss zu sein. Nichtsdestotrotz, sollte man die Wildwasserbahn Wild West Falls auf keinen Fall verpassen.

Auf dem Weg zur nächsten Attraktion schauten wir im WB Studio Showcase vorbei, wo während unseres Besuchs einige Requisiten aus aktuellen WB Produktionen, darunter The Great Gatsby, Shazam!, Suicide Squad und Mad Max, zu sehen waren. Leider war dieses auch die einzige Attraktion, die die ursprüngliche Idee des Filmparks aufgriff. Hiervon hätte ich gerne mehr gesehen.

Der Vekoma Suspended Coaster Arkham Asylum – Shock Therapy hätte eigentlich an unserem Besuchstag geöffnet sein müssen. Auch an einem späteren Tag war die Anlage auch auf weiteres geschlossen. Tatsächlich wird die Achterbahn seither nicht mehr betrieben und demnächst wohl auch aus dem Park verschwinden. Dabei hätte ich ganz gerne eine Runde auf dem SLC mit seiner Bonus-Helix gedreht, immerhin wies die Anlage auch hier den aus dem Parque Warner bekannten VR-Film auf.

Die letzte Attraktion auf unserem Rundlauf ist die Achterbahn Superman Escape. Die Warteschlange der Achterbahn ist eher unscheinbar und endet vor automatisierten Türen, hinter denen sich die Wagen der MRT (Metropolis Rapid Transit) U-Bahn befinden.

Die Fahrt beginnt demnach recht gemächlich. Jedoch wird schon bald klar, dass unsere Lage ein wenig verzwickter ist. Warnungen vor Erdbeben sorgen dafür, dass wir an den nächsten Stationen nicht halt machen. Geplatzte Gasleitungen, die zur Sprengung einer Pumpstation führten, sorgen für eine Überschwemmung des Bahntunnels und plötzlich stürzen auch noch Polizeiwagen in die Tunnel. Obwohl die Situation ausweglos erscheint, kommt im letzten Moment Superman zu unserer Rettung. Was folgt ist eine atemberaubende Achterbahnfahrt, ausgehend von einem wahnsinnig guten Hydraulikabschuss.

Mit gut 100 km/h erklimmen wir sogleich einen 40m hohen Top Hat, den wir geradewegs einfahren und zur Seite gerichtet verlassen. Nach einer druckreichen Rechtskurve am Boden entlang fahren wir sogleich in einen airtimereichen Camelback. Hieran schließt sich eine Linkskurve an, bei der wir durch eine Halle fahren. Nach einem weiteren Umschwung führt uns der Weg durch eine weitere bodennahe Rechtskurve, ehe wir auf dem anschließenden Hügel ein weiteres Mal die Richtung wechseln und uns alsbald in der Bremsstrecke der Anlage wieder finden.

Superman Escape ist eine gnadenlos gute Achterbahn. Die Fahrt durch das kompakte Layout ist überaus knackig und überzeugt durch seine schnellen Umschwünge und der großartigen Airtime. Leider steht die Achterbahn jedoch nur in der Warner Bros. Movie World und nicht bei uns im Movie Park Germany, was wiederum andere Schwächen offenbart. Die geringe Kapazität der Anlage im Einzugsbetrieb wird durch die hohe Anzahl der Fastpassler noch einmal verschlimmert, so dass man hier leider sehr lange anstehen muss. Im Movie Park Germany steht an selber Stelle nun der immersive Tunnel The Lost Temple und die Achterbahn Star Trek Operation Enterprise, jedoch wünschte ich mir wirklich, man hätte sich ein weiteres mal am Park an der Gold Coast orientiert.

Warner Bros. Movie World, du warst bestimmt einmal ein richtig guter Freizeitpark. Anfang der 90er Jahre hast du jeden mit deinem Konzept überrascht, nun aber ist von der Magie so gut wie nichts mehr vorhanden. Zwar gleichst du heutzutage eher einem klassischen Freizeitpark, doch deine Achterbahnen können von deinem Mangel an Attraktionen und Shows kaum hinwegtäuschen. Ich frage mich ehrlich gesagt wirklich, wie man hier einen ganzen Tag verbringen soll. Eine Frage, die man sich interessanterweise beim Schwesterpark in Bottrop nie stellen würde.


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Fahrspaß auf der Scenic Railway

Einer der kleinsten Vergnügungsparks, denen ein Freizeitparkfan auf seinen Reisen begegnen kann, ist der Luna Park Melbourne in St. Kilda. Der historische Vergnügungspark befindet sich auf einem dreieckigen Fleckchen Land, das keinen Platz für Erweiterungen bietet. Der stark vom Luna Park auf Coney Island in New York beeinflusste Freizeitpark öffnete seine Pforten im Jahr 1912. Seine Hauptattraktion ist die Scenic Railway, die am Rande des Parks entlangführt und ihm eine schöne Ästhetik verleiht. Innerhalb des Innenhofs der Holzachterbahn befinden sich alle weiteren Attraktionen.

Wenn man den Park durch sein schönes und doch etwas gruseliges Eingangsportal betritt, trifft man direkt auf eine der Hauptattraktionen des Parks. Das Luna Park Carousel wurde 1913 von der Firma Philadelphia Toboggan Coasters gebaut und verfügt über 68 Pferde und Wagen. Jedes Pferd ist einzigartig und hat einen eigenen Namen.

