Ein toller Nachmittag in De Panne

Vorwort

Über síeben Jahre sind vergangen als ich das erste Mal, an einem, sehr stark frequentierten, Gründonnerstag das Plopsaland De Panne besuchte. Die Katapultstartachterbahn Anubis – The Ride war keine vier Tage alt, doch begeistern konnte mich der Freizeitpark damals überhaupt nicht. Spätestens mit der Entgleisung der Parkeisenbahn, die noch durch ein größeres Tiergehege fuhr, war die Luft raus und ich verließ frühzeitig den Freizeitpark.

Meine Erinnerungen an das Plopsaland waren seither negativ geprägt, doch der ständige Tatendrang auf Seiten der Studio 100 Gruppe ließ einen immer wieder nach De Panne schauen. Themenbereiche wurden neu strukturiert oder aus dem Boden gestampft, ein Theater wurde errichtet, sowie ein vielversprechendes Schwimmbad gebaut und dennoch blieb es stets bei interessierten Blicken. Mit der Errichtung der Holzachterbahn Heidi – The Ride und der angedachten baldigen Eröffnung war ein Besuch unumgänglich, weswegen ich mir zu Saisonbeginn eine Plopsa Funcard mit Parkingpass (sehr lohnenswert, gerade bei den Benelux’schen Parkgebühren) im Holiday Park kaufte. Blöd nur, dass gerade die Holzachterbahn dank Lärmschutzproblemen, bislang über eine kurze Testphase nicht herauskam und eine Eröffnung erst im nächsten Jahr erfolgen wird. Evtl. war es aber auch ein Glücksfall, denn ohne die beinahe panische „Hilfe, ich habe mir eine Plopsa Funcard gekauft und muss die noch irgendwie ausnutzen“ Tour kurz nach Abgabe meiner Abschlussarbeit, hätte ich meinen Freund David so schnell nicht wiedergesehen.

Nach einem kurzen Besuch im Plopsa Indoor Coevorden erreichte ich den Parkplatz gegen 15 Uhr. Von hier aus führt unterhalb der, unfassbar gut positionierten, Holzachterbahn der Weg in Richtung Eingang des Parks. Quelle douleur, quel camouflet hier nicht mitfahren zu können, vor allem da die Ausstrahlung der Anlage auch innerhalb des Parks absolut harmonisch ist.

Geschichte des Freizeitparks

Das Plopsaland De Panne wurde im Jahr 2000 eröffnet, die Ursprünge des Parks jedoch reichen auf das Jahr 1935 zurück, wo die Familie Florizoone mit dem Meli Park den ersten Freizeitpark des Landes rund um ihr Honigimperium Meli eröffneten. Stetig fallende Besucherzahlen in den 90er Jahren sorgten dann für den Verkauf an das (damals noch recht frische) Studio 100, welche den Park durch ihre eigenen (Kinderserien-)Lizenzen wieder auf Erfolgskurs brachte.

Parkrundgang

Mayaland

Betritt man den Park findet man sich, ähnlich dem Holiday Park bei Haßloch, auf einer überdachten Main Street und kurz darauf auf einem riesigen Platz mit einigen Fontänen wieder. Von hier gehen zahlreiche Wege ab, auch befindet sich hier der Zugang zum parkeigenen Theater und dem Indoor-Themenbereich Mayaland. Dieser spiegelt eine kleinere, jedoch überdachte, Version des pfälzischen Kinderlandes dar und bietet mit dem Kontiki De Swingboom, dem Flying Fish De Bloemenmolen, dem Demolition Derby De Waterlelies und dem Family Freefall Tower De Valtoren Spaß für die ganze Familie. Wie auch das Theater und das benachbarte Schwimmbad, wird auch das Mayaland außerhalb der regulären Parköffnungszeiten genutzt.

De Vleermuis

Folgt man der Wegstrecke der Parkeisenbahn, mit der man im Übrigen den bislang noch nicht fertiggestellten Themenbereich um die Kinderserie Heidi passiert, stößt man recht zügig auf die Achterbahndoppelanlage De Vleermuis. Hierbei handelt es sich um eine kleine Anlage mit freischwingenden Gondeln der Firma Caripro, bei der sich beide Spuren ein Rennen über das stetig abfallende und recht simple Layout in Form einer Acht liefern. Besonders dabei ist eigentlich nur der recht zügige Vertikallift, bei dessen Einfahrt man sich lieber ordentlich festhalten sollte um böse Überraschungen vorzubeugen, sowie der Aufbau der Wagen, die der eh schon geringen Kapazität durch teilweise langandauernde Einstiegsversuche keineswegs zugutekommen.  Die Fahrt ist just ok und bedient hauptsächlich das jüngere Publikum des Parks, welches auch recht viel Spaß auf der Anlage hatte.

De Boomstammetjes

Einige Meter weiter stößt man auf den hübsch gestalteten mittelalterlichen Themenbereich, in dem De Boomstammetjes, die große Wildwasserbahn des Parks, sowie die angetriebene Achterbahn De Draak auf Fahrgäste warten.  Als eine der ersten Anlagen ihrer Art konnte die im Jahr 1989 eröffnete Wildwasserbahn eine doppelte Schussfahrt aufweisen, darüber hinaus bietet die Anlage eine überaus lange Fahrstrecke bei nur zwei Schussfahrten; während des Besuchszeitpunkt hingegen war die Anlage leider nicht geflutet, eine Fahrt daher nicht möglich.

De Draak

Über der Wildwasserbahn hingegen drehte der Drache Runde für Runde, weswegen es sogleich durch die ellenlange und wunderschön gestaltete Warteschlange direkt in die Station ging. Diese verlässt man auch sogleich in einer schnelleren Rechtskurve in Bayernkurvenmanier, also eine Kurve mit mehreren Hügeln und Tälern. Nun folgt eine längere Gerade mit einem ähnlichen Verlauf, doch die Geschwindigkeit ist nun bereits deutlich gedrosselt. In der anschließenden Linkshelix nimmt man wieder etwas an Geschwindigkeit zu, doch auch die kommenden, bodennahen Richtungswechsel oberhalb der Wildwasserbahn können die Spannung leider nicht wirklich steigern. Eine Rechtshelix führt den Zug wieder in luftige Höhe, wo dieser dann eine Kuppe überschleicht. Mittels einer weiteren Abwärtshelix baut man jedoch wieder etwas an Geschwindigkeit auf, woraufhin alsbald die Station zügig durchfahren wird. Es folgt eine weitere Runde.

Die Fahrt auf der Achterbahn De Draak ist leider nicht sonderlich spannend, noch schnell. Dabei ist der Streckenverlauf der Anlage nun wirklich nicht schlecht, es fehlt nur etwas die Geschwindigkeit mit der man die vorhandenen Elemente passiert. Ohne diese gehört die Achterbahn zu den langweiligsten Vertretern ihrer Art, was die im Park vorhandene Zielgruppe jedoch keineswegs stört.

Rollerskater

Am zentralen See angekommen trifft man sogleich auf ein Wildwasser-Rondell und ein Magic Bike, sowie auf den ersten Ohrwurm des Parks, denn beide Attraktionen sind dem Mega Mindy Universum angesiedelt, weswegen der Titelsong der Serie rauf und runter gespielt wird. Etwas Ruhe davon findet man beim benachbarten Rollerskater, einer Familienachterbahn des Herstellers Vekoma im Standart-Layout, welche hier in einer wunderschönen und vor allem überdimensionierten Gestaltung daherkommt.

Kaatje zoekt Eendje und Viktor’s Race

Neben der Rundbootfahrt Kaatje zoekt Eendje befindet sich die Familienachterbahn Viktor’s Race. Mit dem Einzug des Kinderserienprogramms Kaatje van Ketnet wurde die Achterbahn Dongo’s Race nicht nur neugestaltet, sondern bekam auch einen neuen Zug und neue Schienen spendiert; immerhin ist die 1976 erbaute Anlage die älteste Achterbahn des Parks und sogleich auch eine der beliebtesten. Die Umgestaltung zumindest wirkt sich überaus positiv auf die Anlage aus und fügt sich nahtlos an das allgemeine Konzept an.