Gleich daneben findest du eine HUSS Enterprise, eine von Meisho gebaute Bootsschaukel, sowie den Spider von der Eyerly Aircraft Company. Dieses klassische Fahrgeschäft hat eine der gruseligsten Dekorationen auf dem Exzenter, welche von dem Künstler und Kinderbuchautor Leigh Hobbs entworfen wurde.

Vorbei am Riesenrad des Parks, stoßen wir schnell auf eine Power Surge von Zamperla. Obwohl diese Fahrgeschäfte auf Jahrmärkten in Australien und den USA recht häufig zu finden sind, habe ich noch nie eine dieser Attraktionen in natura gesehen. Ich war überrascht von dem angenehmen und aufregenden Fahrgefühl.

Während unseres Besuchs im Luna Park Melbourne, hatte der Park zwei Scare Mazes. Extreme Phobia befand sich auf der obersten Etage des alten Dodgems-Gebäudes, das heute den Luna Palace Raum beherbergt und Haunted Fairytales befand sich in der obersten Etage des Stardust Gebäudes. Beide Haunted Houses waren aufpreispflichtig und eine recht teure Erfahrung. Mein Freund Aris ging durch Extreme Phobia, fand es aber weder besonders gruselig noch das Geld wert.

Eine Attraktion, von der ich mir gewünscht hätte, dass sie wenigstens ein bisschen gruselig wäre, war die traditionelle Geisterbahn Ghost Train der Pretzel Amusement Ride Company aus dem Jahr 1934. Die kurze Fahrt in den kleinen Zügen bestand größtenteils nur aus dunklen Gängen mit statischen Gemälden, einigen Schwarzlichteffekten und einer Handvoll Animatronics. In Anbetracht der Tatsache, dass die Fahrt die längste Warteschlange im Park aufwies, war ich nicht sonderlich beeindruckt.

Die Neuheit in diesem Jahr war der kleine Spinning Coaster Speedy Beetle von SBF Visa, der die etwas in die Jahre gekommene Familienachterbahn Silly Serpent ersetzt hat. Überraschenderweise war es der erste Spinning Coaster dieses Typs, der mir untergekommen ist. Der kleine Figure-8-Coaster ist fast überall auf der Welt zu finden und bietet eine hervorragende Fahrt für kleinere Besucher.

Der zweite große Thrill Ride im Luna Park Melbourne ist der Kamikaze Pharaoh’s Curse von Fabbri. Im Gegensatz zu den anderen Kamikaze-Fahrgeschäften der Firma ist dieses viel näher am Original Sky Flyer von Vekoma und Mondial und bietet lediglich einen bequemen Schoßbügel für die aufregende Überschlagfahrt. So gut dieses Fahrgeschäft auch ist, es scheint in einem schrecklichen Zustand zu sein.

Etwas, was man von der Scenic Railway nicht sagen kann, die insgesamt gut gepflegt zu sein scheint. Während meines Besuchs war sie die älteste in Betrieb befindliche Achterbahn, da Leap-the-Dips im Lakemont Park in Pennsylvania gerade restauriert wurde. Allerdings ist die Bahn dafür bekannt, die älteste durchgehend betriebene Achterbahn zu sein.

Die Fahrt mit der Scenic Railway beginnt mit einer kleinen S-Kurve in den Kabellift. Nachdem wir den (für eine Achterbahn dieses Alters überraschend geraden) Lift erklommen haben, passieren wir eine Kurve über dem ikonischen Eingang des Luna Park Melbourne. Es folgt ein großer Drop. Nach einer weiteren Panoramakurve in luftiger Höhe geht es nun knapp über dem Boden in einen Camelback, der von einem Tunnel überdacht wird. Mit besten Aussichten auf die Port Phillip Bay, nehmen wir eine weitere Kurve. Kurz darauf beginnt die zweite Runde im dreieckigen Layout der Bahn. Zunächst geht es hinter dem Bahnhofsgebäude der Scenic Railway in einen großen Drop, ehe wir eine weitere S-Kurve nehmen, um unsere Fahrt im Innenhof der Bahn fortzusetzen. Nun geht es durch eine Reihe von Airtime-Hügeln und einen Tunnel, während wir dem Layout der zuvor erlebten Strecke folgen. Dabei verliert der Zug einiges an Geschwindigkeit und kriecht in der letzten Kurve fast auf den Bahnhof zu.

Die Scenic Railway ist eine historisch bedeutsame Achterbahn. Leider ist sie auch die schwächste Scenic Railway, die ich bisher ausprobieren durfte. Es scheint, dass die Bremser die Bremsen ein bisschen zu sehr benutzen und die Fahrt deshalb so gemächlich wird. Nichtsdestotrotz bin ich mir sicher, dass man mit einem erfahrenen Bremser einen Riesenspaß mit der Scenic Railway haben kann.  Es ist eine schöne Achterbahn mit einem spaßigen Layout. Wenn du Melbourne besuchst, solltest du sie auf keinen Fall verpassen.

Der Luna Park Melbourne ist kein Park, dessen Besuch ich empfehlen würde, außer für die kultige Scenic Railway. Der Park ist teuer und es mangelt an Attraktionen. Insgesamt scheint es, dass der Luna Park Melbourne seine besten Jahre weit hinter sich hat. Alles ist ein wenig abgenutzt und für einen Park seiner Größe gibt das kein gutes Bild ab.


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