Rox Flyer und Prinssesia

Währenddessen wirkt der Funtime Starflyer Rox Flyer mittlerweile wie ein Fremdkörper im eigenen Park. Direkt nebenan besteht seit diesem Jahr nämlich ein, ziemlich kitschiges, aber irgendwie auch passend gestaltetes, Märchenschloss, in der die gehobene Küche des Parks, das Restaurant Prinssesia, untergebracht ist. Die Preise sind dabei, wie überall im Plopsaland De Panne, durchaus hoch, jedoch findet man hier vom üblichen Fast Food glücklicherweise keine Spur. Ebenso positiv wurden die Teetassen mit in den neu erschaffenen Komplex eingebunden.

Piratenboot, Storm op Zee und Super Splash

Den Rundgang um den See rundet der Piratenthemenbereich um Piet Piraat ab. Neben der elegant auf dem See platzierten Schiffschaukel Piratenboot und der schicken Koggenfahrt Storm op Zee wird dieser Bereich vor allem durch den Mack Rides Super Splash gleichen Namens geprägt. Aus einer Höhe von 18m stürzt man in geräumigen Booten 20m gen Boden, überfährt einen kurzen Hügel und landet kurz darauf im kühlen Nass, woraufhin man gemächlich seinen Rückweg in Richtung Station antritt. Die Besonderheit dieses Exemplars liegt neben der Reduzierung auf das Wesentliche, so zum Beispiel gibt es keinen unnötigen Rückwärtspart in luftiger Höhe, auf der Verwendung eines Vertikallifts, welcher bei der Auffahrt eine Rotation um 180° vollführt. Der Nässegrad ist wie üblich eher überschaubar, so dass man hier eine weitere gelungene Familienachterbahn bietet.

Anubis – The Ride

Im Jahr 2009 entstand mit Anubis – The Ride eine Achterbahn rund um die TV-Serie Het Huis Anubis, welche kurz darauf auch in einer eigenen deutschsprachigen Produktion auf dem Sender Nickelodeon ausgestrahlt wurde. Das Haus Anubis stellt dabei ein Internat dar, in der eine Gruppe von Schülern zahlreiche mystische Abenteuer und allerlei Intrigen erleben; dementsprechend auch die Aufmachung im Inneren, die sich gerade im Vergleich zur Freifallturm-Neuinszenierung des Holiday Parks überaus sehen lassen kann, zumal die Bilder der Cast im Laufe der Zeit weniger wurden und der Soundtrack nicht mehr in Dauerschleife läuft.

Einmal in den sechssitzigen Wagen Platz genommen verlässt man auch sogleich die, dem Haus Anubis nachempfundene, Station und nimmt in einer kurzen Rechtskurve etwas an Schwung auf. Kurz darauf taucht der am Wagen befindliche Aktor in die an der Strecke befindlichen Statoren ein, woraufhin dieser sehr zügig auf eine Geschwindigkeit von 90 km/h gebracht wird. Nun rast man mit voller Wucht einen sehr steilen Hügel, ähnlich einem halbseitigen Top Hat Element, empor, passiert die Kuppe und verlässt diesen seitlich gedreht zur rechten Seite. Recht kraftvoll passiert man das nun folgende Tal, ehe man erneut emporschießt um anschließend in einem Dive Loop in Richtung Boden zu stürzen. Auf einem weiteren Top Hat ähnlichen Hügel wechselt man die Richtung und stürzt sich ein weiteres Mal airtimereich dem Grund entgegen. Wieder einmal sehr druckvoll passiert man das Tal ehe man die Welt in einem Immelmann erneut überkopf sieht. Eine Steilkurve führt nun hinauf in die Blockbremse der Anlage. Kaum an Geschwindigkeit reduziert folgt eine weitere Linkskurve hinab auf Bodenniveau. Hierauf überquert man einen kleinen Hügel und vollzieht dabei einen letzten Richtungswechsel, ehe man schwungreich in einer knackigen Heartlineroll ein letztes Mal über Kopf gestellt wird. Kurz darauf ist die Station auch wieder erreicht.

Anubis – The Ride fährt sich nach wie vor richtig, richtig gut. Die Fahrt ist von Anfang an überaus druckreich, die Airtime ist ausgeprägt und die Inversionen werden allesamt sehr zügig durchfahren. Die Gestaltung der Anlage ist darüber hinaus sehr gelungen und erzeugt ein ganz eigenes Ambiente, welches sich aber, recht untypisch für andere Inselthemenbereiche diverser Freizeitparks, vollkommen in das Gesamtkonzept einbettet.

De Grote Golf und Wickie – The Battle

Der optisch eindrucksvollste Themenbereich ist das 2013 errichtete Wickieland, wo Wickie und die starken Männer ihr zuhause gefunden haben. Mit dem wohl am schönsten gestalteten Disk’o Coaster De Grote Golf der Firma Zamperla, sowie dem malerischen Splash Battle Wickie – The Battle der Firma Mack Rides präsentiert man hier zwei gute Fahrgeschäfte in einer rundum gelungenen Atmosphäre, auch wenn die Effekte, sowie Mitfahrer beim Splash Battle während der Besuchszeit etwas gefehlt haben. Leider ist es sehr auffällig, dass Figuren bzw. Figurengruppen öfters verwendet wurden, so dass manchmal etwas die Abwechslung fehlt, zumal man besagte Figuren auch allesamt aus den anderen Plopsa Parks bereits kennt.

Kirmesplein

Ebenso gelungen ist der 2015 neu-arrangierte Themenbereich Kirmesplein, welcher nun nicht mehr wie eine Ansammlung alter Fahrgeschäfte aussieht, sondern gekonnt in Szene gesetzt wurde. Dabei wurde auch der Wellenflug Wienerwalz durch ein neueres Exemplar ersetzt. Ebenso tummeln sich nun etliche Figuren aus dem Samson & Gert Universum in diesem Bereich.

Het Bos van Plop

Neben der Kleinkindersparte rund um den Clown Bumba, welche man nun wirklich nicht seinen Kindern zeigen sollte, in den Benelux-Ländern aber überaus beliebt ist, prägt Kabouter Plop, nach dem auch das Plopsaland De Panne benannt wurde, den letzten verbleibenden Bereich. Neben einer kleinen Farm und einer Traktorfahrt, natürlich mit freilaufenden Nutztieren, besticht dieser Bereich vor allem durch die Themenfahrt Het Bos van Plop, in der man auf einer recht langen Fahrt die Welt der Gnome entdecken kann. Diese ist sehr schön in Szene gesetzt und weist (höchst wahrscheinlich) einen recht großen Bezug zur Fernsehserie auf, wodurch hier in der Regel sehr lange Wartezeiten vorhanden sein können.

Bilder Plopsaland De Panne

Fazit Plopsaland De Panne

Das Plopsaland De Panne hat sich in den letzten sieben Jahren rasant und vor allem stetig entwickelt, wodurch der Park mittlerweile einen sehr eftelingesquen Charme aufweisen kann. Alles ist rund und greift irgendwie ineinander über, weswegen man sich im Park wirklich sehr wohl fühlt. Die Ergänzungen und Erweiterungen der vergangenen Jahre zeigen eindrucksvoll wie man vorhandene Konzepte weiterentwickeln kann um ein insgesamt besseres Erlebnis zu bieten, wodurch man sehr erwartungsvoll in die Zukunft blicken darf und dass auch gerne in Haßloch.

 

Was ist eure Meinung zum Freizeitpark Plopsaland De Panne?  Schreibt sie einfach in das Kommentarfeld unter dem Bericht oder besucht unsere Social-Media-Kanäle:

 

          


Blackpool Pleasure Beach (2016)

Vorwort

Da meine Cousine Flugangst hat, nutzte ich die Chance, sie nach England zu begleiten, wo sie ihren Urlaub in einer Gastfamilie verbringen würde. Ich mietete ein Auto in Birmingham und bereute es leider sofort, über Europcar und nicht über eine andere Autovermietung gebucht zu haben. Mein Freund Daniel kam an diesem Tag früher nach Birmingham und hat derweil seine Zeit im wunderschönen Drayton Manor Theme Park verbracht. Als ich dann irgendwann den Schlüssel zum Auto hatte, konnte ich ihn nach Parkschließung vom Hotelparkplatz abholen und gemeinsam fuhren wir in das Seebad Blackpool in Lancashire, um ein tolles Wochenende in der Stadt zu verbringen, sowie einen Besuch in einem meiner absoluten Lieblingsfreizeitparks Blackpool Pleasure Beach zu tätigen.

Blackpool Pleasure Beach

Bei meinem letzten Beitrag klang es vielleicht nicht so, als ob ich den Park so genießen würde, aber mit der Zeit ist er mir wirklich ans Herz gewachsen. Es ist ein sehr gut gealterter Freizeitpark, in den viel Mühe gesteckt wird, um ihn so gut wie möglich am Laufen zu halten, während andere Parks im Vereinigten Königreich derzeit einen großen Schritt zurück machen und an Bedeutung verlieren. Ja, ich meine dich Alton Towers!

Es war mein erster Besuch im Park an einem vollen Tag während der Illuminations in Blackpool. Obwohl es im Grunde überall Warteschlangen gab, mussten wir nie lange warten. Ich konnte sogar endlich die verbleibende Spur der Steeplechase Achterbahn fahren – ich brauchte lediglich drei Besuche im Park, um das zu schaffen.

Sky Force

Außerdem habe ich die Sky Force Attraktion von Gerstlauer ausprobiert. Obwohl sie eine der neueren Sky Fly Anlagen ist, bot sie auf jeden Fall eine Fahrt wie auf einer der alten Installationen; sprich sie war kaum gebremst, was zu insgesamt 96 Überschlägen führte – und ich liebte es! Es war ein brillanter Start in einen wunderbaren Tag im Pleasure Beach.

Bilder Blackpool Pleasure Beach

 


Was ist deine Meinung zum Gerstlauer Sky Fly Fahrgeschäft Sky Force im Blackpool Pleasure Beach?  Schreib sie einfach in das Kommentarfeld unter dem Bericht oder besuche unsere Social Media Kanäle:

 

          


Ein Tag in der vertikalen Realität

Pleasure Beach Blackpool

Der 1896 gegründete Freizeitpark Pleasure Beach Blackpool gilt zweifelsohne als das Achterbahnmekka in Europa, immerhin stehen hier zehn verschiedene Achterbahnen, wobei eine Anlage besonderer ist als die andere. Aber auch andere, meist sehr seltene, Fahrgeschäfte sind hier zu finden und so strahlt der Pleasure Beach Blackpool eine besondere Atmosphäre aus, was dem Rest der Gegend um ihn herum nicht sonderlich gelingt.

Nachdem man sein Ticket im Ticketcenter des Casinogebäudes neben dem eigentlichen Park abgeholt hat geht es nach kurzer Taschenkontrolle in den Park. Sollte man eine Tasche dabei haben kann man sich einen Locker zur Tagesmiete besorgen, welche vergleichsweise gering ausfällt.

Flying Machines

Der erste Eindruck des Parks wirkt durch die imposante Stützkonstruktion der Big One vielversprechend. Der doch sehr großzügige Vorplatz wird durch eine der bekanntesten Attraktionen des Parks geprägt, den Flying Machines. Die 1904 erbaute Anlage ist die älteste Attraktion des Parks und bietet ein rasantes Fluggefühl, sofern die Anlage erst einmal ihr volles Potential erreicht hat. Eine moderne Kopie der Anlage kann man im Übrigen in Disneys California Adventure finden.

Infusion

Da die meisten Attraktion erst im Laufe des Tages öffneten ging es zur bis dato neuesten Achterbahn des Parks, dem Vekoma Suspended Looping Coaster Infusion. Die zuvor als Traumatizer aus dem New Pleasureland Southport bekannte Anlage wurde auf die Fläche der ehemaligen Wildwasserbahn des Parks gestellt, wo sie nun zwischen den Achterbahnen Big Dipper und Big One zur Geltung kommt. Der Weg zur Achterbahn gestaltet sich als halbwegs lang, verschafft einen aber wunderbare Einblicke in das Geschehen.

Die Fahrt an sich verläuft für diesen Achterbahntypen in einer gewohnten Qualität, größere Schläge während der Fahrt sind jedoch nicht zu erwarten. Die Wassereffekte denen man während des Fluges ausgesetzt ist sind nett und kommen vor allem in der ersten Reihe gut zur Geltung.

Big Dipper

Eine Anlage die auf Bildern um einiges größer wirkt als in der Realität, ist der Big Dipper, eine Holzachterbahn aus dem Jahre 1923. Eine Besonderheit dieser Achterbahn ist, neben ihrem Alter, der Turm auf dem die Wende vor dem ersten größeren Gefälle stattfindet. Die Fahrt in den gut gepolsterten, wenn auch etwas engeren, Zügen ist amüsant, auch wenn dieser gerade im eher flacheren Verlauf der Strecke seltsam herumwippt. Glücklicherweise ist die Fahrt mit dem Big Dipper mit eher ausgeprägten Kräften bestückt und so kann man in den Genuss von negativen Kräften kommen.

Big One

Die Achterbahn, die dem Pleasure Beach Blackpool im Jahre 1994 in aller Munde brachte, und einen der treffendsten Namen bietet ist die Big One. Zum Zeitpunkt ihrer Eröffnung war sie die höchste, steilste und schnellste Achterbahn Europas und wurde bis dato nur zwei mal überboten. Heutzutage ist sie aber dennoch die höchste, steilste und schnellste Achterbahn, zumindest in der vertikalen Realität, die auch nur diese Achterbahn bietet.

The Big One ist eine unterschätzte Achterbahn, welche oftmals von allmöglichen Freizeitparkfans kritisiert wird, meist in Verbindung mit ihrem Hersteller Arrow Dynamics. Das sich die Achterbahn aber deutlich besser fährt als so manch europäischer Ableger der Edelachterbahnschmiede Bollinger & Mabillard wird meist außer acht gelassen oder vor lauter Fanatismus einfach nicht bemerkt. Die fast 1700m lange Fahrt an sich ist aller erste Sahne und kann sich sehen lassen. Der First Drop ist schlichtweg als genial zu sehen und die nachfolgenden Hügel bieten ein ausgeprägtes Geschwindigkeitsgefühl, welches mit sehr seltsamer Airtime vor den Blockbremsen abgerundet wird.

Betrachtet man die Big One unter Beachtung der vertikalen Realität, die diese Achterbahn unbestreitbar verkörpert, so findet man eine der besten Achterbahnen Europas wieder, etwas neutraler betrachtet ist sie zumindest die beste Achterbahn des Parks mit einem unverwechselbaren Ausblick auf die irische See.

Steeplechase

Gegenüber dieser Anlage kann man eine weitere Achterbahn aus dem Hause Arrow Dynamics entdecken, welche der Pferderennsportkultur der Engländer gewidmet ist. Steeplechase ist eine der besondersten Achterbahnen der Welt und weltweit die einzige Achterbahn die noch mit drei Spuren läuft. So besonders dieser Umstand schon ist, so ist die Fahrposition doch der eigentliche Grund warum die Anlage so bemerkenswert ist. Ähnlich wie bei einem größeren Pferdekarussel sitzt man relativ frei auf dem pferdeähnlichen Wagen, was bei den seltsam ausgeprägten Kurven schon recht abenteuerlich ist. Leider lief am Besuchstag nur die rote Spur, weshalb das Fahrverhalten der anderen Spuren nicht bewertet werden kann.

Blue Flyer

Etwas weniger abenteuerlich zeigt sich mit Blue Flyer die Kinderholzachterbahn des Parks. Wie auch Tomahawk aus dem Port Aventura setzt man bei dieser Achterbahn auf die kleinen PTC-Züge, jedoch hat man bei der Anlage hier wenigstens noch halbwegs Platz. Die Fahrt an sich startet recht schön mit einigen Hügeln, bis dann die Kurve durch das Gebäude des ehemaligen Indoorcoasters Space Invader 2 die Fahrt langsam ausklingen lässt.

Nickelodeon Streak

Direkt neben der blau lackierten Achterbahn befindet sich die in orangen Farbtönen gehaltene Achterbahn Nickelodeon Streak. Die mittelgroße Out & Back Achterbahn bietet eine wunderbare Fahrt in fünfreihigen Wagen, bei denen man schon etwas Angst in den Kurven bekommen kann, denn die Wagen driften spürbar auseinander.

Dora’s World Voyage

Des Weiteren findet man im Nickelodeon Land eine der kitschigsten und besten Themenfahrten Europas. In mehreren Bereichen bekommt man in Dora’s World Voyage von der Abenteuerin Dora die jeweilige Begrüßungsfloskel beigebracht, wobei die Wahl von Tansania als eher fraglich zu bewerten ist. Nichts desto trotz We did it! und eine Nachahmung ist sehr empfehlenswert.

Avatar Airbender

Neben anderen Kinderfahrgeschäften und einer Wildwasserbahn kann man mit Spongebob Splash Bash einen Mack Twist & Splash entdecken, der wohl auch weiterhin gerne an Kinderkrankheiten leidet, weswegen eine Fahrt leider nicht möglich war. Zumindest lief aber die Zamperla Disko Avatar Airbender, welche eine überraschend intensive Fahrt an den Tag legte.

Avalanche

Ähnlich intensiv, so zumindest der allgemeine Tenor, verhält sich der Bobachterbahn Avalanche. Die Fahrt selbst kann man tatsächlich als durchaus knackig bezeichnen, immerhin nimmt sie doch schnell an Tempo zu. Erstaunlich an der Bahn ist der recht gut gepflegte Kanal, welchen die Züge hinunter brettern, jedoch kommt die Anlage nicht an die Schweizer Bobbahn im Heide-Park heran. Auch wird durch den lachenden Mann in unmittelbarer Nähe eine Atmosphäre geschaffen, der man nicht so gerne ausgesetzt ist.

Grand Prix

Unter der Bobbahn gelegen befindet sich die Monza-Piste Grand-Prix, welche eine sehr interessante Streckenführung bietet. Vor allem der Anfang und das Ende in Form einer Parkhaushelix sind bemerkenswert.

River Caves

Ebenso bemerkenswert ist die Themenfahrt River Caves. Die Fahrt durch die Höhlen ist stellenweise so gut gestaltet, so dass die Anlage locker mit den größeren Bootsthemenfahrten wie Fata Morgana aus dem niederländischen Freizeitpark Efteling mithalten kann.

Wild Mouse

Direkt nebenan befindet sich die beste Holzachterbahn des Parks, die Wild Mouse. Diese Achterbahn sollte man besser nicht zu zweit fahren, da dieses leicht schmerzhaft sein kann. Die Fahrt an sich ist der Inbegriff des Wortes wild und weiß durch die intensive Fahrweise sehr zu überzeugen. Die Airtime die bei den Abfahrten erzeugt wird ist ausgeprägt, was durch den Sicherungsgurt noch verstärkt wird. Sehr bemerkenswert ist im Übrigen das Bremssystem der Anlage, welches doch eher modern ist.

Grand National

Zwischen den Stützen der Big One befindet sich der Eingang zu einer der letzten Möbius Achterbahnen der Welt. Hier endet die linke Spur auf der rechten Seite und natürlich umgekehrt, wodurch beide Spuren stets laufen und ein Racing Betrieb auch an leeren Tagen ermöglicht. Die Achterbahn Grand National selbst verspricht so viel, nur halten kann sie es leider nicht. Eine Airtimeorgie, wie es manche Videos vermuten lassen sucht man hier vergebens, nur das Renngefühl ist gewährleistet.

Valhalla

In einer Halle mit einer eher hässlichen Fassade und einer vergleichsweise mickrigen Station davor kann man den Asen einen Besuch in Valhalla abstatten. Da die nordischen Götter doch eher wählerisch sind muss man jedoch drei Herausforderungen absolvieren. Nachdem man den ersten Lift passiert hat wird man mit enormer Hitze konfrontiert bis es nach einiger Zeit zum ersten Drop kommt, welcher rückwärts stattfindet. Da Hitze leicht befeuchtet keinen Spaß macht wird man in einen Kälteraum geschickt, wo so manch Wikinger sein bitteres Ende gefunden hat. Das nächste Gefälle schafft es schon einen etwas nässer zu machen, der darauffolgende Wassereffekt sorgt dafür das man klatschnass ist. Erneut wird ein Lift bestiegen und der Effekt einer schwingenden Axt lässt einen nochmal von der Seite durchfeuchten, immerhin könnte man ja schon wieder trocken sein. Die finale Schussfahrt weißt einen Doubledrop auf, welcher schon etwas nässer als die anderen Gefälle ist und unerwartet spät den zweiten Hügel einleitet. Im nachfolgenden Raum wird man etwas erwärmt, diese Passage könnte jedoch etwas länger sein.

Valhalla ist gut, aber nicht überragend. Die Mischung aus Wasserfahrt und Themenfahrt ist jedoch eine Mischung die man öfters vorfinden könnte. Die Gestaltung wirkt an manchen Stellen leider etwas sparlich und weniger originell, was selbst die ganzen Effekte nicht kompensieren können. Vom Nässegrad ist die Anlage zwar verdammt nass, kann aber nicht mit O.D. Hopkins Tidal Wave aus dem englischen Thorpe Park mithalten, welche allein durch die erzeugte Welle die Intamin Wasserbahn in den Schatten stellt.

Ice Blast und Derby Racer

Auf dem Platz vor Valhalla befindet sich der S&S Power Turbo Shot Ice Blast, welcher leider absolut gar nichts kann. In dieser Hinsicht macht selbst die über 90m hohe Aussichtsfahrt des gleichen Typen aus dem Parque Warner im spanischen San Martin de la Vega deutlich mehr Spaß. Glücklicher Weise befindet sich mit dem Derby Racer eine seltene und rasante Attraktion, welche im Grunde einem etwas überdimensionierten Pferdekarussell ähnelt und dabei ein beachtliches Tempo zu Tage legt.

Alice Ride

Sichtbar in der Nähe zu den Derby Racer befindet sich die Themenfahrt Alice Ride, wo es eine Reise ins Wunderland zu beschreiten gilt. Durch die Schwarzlichteffekte wirkt die Bahn schon leicht gruselig, wie es auch bei der Schneewittchen Themenfahrt im Pariser Disneyland Park ist. Die Fahrt ansich ist in Ordnung, zumal man interessanter Weise auf Betonplatten fährt.

Ghost Train

Gleich gegenüber befindet sich mit den Ghost Train die erste Geisterbahn der Welt, welche seit dem Jahr 1930 im Pleasure  Beach Blackpool in Betrieb ist. Die Fahrt an sich ist schön gestaltet und kann einige Effekte vorweisen die man so eher selten in Geisterbahnen sieht, nur wirklich gruselig ist die Bahn dann nicht. Wer jedoch auf absoluten Trash steht wird beim Ghost Train mit einem freudigen Grinsen aus dem Wagen steigen.

Revolution

Die letzte Achterbahn des Parks wird derzeit erneuert, was einerseits Schade ist, aber wenn die Revolution dadurch noch revolutionärer wird ist es ein begrüßungswertes Vorhaben, immerhin gab es viele Gerüchte, was einen Abriss dieser Achterbahn betraf. Somit bleibt eine der letzten drei Anlages des Typus Launched Loop aus dem Hause Arrow Dynamics erhalten und die Engländer können sich auch weiterhin an ihrer ersten Loopingachterbahn erfreuen. Auf Grund der stetigen Arbeiten, die während des Besuches, an der Anlage getätigt worden ist eine Öffnung gegen Ende des Monats wahrscheinlich.

Bilder Pleasure Beach Blackpool

Fazit Pleasure Beach Blackpool

Pleasure Beach Blackpool ist ein netter Freizeitpark mit guten Achterbahnen und guten Themenfahrten in dem man gut einige Stunden verbringen kann. Der Park selbst ist ein Lichtblick für die Stadt die ihm umgibt, jedoch weist der Park einige Lücken oder schlichtweg geschlossene Attraktionen auf, was die Atmosphäre und das Portfolio gleichzeitig etwas trübt. In dieser Hinsicht wäre es schon schön gewesen mit Bling, den Spin Doctors, den Trauma Towers, den Bumper Boats, usw. zu fahren. Der Erstbesuch hat sich zumindest gelohnt, aber vorerst muss ich nicht erneut zum Pleasure Beach Blackpool, auch kann Ich mir mehrere Tage in diesem Park bei besten Willen nicht vorstellen.

 

Was ist deine Meinung zum Freizeitpark Pleasure Beach Blackpool?  Schreib sie einfach in das Kommentarfeld unter dem Bericht oder besuche unsere Social Media Kanäle: